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Mehrheit für Gewerbegebiet in Laimgrub

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Chieming – Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung mit zehn zu sechs Stimmen die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Laimgrub. Gleichzeitig sprach sich das Gremium mit der gleichen Stimmenzahl für die Änderung des Flächennutzungsplans für Laimgrub aus. Er betrifft ein Grundstück, auf dem eine Werkstatt steht, in der Fahrzeuge und Container repariert werden. Der Entsorgungsbetrieb wurde verkauft, der neue Besitzer ist die Remondis Chiemgau GmbH.


Bürgermeister Benno Graf ging vor der Abstimmung auf die überwiegend von Laimgruber Bürgern schriftlich eingereichten Einwendungen ein. Sie befürchten erhebliche Lärmprobleme durch ein Gewerbegebiet. Statt der Ausweisung eines Gewerbegebietes wünschen sie sich den Erhalt als Dorf- oder Mischgebiet. Geäußert wurde auch die Befürchtung, dass das Gewerbegebiet auch erweitert werden könnte. Außerdem fürchten die Laimgruber den Gestank durch nicht vollständig geleerte Müllautos und Container, die zur Reparatur vor der Halle abgestellt werden.

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Graf sagte dazu, aus seiner und aus Sicht der Verwaltung sehe er keine Gründe, das Gewerbegebiet abzulehnen. Der Entsorgungsbetrieb werde vorgegebene Richtwerte einhalten. Nach seiner Meinung werde der neue Betreiber bemüht sein, Belästigungen zu minimieren.

Die Nein-Stimmen kamen von Sebastian Heller, Elisabeth Heimbucher, Wolfgang Ludwig und Andrea Roll (alle Bündnis 90 / Die Grünen) sowie von Heidi Schlicht (CSU) und Josef Wiesholler (UW). Die Befürworter vertraten die Meinung, Chieming brauche dringend weitere Grundstücke für neue Gewerbebetriebe. Josef Mayer junior (CSU) sagte, optimale Standorte zu finden, werde immer schwieriger. Informiert wurde auch über die Stellungnahmen der Behörden und Verbände, die die Ausweisung überwiegend positiv sehen.

Vorgestellt wurde auch die Verkehrsuntersuchung für die Ortsdurchfahrt im Zuge der Staatsstraße 2096 im Hinblick auf eine Ortsumfahrung von Chieming. Eine solche wird von vielen Anwohnern seit Jahrzehnten gewünscht, ohne dass die Gemeinde dem Ziel jemals nähergekommen ist.

Christian Fahnberg vom Ingenieurbüro für Verkehrsuntersuchungen im Orts- und Stadtbereich aus Planegg stellte erste Ergebnisse vor. Demnach habe sich das Verkehrsaufkommen im Zuge der Ortsdurchfahrt gegenüber vor 25 Jahren nahezu verdoppelt. Täglich fahren im Durchschnitt etwa 9000 bis 10 000 Fahrzeuge durch den Ort, etwa acht bis zehn Prozent davon sind Lastwagen. Etwa 50 Prozent der Pkws seien dem Durchgangsverkehr zuzurechnen; beim Schwerlastverkehr sind es 75 Prozent. Dass Fahnberg angesichts dieser Zahlen eine Ortsumfahrung für notwendig hält, verwunderte niemanden im Gemeinderat.

Graf kündigte für 2015 eine Bürgerbefragung in Sachen Chieminger Ortsumfahrung an und sagte, alle Gemeindebürger werden Fragebögen dazu erhalten. OH