weather-image

»Menschen vergessen, dass es um die Gesundheit geht« – »Das Virus ist nicht schlimmer als eine Grippe«

2.7
2.7
Bildtext einblenden
Alois Hochreiter aus Bergen findet die neuen Corona-Beschränkungen übertrieben.

Traunstein – Mit den regnerischen Novembertagen kommen nun ab Montag auch neue Corona-Einschränkungen auf uns zu. Schon im Vorfeld gab es viel Kritik: Sind die Maßnahmen berechtigt oder überzogen? Das Traunsteiner Tagblatt hat sich in der Stadt umgehört. Die Mehrheit der Befragten sprach sich jedoch für die neuen Regelungen aus. Kritik gab es aber trotzdem:


Die neuen Beschränkungen treffen vor allem die Gastronomie hart, so Christian Thalhauser aus Breitbrunn. »Die Wirte haben das Maximale getan, um sich immer wieder an die Beschränkungen anzupassen.« Jetzt werden sie dafür bestraft. »Es sind doch laut RKI keinerlei Ausbrüche bekannt«, die auf Gaststätten zurückzuführen sind, erklärte er.

Anzeige

Die neuen Maßnahmen hält Martina Zöffel für richtig. Angesichts der hohen Zahlen muss etwas unternommen werden, so die Traunsteinerin. Verständnis hat sie aber trotzdem für alle, die unter den Beschränkungen leiden.

»Vielleicht hätte es auch schon gereicht, die Sperrstunde weiter herabzusetzen« oder die Bestimmungen besser zu kontrollieren, meinte sie dazu. Vor allem im Privaten komme es zu Verstößen, da sich die Leute nicht an die Kontaktbeschränkungen halten, »das muss besser kontrolliert werden«, forderte die Traunsteinerin.

Bildtext einblenden
Die neuen Maßnahmen hält Martina Zöffel aus Traunstein für richtig. Dennoch fragt sie sich, ob es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte. (Fotos: A. Hauser)

Es sei falsch, die Gastronomie größtenteils zu schließen, sagte auch Jaqueline Bergemann aus Surberg. Es seien doch vor allem die privaten Feiern schuld an den hohen Infektionszahlen. Mit der Schließung der Gaststätten werde den Leuten die Möglichkeit genommen, sich zu treffen, so Bergemann. »In den Gaststätten halten sich die Menschen doch mehr an die Hygiene- und Abstandsregeln, als im Privaten«, sagte sie.

Neben der Gastronomie gebe es ja auch noch die vielen kleinen Läden wie zum Beispiel Kosmetiksalons, die von den neuen Beschränkungen betroffen sind, meinte dazu Eva Schönhuber aus Trostberg. »Jeder muss Eigeninitiative ergreifen«, sagte sie. »Der Sommer hat ja gezeigt, wenn jetzt alles schließt wird es danach nicht unbedingt besser, auch danach müssen wir uns an Hygiene- und Abstandsregeln halten«, erklärte die Trostbergerin.

»Sehr gut, anders bringen wir die Lage nicht unter Kontrolle«, antwortete Alfred Durchner aus Bergen auf die Frage, wie er die neuen Corona-Beschränkungen findet. Ganz anderer Meinung war Alois Hochreiter aus Bergen. Er findet alle Beschränkungen übertrieben. »Das Virus ist nicht schlimmer als eine Grippe«, sagte er. Die Zahlen, die jeden Tag in den Medien auftauchen, seien schwer überprüfbar und geben keine Auskunft, dass das Virus einen anderen Umfang fordere wie eine normale Grippe, so der Bergener. Er kennt niemanden aus seinem privaten Umfeld, den das Virus schlimmer erwischt hätte. »Nach ein paar Tagen ging es allen wieder gut«, so Hochreiter.

»Die Menschen vergessen, dass es um die Gesundheit aller geht«, sagte Ursula Kiefernadel. Vielen werde nichts passieren, einige werden am Virus erkranken und ein paar werden sterben. Wenn nichts dagegen getan wird, »werden uns sonst die Zahlen überrennen«, so die Traunsteinerin. Leid tun ihr aber trotzdem die vielen Existenzen, die aufgrund der Pandemie auf der Strecke bleiben: »Kann man das nicht anders lösen?«, fragte sie. Am Ende liege es doch an jedem Einzelnen, viele Hygienekonzepte seien ja durchaus sinnvoll, so Ursula Kiefernadel.

Anna Singer aus Traunstein findet die Maßnahmen notwendig. »Wir müssen von den Infektionszahlen herunterkommen.« Wenn die Bestimmungen nichts nutzen, müssen die Beschränkungen noch schärfer werden, forderte sie.

Bildtext einblenden
»Wir müssen von den Infektionszahlen herunterkommen«, sagte die Traunsteinerin Anna Singer.

»Es gibt so viele, die sich an die Regeln halten«, sagte Konrad Lutz aus Hufschlag. An dem zweiten Lockdown seien vor allem die schuld, die die Beschränkungen nicht ernst nehmen. »In der Stadt sieht man so viele, die zusammen stehen und ohne Maske und Abstand miteinander reden.« Auch die Jugendlichen seien schuld an den hohen Zahlen, sie halten Händchen, tragen keine Masken und treffen sich in großen Gruppen, sagte er. aha

Mehr aus der Stadt Traunstein