weather-image
21°

»Mein Leben fängt jetzt an«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Doris Huber war sieben Jahre lang Rektorin an der Mittelschule Waging und insgesamt 38 Jahre lang als Lehrerin im Landkreis tätig: in Siegsdorf, Tacherting, Chieming und zuletzt in Waging. (Foto: Eder)

Waging am See. Nur noch ein paar Tage, dann verlässt die Kapitänin das Schiff – das mitnichten zu sinken droht. Ist doch die Nachfolge längst geregelt. Die Rede ist von der Waginger Mittelschule und ihrer scheidenden Rektorin Doris Huber. Sie geht in Ruhestand. Ihr Nachfolger ist der bisherige Konrektor Matthias Freutsmiedl, der schon viele Jahre an der Waginger Mittelschule tätig ist, sodass die Kontinuität gewahrt bleiben dürfte. Für Doris Huber, so die Quintessenz aus einem Gespräch mit unserer Zeitung, überwiegt die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt: »Mein Leben fängt jetzt an«, sagt sie lächelnd.


Andererseits ist sie mit den letzten sieben Jahren als Chefin der Mittelschule unter dem Strich durchaus zufrieden: »Ich war ganz gern in Waging«, sagt sie. Auch wenn das erste Jahr nicht ganz einfach war: »Ein anderes neues Kollegium, fast nur Männer, selber ist man auch unsicher, als Rektor hat man eine andere Position als auf dem Posten eines Konrektors.« Aber die Lehrer gewöhnten sich an sie. Und so resümiert sie unter dem Strich: »Es hat mir hier gut gefallen, vom Kollegium her, da gab es keine gravierenden Reibereien, und auch von den Kindern her.« Die Kinder hier in Waging seien »noch erzogen« und die Eltern interessierten sich für ihre Kinder und die Schule. Natürlich habe es auch Probleme gegeben. Aber allein über den guten Besuch der Elternabende sei mancher neue Lehrer an der Schule geradezu »platt« gewesen. »Das merkt man den Kindern an, wenn die Eltern noch dahinter stehen und interessiert sind.«

Anzeige

Doris Huber ist ursprünglich in Heiligkreuz bei Trostberg zu Hause: Nach dem Besuch der dortigen Volksschule und des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein absolvierte sie 1972 ihr Abitur. Dann studierte sie an der damaligen Pädagogischen Hochschule in München-Pasing für das Lehramt, kam dann bis nach der Abschlussprüfung an die Volksschule in Siegsdorf, wo sie – mit zwei Jahren Unterbrechung in Tacherting – auch bis 2000 blieb, insgesamt 23 Jahre lang. 2000 meldete sie sich freiwillig als mobile Reserve, nicht zuletzt deshalb, weil sie zur Hauptschule überwechseln wollte. Das war dann ab 2002 möglich, als sie Konrektorin in Chieming wurde. Hier holte sie sich das Rüstzeug, um dann Rektorin zu werden. Chieming war für Doris Huber im Rückblick »eine sehr schöne Zeit, ein nettes Kollegium, sehr kreativ, schöne Feiern, es wurde viel mit Kindern getan«. 2006 übernahm sie dann die Rektorenstelle in Waging.

Seither ist an der Waginger Mittelschule auch baulich viel geschehen: Die energetische Sanierung ist angepackt worden, Böden und Beleuchtung sind neu geworden, ebenso Lehrerzimmer und Büros, auch das Elternsprechzimmer, ein Lesezimmer ist geschaffen worden. »Wir haben Farbe ins Schulhaus gebracht«, sagt Doris Huber. Dabei sei vieles über schulische Projekte gemacht worden, sodass die Schüler meistens mitgemacht haben. Für die Bereitschaft, Geld für die Schule auszugeben, lobt Doris Huber die Gemeinde Waging: »Da hat's nie was gegeben. Jedes Jahr ist ein Klasszimmer erneuert worden, auch Werkraum, Küche und Physiksaal sind neu ausgestattet worden.«

Das alles aber ist bald endgültig Vergangenheit. Jetzt geht’s dann in die Ferien – auf große Tour mit dem Wohnmobil, zusammen mit ihrem Mann, den sie an der Schule in Siegsdorf kennengelernt und 1982 geheiratet hat. Ein Ziel für die Tour ist noch nicht festgelegt. Das sei ja das Gute an einer Wohnmobil-Tour: Man ist stets flexibel. Und der schönste Tag wird für sie der 11. oder 12. September sein, der Beginn des kommenden Schuljahres: »Da lasse ich mich im Liegestuhl fotografieren und das Bild sofort nach Waging mailen.« he