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»Menschen in Not zu helfen, ist eine Pflicht«

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Die Ausbilder des Rot-Kreuz-Kreisverbandes Traunstein vermitteln jedes Jahr rund 4500 Bürgern die Grundlagen der Ersten Hilfe und rüsten sie somit für Notfallsituationen. (Foto: BRK)

Traunstein – »Menschen in Not zu helfen, ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine rechtliche Pflicht«, erklärt Dr. Melanie Kretschmar, Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands Traunstein, anlässlich des Internationalen Tags der Ersten Hilfe am heutigen Samstag. Das Rote Kreuz und die Malteser weisen in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Erste-Hilfe-Kursen hin.


Regelmäßiges Training ist wichtig

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»Die wesentlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte jeder kennen«, betont Melanie Kretschmar. Dabei komme es jedoch nicht allein auf die Theorie an. »Man sollte die lebensrettenden Griffe regelmäßig trainieren, dann gehen sie im Notfall auch leicht und sicher von der Hand«, betont die Ärztin. Sie rät, dass das Erste-Hilfe-Wissen mindestens alle drei Jahre mit einem Training oder einem neuen Kurs aufgefrischt werden sollte. – Denn wie eine Umfrage des ADAC und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus dem Jahr 2013 ergab, trauten sich zwar fast drei Viertel (73 Prozent) generell zu, am Unfallort zu helfen. Jedoch nur 33 Prozent der Befragten wussten, was im Notfall tatsächlich zuerst zu tun ist.

Zahlreiche Rettungsdienstorganisationen bieten Kurse in Erster Hilfe an, bei denen man nicht nur Wissenslücken schließen, sondern mit Hilfe von Puppen auch die praktische Umsetzung trainieren kann. »Das kann helfen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen«, betont Melanie Kretschmar. Denn wichtig sei im Notfall vor allem, sich angesprochen zu fühlen und nicht wegzusehen. Entscheidend sei, sich um den Betroffenen zu kümmern und ihm beizustehen. »Auch Bewusstlose spüren diese Fürsorge«, weiß die Ärztin.

Der BRK-Kreisverband Traunstein hält pro Jahr mehr als 360 Erste-Hilfe-Kurse ab und bildet rund 4500 Landkreisbürger in Erster Hilfe aus.

»Der zeitliche Umfang der Kurse ist wirklich überschaubar. Es lohnt sich für jeden Bürger, ein paar Stunden in eine gute Erste-Hilfe-Ausbildung zu investieren, um dann für den Notfall gerüstet zu sein«, betont Stefan Berndl, der Sachbearbeiter für Ausbildung beim BRK-Kreisverband Traunstein.

Einer nahestehenden Person helfen können

Von den Maltesern wurden im vergangenen Jahr bei insgesamt 162 Kursen 1998 Teilnehmer ausgebildet. Die meisten Menschen würden bei dem Begriff »Erste Hilfe« an Hilfe bei Unfällen denken, weiß Peter Volk, der Kreisgeschäftsführer der Malteser. Tatsächlich seien aber in Deutschland nur vier Prozent aller Unfallverletzungen Folge eines Unfalls im Straßenverkehr. »Dagegen passieren 40 Prozent aller Unfälle in der Freizeit, 38 Prozent im Haushalt, der Rest am Arbeitsplatz oder in der Schule.« Die Motivation, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen oder seine Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen, sollte also auch daher rühren, dass man im Notfall vielleicht einer nahestehenden Person lebensrettende Hilfe leisten kann, betont Peter Volk.

Wer Interesse an einem Erste-Hilfe-Kurs hat, kann sich unter Telefon 0861/986600 an die Malteser oder unter Telefon 0861/989730 an das Rote Kreuz wenden. KR