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Menschenleeres Parkhaus

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Das fahrerlose Transportfahrzeug »Ray« transportiert ein Auto. Der Park-Roboter, entwickelt vom Unternehmen Serva Transport Systems aus Grabenstätt, wird heute erstmals am Düsseldorfer Airport zum Einsatz kommen. (Foto: Serva transport systems GmbH/dpa)

Grabenstätt. Kein Gekurbel und Gekurve in engen Betongeschossen, keine Suche mehr auf scheinbar endlosen Parkdecks nach einer freien Lücke. Der Düsseldorfer Flughafen stellt am heutigen Montag eine technische Weltneuheit vor: Park-Roboter »Ray« soll hier ab sofort die lästige Platzsuche im Parkhaus übernehmen. Das kleine Grabenstätter Unternehmen Serva Transport Systems hat »Ray« entwickelt.


Autofahrer stellen ihren Wagen künftig auf einem Stellplatz am Eingang ab. Nachdem Ray das jeweilige Auto vermessen hat, lupft er wie ein Gabelstapler die Räder um einige Zentimeter an und parkt den Wagen ein. Im Gegensatz zu automatisierten Parkhäusern etwa in New York und München, die wie ein Hochregallager mit Aufzug konstruiert sind, können auch herkömmliche Parkhäuser mit »Ray« nachgerüstet werden.

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Serva Transport Systems hat für die Entwicklung das Prinzip von Industrierobotern übernommen, die fahrerlos durch Autofabriken kurven und dort weitgehend die Logistik übernehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich im April auf der Hannover Messe einen Prototypen angesehen und skeptisch gefragt: »Und der Roboter findet mein Auto dann auch später wieder?« Die Antwort gibt »Ray« nun in Düsseldorf: Am morgigen Dienstag soll das System freigeschaltet werden, zunächst soll es 260 Parkplätze bestücken.

»Ray« verspricht nicht nur Hilfe für Autofahrer mit Parkhaus-Phobie, sondern auch Mehreinnahmen für die Betreiber: Bis zu 40 Prozent mehr Autos könne der Roboter unterbringen – bei eigens für ihn konstruierten Gebäuden sogar bis zu 60 Prozent, versprechen die Entwickler aus Grabenstätt. »Ray« kann sich auf der Stelle drehen, sein Radius ist daher viel kleiner als der von Autos, die Wege zwischen den Autoreihen können entsprechend schmaler sein.

Für den Flughafen hätten die Ingenieure noch einen besonderen Kniff entwickelt, sagt Airport-Sprecher Thomas Kötter: eine Anbindung an die Flugdatenbank. Sobald der Flieger des Autobesitzers gelandet ist, erfährt »Ray« dies und kann den Wagen schon mal ausparken und bereitstellen. Für Bedienerfreundlichkeit soll zudem eine Smartphone-App sorgen. Ray arbeitet auch nachts: Dann verbessert er die Platzvergabe und sortiert die Ausgabe der Wagen vor.

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