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Mehr Mitsprachemöglichkeit gefordert

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Der neue Vorstand der Bürgerliste Nußdorf besteht aus dem Vorsitzenden Uwe Kleinert (von links), Stellvertreter Max Eder, Kassierin Margit Eder, Schriftführer Markus Putze und den Beisitzern Steffi Brunner und Hans Dandl.

Nußdorf. Mehr Transparenz und Mitsprachemöglichkeit für die Bürger forderte die Nußdorfer Bürgerliste bei der Präsentation ihrer neuen Vorstandschaft und des vorläufigen Wahlprogramms.


Nach der Gründung vor gut sechs Jahren hatte die BL überraschenden Erfolg bei der Gemeinderatswahl 2008 und brachte Hans Dandl, Max Eder, Hans Posch und Uwe Kleinert in den Gemeinderat. Ihre Mitarbeit war geprägt von den Themen Naturschutz, Kinderfreundlichkeit und Transparenz. Für diese Ziele will auch die neue Führung nach dem Rücktritt von Vorstand Hans Dandl aus persönlichen Gründen wieder eintreten.

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In der Versammlung kritisierte der Stellvertretende Vorsitzende Max Eder die fehlende Mitwirkungsmöglichkeit der Öffentlichkeit durch seines Erachtens unnötiges Verbinden von Belangen öffentlichen Interesses mit privaten Angelegenheiten wie Grunderwerb. Dies werde in anderen Gemeinden vorbildhaft entkoppelt. Man müsse die Bürger stärker einbinden dürfen.

Beisitzerin Steffi Brunner sagte, der Pfarrkindergarten arbeite oft an der Belastungsgrenze ohne ausreichende Unterstützung der Gemeinde. Die Bürgerliste werde sich weiterhin für einen Spielplatz im Zentrum einsetzen. Dass auch Bürgermeister Hans Gnadl dies seinen Herzenswunsch genannt habe, mache Hoffnung. Auch den Jugendlichen müsse mehr Mitwirkungs- und Freizeitmöglichkeit gegeben werden, beispielsweise durch einen Jugendgemeinderat. Die Grundschule müsse am Ort bleiben und mit allen notwendigen Einrichtungen vor allem für den Sportunterricht ausgestattet werden.

Die Diskrepanz bei der Förderung der Jugendarbeit zwischen Musikschule und Sportförderung sprach Schriftführer Markus Putze an. Der Steigerung von 35 000 auf 40 000 Euro Musikförderung für knapp 100 Nußdorfer Kinder in den Jahren 2012 und 2013 stehe die Kürzung der Sportförderung von 17 800 auf 13 750 Euro für über 200 Kinder und Jugendliche im Sportverein gegenüber. Dies solle in eine bessere Balance gebracht werden, auch weil das Geld in der Prävention besser angelegt sei als in der Kinder- und Jugendhilfe.

Vorsitzender und Gemeinderat Uwe Kleinert sprach die hohe Verkehrsbelastung und fehlende Sicherheit im Schulbuswartebereich an. Hierzu sollten Ideen wie Tempobremsen oder Überquerungshilfen gefunden und immer wieder an die Behörden herangetragen werden, um diese zum Handeln zu veranlassen. Niemand dürfe durch Vernachlässigung oder Wegschauen dieser Pflichtaufgabe entbunden sein.

Kassiererin Margit Eder hat die Finanzen der Gemeinde im Auge, wenn sie Erklärungen für hohe Ausgabensteigerungen in der Verwaltung von 150 000 Euro sieht, während relativ geringe Kosten für die Mittagsbetreuung der Grundschulkinder wochenlange Diskussionen erfordern. Auch die nicht unerheblichen Ausgaben für das Leader-Programm sieht sie kritisch hinsichtlich der Tatsache, dass keine konkreten Projekte bekannt seien.

Nebenerwerbslandwirt Max Eder will, dass Nußdorf als gewachsene Bauerngemeinde die Landwirte unterstützt, besonders bei der Eigenvermarktung. Aber auch bei der nachhaltigen Wärmegewinnung solle die Gemeinde die Führung bei innovativen regionalen Energiekonzepten übernehmen oder Lösungen entschlossener unterstützen.

Schließlich regte Markus Putze die bessere Integration von Neubürgern in der Gemeinde an. Da Nußdorf als kleine, eigenständige Landgemeinde keine großen Vorteile im Vergleich zu größeren Städten und Gemeinden in unmittelbarer Nähe bieten könne, wäre es umso wichtiger, Neuankömmlinge durch Empfänge in Zusammenarbeit mit den Vereinen zu integrieren.

Im Rückblick auf die letzten sechs Jahre sagte Gemeinderat Hans Dandl, es habe sich sehr schwierig gestaltet, gegen die Ratsmehrheit mehr Transparenz zu erreichen. So dürfe über viel Erreichtes oder auch Verhindertes immer noch nicht öffentlich gesprochen werden.

Ein weiterer Zuhörer warb für eine »Einheitsliste«, wie beispielsweise in Schleching. Dazu sagte Dandl, dass am Beispiel Unterwössen auch die gegenteilige Tendenz (verschiedene Listen) sichtbar sei. Kleinert ergänzte, die BL sei immer gesprächsbereit, wenn andere Listen und Parteien auf sie zukommen. Die Initiative gehe aber nicht von ihr aus.

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