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Mehrheit der Almgenossen gegen Skischaukel-Pläne

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Unser Bild entstand am Hang der Rossalm, also dem ersten Skihang auf Winklmoos, der über den Scheibelberg zur Steinplatte weiterführt. In der Ferne sieht man die Winklmoosalm. Im weiteren Hintergrund wäre nach den Vorstellungen der Unkener Interessenten der neue Dürrnbachhornlift entstanden. Des Weiteren ein neuer Verbindungslift, der dann über den Dächern der Winklmoosalmhütten zur Bergstation dieses Rossalmliftes geführt hätte.

Reit im Winkl. Immer unrealistischer wird offenbar die Verwirklichung der Skischaukel zwischen dem Heutal und dem Skigebiet Winklmoos/Steinplatte, einem seit genau 40 Jahren von Kommunalpolitikern, Unternehmern und Wintersportlern aus Unken hartnäckig verfolgten Plan. Zuletzt hatte der Hotelier Matthäus Unseld mit der Übernahme der Dürrnbachhornbahn, einem für die Skischaukel elementaren Bindeglied zwischen beiden Regionen, ein Zeichen gesetzt, das Umweltschützer, Vertreter der Forstverwaltung ebenso wie die »Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforste und des Sonntagshorns« auf den Plan rief (wir berichteten mehrfach). Selbst Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sah sich genötigt, bezüglich dieses Projektes klare Stellung zu beziehen: »Ich halte eine Neuanlage aus forst-, umwelt- und wirtschaftspolitischer Sicht für nicht akzeptabel«, wie er sich in einer schriftlichen Stellungnahme äußerte. Nun hofften die Befürworter der Skischaukel wenigstens auf die Unterstützung der Almgenossen auf der Winklmoosalm, ohne deren Zustimmung nach derzeitigem Planungsstand eine Verbindungstrasse nicht geschaffen werden kann. Doch bei der jährlichen Versammlung der Almgenossenschaft im Hotel Unterwirt stimmte nach über einstündiger Diskussion die große Mehrheit der Almgenossen gegen das Projekt.


Schon im Mai 2012 hatten Unseld und ein Salzburger Investor bei den Grundbesitzern des Winklmoosgebiets eine Skizze vorgelegt mit der Bitte um Prüfung und Unterstützung. Dabei war geplant, den Dürrnbachhorn-Sessellift gegen einen nach Süden versetzten Neubau auszutauschen, eine neue Berg- und eine neue Talstation hätten entstehen sollen. Zudem hätte auch ein 450 Meter langer Verbindungslift zwischen der Dürrnbachhorn-Talstation und dem Rossalmlift hergestellt werden müssen. Die Wintersportler wären dabei unmittelbar über den Dächern der Winklmoos-Almen von der einen zur anderen Station befördert worden.

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Ein klares Meinungsbild hatte sich unter den Almgenossen vor einem Jahr noch nicht ergeben, vielmehr wollte man abwarten, wie sich die Genehmigungsbehörden, die Politik und die Umweltschützer äußern würden. In der jüngsten Sitzung der Almgenossen wurde nun neuerlich über die in einem Luftbild eingezeichnete Trasse mit all ihren Konsequenzen debattiert, keiner der beiden Unkener Antragsteller war dabei anwesend. Wesentliches Argument der Gegner unter den Almgenossen war offenbar die Liftführung über die Almhütten. »Dies haben sich viele der Anwesenden überhaupt nicht vorstellen können«, wie einer der Almbauern nach der Sitzung erklärte. Die Befürworter stellten dem Vernehmen nach diesen Bedenken eine gesteigerte, touristische Attraktivität entgegen, mehr Gäste also, mehr Umsatz. Schließlich lehnte die überwältigende Mehrheit der Almgenossen diesen Antrag ab. »Damit ist dieser Plan zwar abgelehnt«, erklärte der Vorsitzende der Almgenossen Josef Speicher auf Anfrage, es sei aber gut möglich, dass in den kommenden Jahren eine modifizierte Variante vorgelegt werde. Schließlich habe ja auch die Realisierung der Gondelseilbahn von Seegatterl auf Winklmoos einen langen und nicht einfachen Genehmigungsweg hinter sich.

Solche Aussagen lassen die »Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Saalforste und des Sonntagshorns« hellhörig werden. Von Anfang an kämpften die Mitglieder vehement gegen das Projekt. »Wir sind über diesen ablehnenden Beschluss der Almbauern sehr froh«, erklärt einer der Mitbegründer der Schutzgemeinschaft, Walter Kellermann, er sieht zudem ganz andere Möglichkeiten, die Region touristisch zu stärken: »Es wäre wesentlich sinnvoller, mit Unken ein Bergsteigerdorf zu begründen«, dazu gebe es österreichweit schon einige erfolgreiche Vorbilder. Auch der Alpenverein auf österreichischer wie auf deutscher Seite würde dies tatkräftig unterstützen. Eine mögliche Zukunft sieht Kellermann in der Weiterführung der Dürrnbachhornbahn im Sommer als Nostalgiebahn, bei größeren Renovierungen sei auch eine finanzielle Unterstützung vom bayerischen Wirtschaftsministerium denkbar, so der Bergführer.

Die Frage, wie die in die Jahre gekommene Bahn künftig genutzt werden solle, beschäftigte auch die Almbauern in ihrer Sitzung. In einem weitergehenden Beschluss votierten sie mit großer Mehrheit, die Bahn möglichst weiter zu betreiben, zu sanieren und als Nostalgiebahn zu erhalten. In diese Richtung plant für die nahe Zukunft auch Matthäus Unseld. Auf Anfrage räumte er zwar ein, »dass ich mit dem ablehnenden Beschluss in Bezug auf die Skischaukel wohl leben muss«, er beabsichtigt aber durchaus, die Bergstation zu modernisieren und auch die Sesselbahn den zeitgemäßen Bedürfnissen anzupassen. Erhalten und weiterführen wolle er die Bahn »in jedem Fall«, so Hotelier Unseld, auch wenn das Großprojekt, die Skischaukel wohl nicht zu verwirklichen sei. »Man kann halt nix erzwingen.« ost