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Mehr Verkehrstote im Landkreis Traunstein – über 5000 Unfälle

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Im Landkreis Traunstein stiegen sowohl die Zahl der Verkehrsunfälle als auch die Zahl der Unfalltoten im vergangenen Jahr wieder an. (dpa-Symbolbild)

Gute Neuigkeiten hat Polizeipräsident Robert Kopp beim Blick in die Unfallstatistik für das vergangene Jahr zu verkünden. Es passierten 2017 weniger Unfälle mit Personenschaden und es gab weniger Verletzte. Mit 77 Verkehrstoten wurde der zweitniedrigste Wert im südlichen Oberbayern erreicht. Der langjährige, positive Trend setzt sich damit fort.


Weniger positiv ist jedoch der Blick auf die Zahlen für den Landkreis Traunstein. Dort sind sowohl die Zahl der Unfälle als auch die Zahl der bei Unfällen Getöteten um fünf bzw. um fast drei Prozent angestiegen. So gab es im vergangenen Jahr 5280 Verkehrsunfälle (2016: 5030) mit 1241 Verletzten (1207) und 16 Getöteten (12). Im Berchtesgadener Land kam bei 3138 Unfällen (3048) nur ein Mensch ums Leben (11). Verletzt wurden 666 Personen (700).

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Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist für fast die Hälfte der Verkehrstoten ursächlich, wie das Polizeipräsidium mitteilt. Auf den Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd stieg die Gesamtzahl um 4,7 Prozent von 38 088 auf 39 893 Unfälle. Die Zahl der schwerwiegenden Unfälle mit Sachschaden erhöhte sich von 10 987 auf 11 314; deutlich stärker fiel mit 7,6 Prozent der Anstieg der sog. Kleinunfälle aus (von 20 858 auf 22 436 Unfälle). Bei den Kleinunfällen sind 6776 Wildunfälle registriert (6184). Die Zahl der Unfallfluchten blieb auf nahezu dem gleichen Niveau (8098).

Raser für Hälfte der Verkehrstoten verantwortlich

Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielt überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit nach wie vor eine bedeutsame Rolle. 34 Personen, und damit fast die Hälfte der Verkehrstoten im Bereich des Präsidiums Oberbayern Süd, wurden im Straßenverkehr tödlich verletzt, weil ein Unfallbeteiligter zu schnell unterwegs war. Die Unfallursache Geschwindigkeit ist zudem für 1461 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich.

Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer ist erneut ein leichter Anstieg auf 619 Unfälle zu verzeichnen. Alkoholbeeinflussung gehört nach wie vor zu den Hauptursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder Getöteten. 17 Personen starben und 393 erlitten Verletzungen, weil Fahrer alkoholisiert am Steuer saßen.

Bei Verkehrsunfällen wurden 13 Radfahrer tödlich verletzt, was einem erfreulichen Rückgang von 18,8 Prozent entspricht (16). Die Anzahl der beteiligten Radfahrer blieb im Vergleich zum Jahr 2016 konstant (2137), verletzt wurden aber bei Unfällen geringfügig mehr Radfahrer (1894).

Appell an Radler: Stets Fahrradhelm tragen

Die steigende Beliebtheit von E-Bikes und Pedelecs wirkt sich zunehmend auch in der Verkehrsunfallstatistik aus. Dies zeigt die erhebliche Zunahme von beteiligten Pedelecs mit einem Anstieg von 137 auf 188 Fälle und der dabei verletzten Personen (von 129 auf 176) an Verkehrsunfällen sehr deutlich. Erfreulich hingegen ist der Rückgang der getöteten Fahrer von Pedelecs von fünf auf zwei Fälle. Dabei weist das Präsidium darauf hin, dass Verletzungen bei Fahrradunfällen in vielen Fällen weit weniger dramatisch ausfallen würden, wenn die Radfahrer einen Fahrradhelm getragen hätten.

Erfreulicherweise waren Fußgänger im Vorjahr wieder seltener an Verkehrsunfällen beteiligt (Abnahme von 574 auf 563 Fälle) und wurden auch weniger häufig verletzt (Rückgang von 418 auf 415). Die Zahl der getöteten Fußgänger ging von zehn auf sieben zurück.

Landkreise im Vergleich

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Foto: Polizeipräsidium OB Süd

Motorradfahrer häufig in Unfälle verwickelt

Zu den Hauptrisikogruppen zählen nach wie vor Motorradfahrer. 1090 Biker waren an Unfällen beteiligt (2016: 1133). Bei den Motorradunfällen wurden 927 Kradfahrer und Soziusse verletzt. 16 Personen kamen ums Leben, eine Person mehr als 2016. Hauptunfallursache bei Unfällen mit Krafträdern ist nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit.

Die Zahl der Schulwegunfälle sank in 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich von 99 auf 70. Die Anzahl der dabei verletzten Schüler verminderte sich von 101 auf 72. Die meisten der Schulkinder (62) wurden "nur" leicht verletzt. Die insgesamt positive Bilanz wird allerdings dadurch getrübt, dass leider ein Kind bei einem Schulwegunfall tödlich verletzt wurde.

Bei den unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) ist sowohl die Gesamtunfallzahl (4137; 2016: 4076) als auch bei den verletzten Personen mit 1149 Verletzten (2016: 1.057) eine negative Entwicklung festzustellen. Rückläufig fällt hingegen der Trend mit 24 getöteten Senioren (2016: 28) bei Verkehrsunfällen aus.

Um ältere Menschen für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren, wird das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auch in diesem Jahr kostenlose Sicherheitskurse für Senioren anbieten. Ebenso bieten auch andere Akteure im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit präventive Tests und Trainingseinheiten für ältere Verkehrsteilnehmer an.

Bei der Risiko-Zielgruppe der "Jungen Erwachsenen" (18 bis 24 Jahre) ist die Gesamtzahl mit insgesamt 3719 Unfällen deutlich rückläufig (2016: 3821). Dabei wurden 1177 Personen verletzte (2016: 1241). Mit zwölf Getöteten (2016: 14) hält die positive Tendenz bei der jüngeren Generation an, wenngleich sie dennoch überproportional am Gesamtunfallaufkommen beteiligt ist. fb/vew