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Mehr Gäste und mehr Übernachtungen

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Unterwössen. Auf dem rechten Weg sieht die Leiterin der Touristinformation Oberwössen und Geschäftsführerin im dortigen Verkehrsverein, Uschi Grünbacher, den Oberwössner Tourismus. »Ich darf heute dank euren Engagements über ein sehr positives Jahr berichten«, begann sie ihren Bericht bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Sonnenbichl.


Weniger Camper in Oberwössen

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Oberwössen konnte im Jahr 2013 einen Zuwachs von 10,02 Prozent bei den Gästezahlen und ein Plus bei den Übernachtungen von 3,7 Prozent verzeichnen. Allerdings bestätigt sich damit weiterhin, dass die Aufenthaltsdauer sinkt: auf jetzt nur noch 5,9 Tage. Schon Oberwössen und Unterwössen zusammengefasst sieht anders aus: ein Plus von 5,29 Prozent bei den Gästen, aber ein Minus von 1,25 Prozent bei den Übernachtungen. Einen starken Zuwachs verzeichnete Grünbacher bei den Hotels, Gästehäusern und Privatvermietern, während Bauernhöfe und der Campingplatz in Oberwössen abfallen.

In Unterwössen haben dagegen neben den Hotels gerade die Bauernhöfe zugelegt. Im Vergleich der Zahlen der letzten fünf Jahre sieht Grünbacher für Oberwössen eine leichte Erholung. Damit setzt sich dieser Ort vom wieder leichten Abwärtstrend in den Nachbargemeinden ab. Grünbacher schreibt das der »Herzlichkeit engagierter Vermieter« zu und sieht den Beleg dafür in den 63 Gästeehrungen des Jahres 2013.

Der Wermutstropfen ist, dass sich der Erfolg versprechende Trend in den ersten drei Monaten dieses Jahres nicht gehalten hat. Der warme Winter und der späte Ostertermin hätten eine schwache Wintersaison 2014 beschert, sagte Grünbacher.

Durch alle Berichte der Jahreshauptversammlung ging, dass sich das Wanderangebot um den Führer Thomas Heim sehr bewährt hat. Der Verkehrsverein weitet das Angebot dieses Jahr auf sechs (zuletzt vier) geführte Touren aus.

Sehr gut kam bei allen Zuhörern auch das Engagement der Tourist-Informationsleiterin Grünbacher an. 95 Prozent aller Oberwössner Wanderwege und Schilderstandorte hat sie in ihrer Freizeit abgewandert und mit dem GPS die Strecken und Standorte erfasst. Auf 154 Kilometer, 6897 Höhenmeter bemisst sich ihre Anstrengung auf der Suche nach Schilderstandorten für die neue Wanderwegebeschilderung und Daten für ein Internetportal mit dem Tourenangebot dieser Region. Das wird in die Seiten des Chiemgau-Tourismus und die Unterwössner Homepage eingebunden werden.

Grünbacher freute sich über die Folgeklassifizierung von 52 Ferienwohnungen und fünf Privatzimmervermietern in der Gemeinde Unterwössen. Acht Mal vier Sterne und vier Mal fünf Sterne waren darunter. Dass alle Privatzimmervermieter drei Sterne erhielten, belegt nach Grünbacher einen guten bis sehr guten Standard der Unterkünfte.

Loipe nur eine Woche offen

In seinem Jahresbericht bedauerte Vorstand Lorenz Plenk den schwachen Winter. Von dem einen oder anderen Einzeltag einmal abgesehen, habe das Oberwössner Loipenangebot nur eine Woche bestanden. Erfreuliche Kehrseite sei, dass der Loipen- und Wanderwegepflegezuschuss der Gemeinde damit nicht aufgebraucht werde. Da werde 2014 das Minus der Vorjahre decken.

Der Verkehrsverein hat sich für diesen Sommer wieder die Pflege der Wanderwege an verschiedenen Brennpunkten vorgenommen. Zufrieden zeigte sich der Vorstand mit dem Ergebnis des Schneefestes. Auch dieses Jahr lobte er die Helfer im Ort für die Pflege und den Unterhalt der Beete.

Dem schloss sich Bürgermeister Hans Haslreiter an. In der Darstellung der Geschäftsführerin für das Jahr 2013 sah Haslreiter eine »hervorragende Bilanz«. Die Mitgliederversammlung erteilte der Vorstandschaft auf den Kassenbericht einstimmige Entlastung.

Der Chiemgau-Tourismus werbe verstärkt um Wanderer und Radler. Da sei es an der Zeit, meinte Vermieter Herbert Irlinger, die Radweglücke zwischen Oberwössen und Reit im Winkl zu schließen. Er sprach sich aus, Reit im Winkl in die Achentalbuslinie einzubeziehen. Die großen Tourismusorte machten sich unglaubwürdig, wenn die Kleinen die Tourismusangebote wie die Achentalbuslinie trügen, die Großen sich aber dazu finanziell nicht in der Lage sähen. Der Verband, so Irlinger, soll seine Aufgabe darin sehen, die großen Destinationen vom hohen Ross zu holen. Klein und Groß seien unmittelbar aufeinander angewiesen, wenn die kleinen Orte die Tagesgäste brächten. Bürgermeister Haslreiter berichtete, dass man den Gedanken der Radwegeanbindung bereits verfolge. Eine Studie sei in Auftrag gegeben. Auch Schleching suche eine Möglichkeit, sich per Radweg an Kössen anzubinden. lukk