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Menschen sollen zusammen wirken mit Gott als Dirigent

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Gottesdienst mit Chiemsee-Blick: »Christ sein, heißt Freude erleben«, so Pater Ionel Anghel in seiner Predigt beim Festgottesdienst zum Jubiläum der Chieminger Blasmusik. (Foto: Mix)

Chieming – Die Sonne lachte vom strahlend blauen Himmel, als ein langer Zug mit 25 Musikkapellen und zahlreichen Ortsvereinen durch Chieming zog und ein beeindruckendes Zeugnis bayerischer Tradition ablegte. Der Gottesdienst am Ufer des Chiemsees und der anschließende Festzug bildeten den krönenden Abschluss der überaus gelungenen Festwoche zum Jubiläum der Chieminger Blasmusik. Bereits am Freitag füllten viele Besucher das Zelt beim Weinfest und am Samstagabend kamen die Tanzfreudigen scharenweise.


Am Schlossplatz in Chieming mit Blick auf das Bayerische Meer feierten zahlreiche Festbesucher den Festgottesdienst, den Pater Ionel Anghel mit Pater Cyprian und Pater Florin zelebrierte. Pater Ionel betonte: »Ohne unsere Blasmusik wäre die Gemeinde Chieming um ein großes Stück ärmer.« In der Predigt hob er hervor, dass Gott die Menschen erschaffen habe, damit sie das Leben genießen: »Christ sein, heißt Freude erleben«. Solche Freude und Momente, in denen sie die Sorgen des Alltags für einige Zeit vergessen und wieder neue Kraft tanken können, brächte die Musik den Menschen.

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»Die Blasmusik hat eine lange Tradition«, so der Pater, »bereits im Alten Testament steht, dass die Posaunen Gott lobten.« Die Musik sei eine sanfte Aufforderung für Harmonie zwischen den Menschen. So wie die verschiedenen Instrumente zusammen ein schönes Lied spielen, so sollten auch die Menschen zusammen wirken mit Gott als Dirigent.

In einem Grußwort gratulierte Stellvertretender Landrat Andreas Danzer dem Festverein und erklärte: »Bayern ist ohne Blasmusik nicht denkbar, sie ist eines unserer wichtigsten Kulturgüter. Die Musik verbindet und baut Brücken.« Schirmherrin Thea Ungermann dankte dem Musikverein für »vier wunderschöne Festtage, in die viel Herzblut gesteckt wurde«. Sie sei stolz, hier Schirmherrin sein zu dürfen. Nach dem Gottesdienst spielten alle Musikkapellen gemeinsam einen Marsch am Schlossplatz, ehe sie sich auf den Weg über die Hauptstraße zurück zum Festzelt machten. Der Festzug mit den Musikkapellen aus der nahen und weiteren Umgebung und den Chieminger Ortsvereinen gab ein schönes buntes Bild ab, das zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke bewunderten.

Bereits am Freitagabend feierten zahlreiche Musikbegeisterte beim Weinfest im Zelt. Die Gruppe »Boarisch Six« aus der Region, in der auch der Dirigent der Chieminger Blasmusik Hans Schnell mitspielt, sorgte mit Oberkrainer Musik aber auch mit aktuellen Schlagern und Oldies für hervorragende Stimmung. Wer es etwas ruhiger und gemütlicher wollte, konnte abseits des Trubels Prädikatweine probieren. Ein weiterer Höhepunkt der Festwoche war der Boarische Tanz am Samstagabend, an dem gleich zwei hervorragende Musikgruppen im Wechsel spielten. Die bekannten »Mooskirchner«, auch genannt die »Philharmoniker der Volksmusik«, feiern heuer 40-jähriges Bestehen und hatten viele alte, aber auch brandneue Stücke mit dabei. Die »Tegernseer Tanzlmusi« spielte unverfälschte Volksmusik und lockte damit die Paare auf die Tanzfläche. Tanzbegeisterte aus Nah und Fern kamen an diesem Abend auf ihre Kosten.

Voll und ganz zufrieden mit dem Verlauf ihres Festes können die Organisatoren um Vorstand Andi Steiner sein. Die lange Vorbereitungszeit und die anstrengenden Tage des Festes haben sich gelohnt. Das 25-Jährige wird den Besuchern sicher noch lange in Erinnerung bleiben. mix