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Mehr Patienten mit Essstörungen

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Traunstein – Deutlich mehr Patienten wurden zuletzt wegen Essstörungen im Landkreis Traunstein stationär behandelt. Laut den aktuellsten Zahlen des Landesamts für Statistik waren es im Jahr 2014 insgesamt 44. Die Zahl ist damit mehr als dreimal so hoch, als noch im Vorjahr. 2013 waren es nämlich nur 14 Fälle.


»Auffällig ist, dass die meisten Patienten weiblich und unter 30 Jahre alt sind«, sagt Markus Neumeier von der Krankenkasse IKK classic. »Die Zahl der Betroffenen dürfte dabei weit höher liegen, denn viele Fälle werden ambulant oder gar nicht behandelt. Viele junge Menschen erkennen von sich aus nicht, dass sie krank sind.«

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Essstörungen sind psychische Erkrankungen, zu denen etwa die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brechsucht (Bulimie) zählen. Charakteristisch für Essstörungen ist ein gestörtes Verhältnis zum Essen sowie zum eigenen Körper, das sich meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter entwickelt.

Mädchen sind doppelt so häufig betroffen

Nach einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Robert Koch-Instituts gibt es bei mehr als 20 Prozent der 11- bis 17-jährigen Jugendlichen Hinweise auf eine Essstörung, Mädchen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Buben.

Neben einer falschen Ernährung können sich auch gesellschaftliche Schlankheitsideale auf das Körperselbstbild der Betroffenen auswirken. »Eine möglichst schlanke Figur wird leider häufig mit Glück und Erfolg gleichgesetzt. Wir müssen frühzeitig handeln, damit Kinder und Jugendliche gar nicht erst falsche Körperideale entwickeln. Bereits im Kindergarten und in der Schule ist es wichtig, ein gesundes Essverhalten zu fördern und Eltern und Erzieher für dieses Thema zu sensibilisieren,« so Neumeier. fb