weather-image
20°

»Mensch, geht's mir gut«

3.7
3.7
Bildtext einblenden
Den Festgottesdienst an der Ölbergkapelle hielt der emeritierte Erzbischof Dr. Alois Kothgasser aus Salzburg. (Foto: Rehberg)

Sachrang – »Zum Ruhme Gottes und zur Mahnung für das Tal« rief die Glocke der Ölbergkapelle die Pilger nach Sachrang. Den Festgottesdienst zur 45. bayerisch-tirolischen Wallfahrt zur Ölbergkapelle nach Sachrang hielt der emeritierte Erzbischof Dr. Alois Kothgasser aus Salzburg. Bürgermeister Peter Solnar begrüßte die Wallfahrer und zahlreiche Ehrengäste: »Mensch, geht's mir gut, ich lebe in Frieden, habe ein schönes Haus und gute Freunde, Mensch, mir geht's gut«, begann er seine Rede. »Viele von uns könnten das Gleiche sagen, sie tun es aber nicht. Warum sind wir alle heute mit so viel Leid, mit so viel Schimpfen konfrontiert?«


Zahlreiche Gläubige aus der weiten Umgebung nahmen an der 45. Sachranger Wallfahrt teil. 16 Fahnenabordnungen aus Bayern, Tirol und Südtirol, Gebirgsschützen, unter anderem aus Traunstein, Traditions- und Trachtenvereine und die Feuerwehren umstanden den reich geschmückten Altar an der Ölbergkapelle. Der emeritierte Erzbischof Dr. Alois Kothgasser versuchte in seiner Predigt Antworten auf die uralten Fragen nach Armut und Reichtum sowie dem Sinn des christlichen Lebens zu finden.

Anzeige

Die Ölbergkapelle entstand als Klause bereits im 17. Jahrhundert, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts entwickelte sich eine rege Wallfahrt. Um 1700 war die Blütezeit, danach ging die Zahl der Wallfahrer stetig zurück. Die Wallfahrtsstätte verfiel und wurde erst durch den bekannten Müllner-Peter von Sachrang um 1800 wieder renoviert. Die Wallfahrt gewann für etwa 50 Jahre wieder an Bedeutung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versiegte aber der Wallfahrerstrom zunächst endgültig.

Die jetzige bayerisch-tirolische Ölbergwallfahrt wurde 1971 wieder ins Leben gerufen, nachdem sie weitgehend in Vergessenheit geraten war. Der Roman und der Film über den Müllner-Peter von Sachrang machte den Ort und die Ölbergkapelle weit über die Region hinaus bekannt und so erreichte der damals neu gegründete Müllner-Peter-Freundeskreis die Wiederbelebung der Wallfahrt. Zahlreiche hochrangige Zelebranten hielten in den vergangenen 45 Jahren am dritten Sonntag im September den Wallfahrtsgottesdienst, darunter alle Münchner Kardinäle, an ihrer Spitze der emeritierte Papst Benedikt XVI.

Hans Pumpfer, der Vorsitzende des Müllner-Peter-Freundeskreises, erhielt heuer für seine Verdienste um die Wallfahrt vom Hauptmann der Kufsteiner Kaiserjäger, Engelbert Raffeiner, das Ehrenkreuz mit Schwertern des Verbands.

Die Musikkapelle Aschau und der Müllner-Peter-Chor führten die »Ölbergmesse« auf. Die Musik kam auch von den Aschauer Alphornbläsern und den »Schwarzenstoaner Sängerinnen«. reh