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Mehr Sozialarbeiter für Asylbewerber gefordert

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Mehr professionelle Betreuung der 190 Asylbewerber in den beiden Heimen Grassau und Engelsberg forderte jetzt Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) in der Sitzung des Kreisausschusses. Bislang würden die Asylbewerber nur von ehrenamtlichen Helfern betreut.


Von einer Besuchsrunde Ende März und Gesprächen mit der Regierung von Oberbayern berichtete Sepp Hohlweger, Bündnis 90/Die Grünen. Dabei habe man erfahren, dass das Bayerische Sozialministerium die Sozialarbeit fördere. Jedoch müssten 6000 Euro je Heim aufgebracht werden. In Bayern finde Sozialarbeit »in allen Heimen statt – nur im Landkreis Traunstein nicht«. Hohlweger fügte an, dafür sei der Landkreis jedoch nicht zuständig. Sein Vorschlag: Der Landkreis solle sich beim Ministerium und bei der Regierung von Oberbayern dafür einsetzen, »dass sie ihrer Pflicht nachkommen«. Ein Sozialarbeiter sei das Mindeste. In anderen Bundesländern komme ein Sozialarbeiter auf 70 Asylbewerber.

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Für die FW/UW schloss sich Dr. Lothar Seissiger unter Berufung auf das Konnexitätsprinzip an. Seit Jahren leiste der Landkreis Traunstein bei Asylbewerbern weit mehr als andere Kreise, unterstrich auch Landrat Hermann Steinmaßl und dankte allen in diesem Bereich Tätigen: »Es funktioniert hervorragend. Wir sind ein weltoffener Landkreis.« Die Zuständigkeit liege aber eindeutig beim Freistaat Bayern. Der Landkreistag habe sich schon mehrfach zu dem Thema geäußert.

»Es geht nicht um 6000 Euro. Es geht ums Prinzip«, so Steinmaßl. Der Staat zahle 60 Prozent der Personalkosten, 40 Prozent zahlten die Träger der Heime. Die Sachkosten mit 6000 Euro zu übernehmen, lehnte auch der Landrat rundweg ab. kd