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Mehr Gästeankünfte und weniger Übernachtungen

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Grabenstätt – Auf ein gutes Jahr blickten die Mitglieder des Verkehrsvereins Grabenstätt im Grabenstätter Hof zurück. Auch wenn die Übernachtungen von 40 558 auf 38 770 zurückgegangen seien, habe man bei den Gästeankünften ein Plus von 1,8 Prozent verzeichnen können, betonte Marion Wagner von der Tourist-Info (TI) Grabenstätt. So stieg die Zahl der Gästeankünfte um 218 auf 12 061. Die Aufenthaltsdauer der Gäste ist aber weiterhin rückläufig.


»2012 hielten sich unsere Gäste durchschnittlich noch 3,5 Tage in Grabenstätt auf, 2013 waren es 3,4 Tage und im Vorjahr nur noch 3,2 Tage«, betonte Wagner. Als »gute Monate« bezeichnete sie den April, den Juni, den Oktober und den November. »Gerade im Juli und August hatten wir leider Einbußen«, bedauerte Wagner und begründete dies unter anderem mit dem »regenreichen Sommer«, unter dem gerade der Campingplatz gelitten habe. Zudem seien Spontanurlauber ausgeblieben. Auch dass zwei Hauptvermieter schließen mussten, habe sich negativ ausgewirkt, so Wagner.

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Mit 19,9 Prozent sei der größte Teil der Gäste wieder aus Bayern gekommen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (13,3 Prozent) und Baden-Württemberg (12,7 Prozent). Der Anteil der ausländischen Gäste aus Holland, Österreich, der Schweiz und Dänemark habe bei 17 Prozent gelegen, so Wagner. Derzeit habe man 42 Gastgeberbetriebe mit 304 Betten. Im Jahr zuvor seien es noch 342 Betten gewesen. Die Zahlen der Gästebetten und der Privatvermieter gehen leider kontinuierlich zurück.

Achental-Card war nicht mehr rentabel

Die touristische Hauptwerbung laufe Wagner zufolge nach wie vor über den Chiemgau-Tourismus, mit der Werbegemeinschaft »6 am Chiemsee« und auch mit dem Waginger See, sofern es ein Seen-Thema betreffe. Auch beim Ökomodell Achental sei die Gemeinde unter anderem aus touristischer Sicht Mitglied. In der sogenannten Tourismuswerkstatt werde hier ein gemeinsames Tourismusprofil erarbeitet. Von der Achental-Card habe man sich leider verabschieden müssen, da sie »nicht mehr rentabel gewesen« sei, bedauerte Wagner.

Gut funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Chiemsee-Alpenland. »Wichtig ist uns immer die Gastsicht und auf die Marke 'Chiemsee' wollen wir auf keinen Fall verzichten«, betonte die TI-Chefin. Nach der Auflösung des Tourismus München-Oberbayern gebe es mit dem neu gegründeten TOM – Tourismus Oberbayern-München – nun einen neuen Verband. Dessen Geschäftsführer Ossi Pehel komme aus Grabenstätt und werde »die Chiemgauer Interessen gut vertreten«, so Wagner.

Als touristische Schwerpunkte nannte sie das Römermuseum, die Chiemgau-Impakt-Dauerausstellung, die drei Bauernmärkte, den Chiemsee-Triathlon, den neu konzipierten Chiemsee-Reggae-Summer, das Kinderferienprogramm, die historische Dorfwanderung mit Ortsheimatpfleger Gustl Lex, geführte Naturwanderungen und eine Vielzahl an Wander- und Radwegen, die sehr gut angenommenen Naturbeobachtungsstationen in Hagenau und in der Hirschauer Bucht, Langlaufloipen sowie eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen. Bewährt haben sich auch die Chiemsee-Ringlinie und die Achental-Buslinie, an der sich Grabenstätt 2014 erstmals beteiligte.

Von einem »ganz normalen Jahr ohne Aufregungen und Hochwasser«, sprach die Vorsitzende des Verkehrsvereins, Bärbel Schuster. Der bedauerliche Rückgang der Privatvermieter sei nicht unaufhaltsam. »Die Gäste schätzen nach wie vor unser kleines, aber feines, authentisches bairisches Dorf, wo es eben keine großen Bettenburgen gebe und wo in den Gaststätten noch Bairisch gesprochen werde«, so Schuster. Derzeit habe der Verkehrsverein 84 Mitglieder. Die aktiven Vermieter trügen mit dem »Bettenzehnerl« rund 1400 Euro in die Vereinskasse. Damit man auch in Zukunft von der Gemeinde die Daten der Übernachtungen erhalte, brauche man die Einverständniserklärungen der Vermieter. Ansonsten würde mit der Berechnung des Bettenzehnerls »unsere wichtigste Einnahmequelle wegbrechen«, gab Schuster zu bedenken.

Der mit Unterstützung des Chiemgau-Tourismus gegründete neue Verein »Private Gastgeber im Chiemgau«, über den dessen Zweiter Vorsitzender Klaus Gimpl informierte, wolle gerade den Kleinvermietern und jenen, die es werden wollen, beistehen. Finanziell unterstütze der Verkehrsverein weiterhin den Genuss der Natur, stellte Schuster klar. Die Vorsitzende verwies hier auf die geführten Vogelbeobachtungen ins Achendelta oder in die Hirschauer Bucht sowie auf die vielen Bänke. Gleiches gelte für die Führungen zur Irisblüte oder um den Osterbuchberg.

Der Festabend findet am 24. Juli statt

Zufriedenstellende Zahlen vermeldete Kassier Martin Gries. Abschließend erinnerte Schuster an das 125. Gründungsjubiläum, das der Verkehrsverein heuer feiere. Dazu werde es am 24. Juli einen Festabend geben. Zudem widme man sich vom 17. Juli bis 2. August in einer Ausstellung der langen Tradition der Gästearbeit in Grabenstätt. Jeder Bürger könne dazu seinen Beitrag leisten, indem er beispielsweise alte Fotos, Werbematerial, Prospekte, Gästebücher und Raritäten aus der Vermietung zur Verfügung stelle, so Schuster. Zum Jubiläum soll es auch einen Kalender und spezielle naturkundliche Führungen geben. mmü