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Waging am See – 97616 Gäste haben der Region um den Waginger und Tachinger See im vergangenen Jahr 568 340 Übernachtungen beschert. Das bedeutet, wie Tourismus-Chefin Eva Gruber bei der Vermieterversammlung im Gasthaus Unterwirt berichtete, ein Plus von 4,3 beziehungsweise 4,9 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Der Anteil der Campingplätze an den Übernachtungszahlen liegt bei knapp 357 000, das sind knapp zwei Drittel. In ihrem eineinhalbstündigen Bericht verkündete Gruber als Neuheit, dass es ab 1. Mai dreimal pro Woche einen Bus von und nach Salzburg geben wird; denn, wie sie meinte, »die Salzburger wollen zu uns zum Baden kommen«.


In der vergangenen Saison gab es erstmals eine direkte Busanbindung von Waging und den Campingplätzen in der Umgebung nach Salzburg und zurück – und das zweimal pro Woche. Da dies besser angenommen wurde als erwartet, will das Busunternehmen Hogger dieses Angebot auf dreimal pro Woche ausweiten.

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Das positive Ergebnis der Gästeentwicklung in der Gesamtregion bedeutet größtenteils auch Zuwächse in den beteiligten Gemeinden Waging am See, Kirchanschöring, Petting, Wonneberg und Fridolfing, Rückgänge sind in Taching und in Tittmoning zu verzeichnen. Dabei sei in Tittmoning der Rückgang von 24 800 auf 21 900 Übernachtungen nicht zuletzt auf den Wegfall des Florianistüberls zurückzuführen, wie Manfred Brzoska erläuterte. In Taching sei man trotz eines leichten Rückgangs der Übernachtungen – von 27 000 auf 26 400 – im Großen und Ganzen zufrieden, wie Jutta Nachlinger feststellte; immerhin seien die Gästeankünfte bei gut 5000 in etwa gleich geblieben. Die weiteren Zahlen: Kirchanschöring - Anstieg von 35 000 auf 45 000 Übernachtungen und von 6500 auf 6900 Gästeankünfte; Petting - geringer Anstieg auf 25 240 Übernachtungen, Gästeankünfte 3708 (fast gleich geblieben); Fridolfing - Anstieg der Übernachtungen von 8552 auf 10 067, Gästeankünfte nicht erfasst; Wonneberg - Anstieg von 18 245 auf 19 858 Übernachtungen und von 6474 auf 7461 Gästeankünfte. Und Waging schließlich kommt auf rund 67000 Gästeankünfte (plus sieben Prozent) und 420 217 Übernachtungen (plus 3,5 Prozent).

Wie schon im Gemeinderat Waging stellte Eva Gruber ausführlich die Aktionen des vergangenen Jahres, die Werbeaktivitäten und die Angebote für die Gäste vor. Unter dem Motto »Jeden Tag ein kleines Abenteuer« bemühen sich die Touristiker um den Waginger See, den Gästen ein reichhaltiges Programm anzubieten: Kräuterwanderungen, Angeln, Bücherhütte, Hofladen-Tour, Cranberry-Pflücken, Glasmanufaktur, Burgbesuch und manch anderes mehr. Offenbar tun Angebote dieser Art ihre Wirkung, waren doch im Bereich Waging im vergangenen Jahr in den Monaten Mai und September Steigerungen zwischen 25 und 89 Prozent registriert worden.

Viele Service-Leistungen würden für die Vermieter angeboten, so Eva Gruber weiter. Dazu gebe es alle vier Wochen ein Rundschreiben mit den neuesten Entwicklungen, und es seien Vermieterstammtische zu aktuellen Themen angeboten worden, die aber bedauerlicherweise nie sehr gut besucht gewesen seien. Die vielen Printmedien vom Gastgeberverzeichnis bis zu den Abenteuertouren kämen sehr gut an; es gebe Tage, an denen bis zu 200 Kataloge an Interessierte verschickt würden. Und mit 185 000 Aufrufen im Internet habe man im vergangenen Jahr ein Plus von 13 Prozent erreicht.

Im Ausblick auf dieses Jahr erwähnte Eva Gruber das neue Biobier »Waginger-See-Hoibe«, eine neu entwickelte Rennrad-Broschüre sowie bayerische und deutsche Turnmeisterschaften in Waging. Bei einem Ganztagestermin soll die Ökomodellregion erlebbar gemacht werden – mit einer geführten Radtour quer durch das ganze Gebiet einschließlich regionaler Verkostungen am 29. Mai.

In der Diskussion machte »Unterwirt« Andreas Kronast noch auf die regelmäßigen Montagskonzerte aufmerksam, die ab Pfingsten am Marktplatz stattfinden, und regte an, ob man nicht auch Tourenvorschläge für Motorradfahrer herausbringen solle. Heinrich Riesemann fragte nach, wie es mit einer Chiemgau-Card aussehe. Dazu gab der Geschäftsführer des Chiemgau-Tourismus, Stephan Semmelmayr, zur Antwort, wenn die Vermieter bereit wären, vom Gast etwa fünf Euro mehr pro Nacht zu verlangen, könnte man eine »perfekte Karte mit allen Angeboten auflegen«. Denn er sei der Meinung, eine solche Karte könne nur als »Vollgas-Lösung« funktionieren, wie es sie in manchen österreichischen Regionen gebe, wo der Gast mit seiner Karte den gesamten Urlaub über sämtliche Angebote beliebig oft kostenlos wahrnehmen könne.

Angesprochen wurde auch eine mögliche »Waginger-See-Karte«. Eine solche scheitere allein schon daran, wie Eva Gruber sagte, dass es in den Gemeinden um den See nicht überall ein elektronisches Meldewesen gebe, was sie auch als »Appell« an die Gemeinden Taching und Petting verstanden wissen wollte; denn an diesen Gemeinde scheitere bisher auch eine gemeinsame Kurkarte, die freien Eintritt in alle Seebäder gewährleisten würde, was Andreas Kronast noch ins Gespräch gebracht hatte: »Das wäre schon mal ein Anfang.« he