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Mehrkosten für AKG-Turnhalle auf 25 000 Euro gedeckelt

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Der Finanzausschuss beschloss, dass die Stadt bis zu 25 000 Euro der vom TVT geltend gemachten Mehrkosten für verschiedene Einbauten übernehmen solle, um die Halle auch für die Stadt besser nutzbar zu machen. (Foto: Wannisch)

Traunstein – Der Bau der neuen Turnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium (AKG) war Thema in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) informierte die Mitglieder des Ausschusses über den Sachstand. Schließlich stimmte der Ausschuss einstimmig zu, die Kostenentwicklung zur Kenntnis zu nehmen. Der vorgeschlagenen Kostenteilung zwischen Stadt und Turnverein Traunstein (TVT) für die zusätzlichen Einbauten wurde grundsätzlich zugestimmt. Allerdings wurden die mit rund 26 795 Euro bezifferten Mehrkosten für die Stadt auf 25 000 Euro gedeckelt.


2015 sprach sich der Stadtrat dafür aus, die Sporthalle zur Versammlungsstätte mit Ausziehtribüne, Stiefelgang, Lagerräumen für die Sportgeräte sowie eigenen Räumen für die Ringer- und Judoabteilung des TVT auszubauen. Im Mai vergangenen Jahres wurden Gesamtkosten von knapp 10,9 Millionen Euro plus 350 000 Euro für die Baufeldfreimachung ermittelt. Im Juni 2016 stimmte der Stadtrat dem Rahmenvertrag zu, wonach die Stadt von den Gesamtkosten von 11,23 Millionen einen voraussichtlichen Anteil von 5,38 Millionen Euro zu zahlen hat.

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Kostenschätzung dürfte unterm Strich stimmen

Laut Kreisverwaltung seien mittlerweile 68 Prozent der Baukosten vergeben, hieß es. Bisher liege man mit den Kosten unter den Schätzungen. Auf der anderen Seite würden jedoch für die Entsorgung des belasteten Aushubmaterials Mehrkosten befürchtet.

»Inzwischen ist der TVT an die Stadt herangetreten mit dem Wunsch verschiedener Einbauten«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) im Finanzausschuss. Nach einer Schätzung des Architekturbüros und Vorstellungen des TVT würde die Theke im Foyer für 5000 Euro je zur Hälfte von Stadt und TVT bezahlt, ebenso wie die Küche im Foyer für 15 000 Euro und die Elektroinstallation für Verpflegung, Bühne, TV-Monitore und Büro im Untergeschoß für 6000 Euro.

Die Einbauten für Verpflegung im Hallenbereich (Geräteraum TVT), ein zusätzliches Ausgussbecken, Leitungen und einen Gully für 5500 Euro solle die Stadt zahlen. Einen Einstichkasten für die Stabhochsprunganlage für 500 Euro und zusätzliche Bodenhülsen im Wert von 1000 Euro würde der TVT zahlen. Bei der Spielstandanzeige für 7200 Euro solle zwei Drittel die Stadt, ein Drittel der TVT übernehmen. Für die Summe von 46 230 Euro schlug TVT-Chef Rudolf Belser folgende Kostenaufteilung vor: Die Stadt solle 26 795 Euro und der TVT 19 435 Euro tragen. Direkt vom TVT würden darüber hinaus ballwurfsichere TV-Monitore montiert, hieß es.

Gut investiert in die Nutzbarkeit der Halle

»Die Einbauten erachte ich trotz der angespannten Haushaltslage für sinnvoll«, so Kegel. Er würde allerdings den Anteil der Stadt auf 25 000 Euro deckeln. Denn die Spielstandanzeige sei zwar aus Sicht des Vereins absolut notwendig, aus Sicht der Stadt aber nicht. »Da sollten wir die Finanzierung umdrehen: Zwei Drittel zahlt der TVT, ein Drittel die Stadt. So kämen wir auf 25 000 Euro, die bei einem 11-Millionen-Euro-Projekt gut investiert wären in die Nutzbarkeit der Halle.«

Freilich, so Kegel, seien die meisten Empfänge der Stadt oben im Foyer, aber die Theke unten im Geräteraum könne durchaus sinnvoll sein für Faschingsbälle oder ähnliche Veranstaltungen. Ähnlich sah das Josef Kaiser (UW): »Ich begrüße das außerordentlich, wenn man schon so viel Geld investiert, dass das dann auch eine ordentliche Versammlungsstätte wird.«

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) regte an, man könne ja angesichts der Nutzung als Schulturnhalle überlegen, den Landkreis an den Kosten zu beteiligen. »Ein sportbegeisterter Landrat sieht das möglicherweise auch so«, meinte Kegel dazu, »aber aus Sicht des Schulsports ist eine solche Spielstandanzeige schön, aber nicht notwendig. Für den Verein dagegen ist sie unerlässlich.«

»Meine drei Kinder waren alle im Hallenfußball unterwegs, und da stand oft auf der Spielstandanzeige 'gesponsert von ...'. Es ist ja Herrn Belser unbenommen, sich einen Sponsor zu suchen«, so Josef Kaiser weiter. Hier gab Kegel allerdings zu bedenken, »wenn der Landkreis gegen Werbung in seinen Hallen ist, kann der TVT nichts machen.«

Kurt-Binder-Halle später im Jahr 2018 abreißen

Zum Abriss der alten Hallen sei in einer jüngsten Besprechung zwischen Vertretern des TVT und des Fördervereins Alt-Traunstein Einvernehmen erzielt worden, ergänzte Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer. Demnach reiche es aus, die Franz-Eyrich-Halle im Frühjahr 2018 zu beseitigen, da der Salinenpark nur bis zu deren Ostwand reiche. Die Kurt-Binder-Halle könne dann im späteren Verlauf des Jahres 2018 abgebrochen werden, idealerweise erst nach Umzug des Turnvereins in die neue AKG-Turnhalle. Die Frage, wo die Stellplätze geschaffen werden, sei dagegen noch nicht geklärt. Außerdem müssten zwischen Stadt und TVT noch Details zur Nutzung der Halle festgelegt werden. coho