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Mehrheit im Gemeinderat für Ansiedlung neuer Firma

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Die Firma Jensen Classics will sich im Gewerbegebiet Nord ansiedeln. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Die Bauvoranfrage der Firma Jensen Classics für ein Firmengebäude im Gewerbegebiet Nord beschied der Marquartsteiner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung positiv.


Erik Oberhorner vom Bauamt der Gemeinde berichtete, dass die Firma Jensen Classics hochwertige Oldtimer-Fahrzeuge, vor allem der Marke Porsche, in ganz Europa restauriert. Derzeit hat sie acht Ange-stellte. Sie hat bisher ihren Sitz im Gewerbepark in Grassau. Ihre Arbeit besteht im Zerlegen der Fahrzeuge, Spengler- und Karosseriearbeiten bis hin zur Lackierung und Montage der Oldtimer.

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Die Firma möchte ihr neues Gebäude auf der nordwestlichsten Parzelle im Gewerbegebiet errichten, sodass sie das erste Gebäude sein würde, das von der nördlichen Dorfeinfahrt von der Bundesstraße aus sichtbar ist. Der Bebauungsplan sieht für ein Gebäude auf diesem Grundstück eine Ausrichtung von Norden nach Süden und eine Wandhöhe von 7,10 Meter vor. Der Bauwerber möchte für den Bau in 42 Meter Länge und 22 Meter Breite eine Ausrichtung von Osten nach Westen. Nach Rücksprache mit der Gemeinde wurde die ursprünglich gewünschte Wandhöhe von 8,48 Meter auf 7,80 Meter reduziert. Die Gemeinde hatte vorgeschlagen, für das Gebäude die mittlere Bauparzelle zu nehmen und das Gebäude um 180 Grad zu drehen. Hier sei eine höhere Wandhöhe noch verträglicher. Den Vor-schlag lehnte der Bauwerber ab.

Bürgermeister Andreas Scheck fand die Ansiedlung der Firma mit hoher Reputation im Gewerbegebiet gut. Es handle sich um eine zukunftsfähige Branche. Sie passe ins Gewerbegebiet und könne auch Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Derzeit liefen Verhandlungen, dass ein Teil der Räume im oberen Stockwerk an die Firma Skywalk zur Präsentation ihrer Produkte vermietet wird, so Scheck.

Unterschiedliche Meinungen herrschten im Gemeinderat, welche Seitenansicht des Gebäudes an der Bundesstraße schöner wäre. Toni Entfellner meinte, dass man gerade im Gewerbegebiet die vom Bauwerber vorgeschlagene Wandhöhe auf jeden Fall genehmigen könne, ebenso die Drehung des Gebäudes, denn durch die vorgesehenen hohen Bäume werde es weitgehend verdeckt. Dem stimmte auch Anke Entfellner-Häusler zu, weil man auch auf die Wünsche des Bauwerbers eingehen müsse. Die jeweiligen Produktionsabläufe machten Änderungen notwendig.

Thomas Halder bestätigte, dass man bisher bei jedem Gebäude im Gewerbegebiet einige der ursprünglichen Festsetzungen geändert habe. Das bestehende Gebäude der Firma Wittisch ist 7,10 Meter hoch, der Turm aber 8,70 Meter. Hubert Götschl meinte, dass ein Gebäude im Gewerbegebiet »nie hundertprozentig schön« sein könne. Gravierende Bedenken äußerte Peter Lloyd, weil einzelne Bäume kein hinreichender Sichtschutz auf die Fassade seien. Außerdem befürchtete er, dass zu viele Lagerflächen in dem Gebäude untergebracht werden könnten.

Bei der Abstimmung befürworteten 15 Vertreter der Gemeinde das Vorhaben, einer war dagegen. Wenn konkrete Planungen eingereicht werden, muss die Verwaltung prüfen, ob die Drehung des Gebäudes, die damit verbundene Überschreitung der Baugrenzen und die beabsichtigte Wandhöhe eine Änderung des Bebauungsplans notwendig machen. Eventuell genügt die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans durch den Gemeinderat. gi