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Mehr Verkehrstote und Unfälle im Landkreis Traunstein

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Traurige Bilanz: Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis Traunstein mehr Verkehrsteilnehmer bei Unfällen – wie hier im August 2019 ein Motorradfahrer bei Ruhpolding – getötet. Motorradfahrer gehören nach wie vor zur Hauptrisikogruppe. (Foto: Archiv FDL)

Die Zahl der Unfalltoten im Freistaat Bayern ist im vergangenen Jahr unter die Marke von 550 Getöteten gesunken. Diese frohe Kunde teilte Innenminister Joachim Hermann diese Woche mit. Nun veröffentlicht auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, in dessen Zuständigkeitsbereich die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land liegen, seine Daten. Mit 88 Verkehrstoten im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums kamen elf Personen weniger bei Verkehrsunfällen ums Leben (2018: 99).


Im Landkreis Traunstein sieht die Bilanz nicht ganz so positiv aus. Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten stieg im Landkreis Traunstein von zwölf (2018) auf 14 im vergangenen Jahr. Erfreulich ist dagegen die Entwicklung im Landkreis BGL, dort sank die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu 2018 von elf auf vier Getötete.

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Mit insgesamt 40 182 Verkehrsunfällen stieg die Zahl vergangenes Jahr leicht an (2018: 39 457). Im Vergleich zum Jahr 2010 stiegen die Unfallzahlen seither aber kontinuierlich an und erlangten vergangenes Jahr einen neuen Höchstwert. Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden und die Zahl der Verletzten sind gesamt betrachtet aber rückläufig. Nicht so im Landkreis Traunstein, hier stiegen die Zahlen vergangenes Jahr auf 5244 Unfälle (2018: 5167), im Landkreis BGL auf 3157 Unfälle (2018: 3094). Überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit ist für ein Drittel der Verkehrsunfalltoten verantwortlich.

Insbesondere bei den Unfällen mit tödlichem Ausgang ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine Unfallursache. 29 Personen und damit ein Drittel der Verkehrstoten, verloren auf das Gesamtgebiet des Präsidiums bezogen im Straßenverkehr ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Raser waren zudem für 1266 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich.

Alkohol am Steuer noch immer großes Problem

Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer ist ein leichter Rückgang auf 600 Unfälle zu verzeichnen. Fahrten unter Alkoholeinfluss gehören aber nach wie vor zu den Haupt- ursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder Getöteten.

Sechs Personen starben und 359 erlitten Verletzungen, weil betrunkene Fahrer am Steuer saßen.

Es ist ein Rückgang bei der Zahl der getöteten Radfahrer von 18 auf 13 festzustellen. Die Anzahl der Radfahrer als Unfallbeteiligte blieb nahezu konstant (2265) im Vergleich zu 2018. Auffallend in allerdings die erneute Zunahme von beteiligten Pedelecs (von 249 auf 323) sowie dabei verletzten Radfahrern (von 232 auf 298).

Fußgänger waren wieder weniger an Verkehrsunfällen beteiligt (Abnahme von 579 auf 519) und es wurden weniger Personen verletzt (Rückgang von 423 auf 397). Die Zahl der getöteten Fußgänger entwickelte sich ebenfalls positiv (Abnahme von 14 auf 11).

Zu den Hauptrisikogruppen zählen auch Motorradfahrer. 999 Biker waren in einen Verkehrsunfall verwickelt (2018: 1128). Dabei wurden 855 Fahrer bzw. Mitfahrer verletzt. Getötet wurden hier wie im Vorjahr 21 Personen. Hauptunfallursache für Motorradfahrer ist nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit.

Die Zahl der Schulwegunfälle blieb mit 68 gegenüber dem Vorjahr (69) nahezu identisch. Die Anzahl der dabei verletzten Schüler erhöhte sich jedoch von 75 auf 126 (davon 118 leicht verletzt). Der überproportionale Anstieg an leicht verletzten Personen resultiert aus zwei Verkehrsunfällen an denen Schulbusse (9 bzw. 45 Leichtverletzte) beteiligt waren. 2019 kam kein Kind auf dem Schulweg ums Leben.

Bei der Risiko-Zielgruppe der jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) ist die Gesamtunfallzahl (2019: 3399; 2018: 3510) und die Anzahl der Verletzten (966 Verletzte; 2018: 1033) rückläufig. Mit 15 Getöteten (2018: 11) wurde allerdings die positive Entwicklung der vergangenen Jahre bei der jungen Generation unterbrochen. fb

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