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Mehr als 3000 Stunden ehrenamtlich im Einsatz

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Ludwig Peham engagiert sich seit 50 Jahren ehrenamtlich bei der Wasserwacht Tettenhausen. Dafür wurde er jetzt geehrt.

Waging am See. Das Junihochwasser und seine Folgen haben das Jahr der Tettenhausener Wasserwacht geprägt. Darüber berichtete Vorsitzender Christian Klinger bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung. Das Wasser sei deutlich über dem Bodenniveau der Wachhütte gestanden, Schäden am Gebäude und Inventar seien die Folge gewesen. Auch wenn von den Älteren zu hören war, dass das Wasser 1954 noch etwas höher gestanden sein soll, konnte sich keiner an einen vergleichbaren Wasserstand in den vergangenen Jahrzehnten erinnern.


Die lange geplante Sanierung der Liegewiese ließ sich im vergangenen Jahr mit maßgeblicher Unterstützung der Gemeinde Waging und trotz einer weiteren Verschiebung wegen des Hochwassers abschließen. Dabei entstanden eine Uferbefestigung aus Natursteinen und eine kleine Slipanlage für das Ruderboot. Den dafür nötigen Slipwagen hat die Waginger Firma Harbeck Fahrzeugbau gesponsert.

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Der Technische Leiter Fritz Schittenhelm informierte die Versammlung anschließend über die Arbeit der Aktiven Mitglieder im Jahresverlauf. Zwar ist die Sicherstellung des Wachbetriebes während der Badesaison die zentrale Aufgabenstellung, doch darüber hinaus fallen viele weitere, von den Mitgliedern ehrenamtlich geleistete, Stunden an. So wurden in den Bereichen, Fortbildung, Naturschutz, Jugend- und Breitenausbildung und bei diversen Arbeitseinsätzen große Anstrengungen unternommen. In der Summe kamen so im vergangenen Jahr mehr als 3000 Stunden Einsatz für das Gemeinwohl zusammen.

Zusätzlich zu den üblichen Erste-Hilfe–Leistungen im Zusammenhang mit dem Badebetrieb ist die Ortsgruppe auch immer wieder bei Verkehrsunfällen im Bereich der Seebrücke gefordert. Bei landseitigen Außeneinsätzen an schwer zugänglichen Orten im Uferbereich stellt das Motorrettungsboot eine schnelle Erreichbarkeit der Verletzten und somit deren Erstversorgung sicher. Die Ortsgruppe war 2013 zudem an zwei Vermisstensuchen beteiligt, eine davon endete tragisch mit der Bergung der Leiche des Vermissten.

Schwimmkurs für 24 Kinder durchgeführt

Besonders wichtig für einen Ort am See ist auch die Schwimmausbildung der Kinder. Mit hohem zeitlichen Engagement hat Franziska Obermayer einen Kinderschwimmkurs mit 24 Teilnehmern durchgeführt.

Aus finanzieller Sicht besonders erfreulich war eine unerwartete Spende der Deutschen Telekom von rund 3000 Euro. Kassenwartin Monika Winkler konnte auch im Zusammenhang mit der Großspende einen durchaus positiven Kassenstand vermelden, der die Grundlage für anstehende Investitionen sein wird.

Stützpunktleiter Ludwig Peham gab der Versammlung einen Einblick in die Aktivitäten am Stützpunkt Gaden. Es wurde bei rund 388 Wachstunden in fünf Fällen Erste-Hilfe geleistet und Wassersportler geborgen. In Vertretung des Naturschutzwartes folgte Josef Frisch mit dem Bericht zur Arbeit für den Natur- und Gewässerschutz. Besonders im Zusammenhang mit der jährlichen Seeuferreinigung wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Einsatzstunden diesem Bereich gewidmet. Aber auch während des Jahres werden Naturschutzstreifen durchgeführt.

Die zahlreichen Aktivitäten in der Jugendarbeit präsentierte Jugendwartin Elisabeth Straube. Hier werden Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren an die Aufgaben des Rettungsdienstes herangeführt. In den Wintermonaten finden im Schwimmbad Burghausen regelmäßige Schwimm-Trainingsstunden unter fachkundiger Leitung statt. Die älteren Kinder können hier auch ihr Rettungsschwimmerabzeichen erwerben und dann in den Aktiven Dienst wechseln. In zwölf Gruppenstunden während der Sommermonate konnten sich die Mitglieder der Jugendgruppe zum Beispiel mit Erste-Hilfe-Maßnahmen und den dafür notwendigen Gerätschaften vertraut machen. Aber auch spielerische und kreative Elemente standen auf dem Programm.

Den Ausführungen von Ludwig Stief, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Wasserwacht Tettenhausen, war zu entnehmen, dass der Förderverein derzeit aus 21 Mitgliedern besteht. Ziel ist es, Veranstaltungen durchzuführen, bei denen Geld in die Kasse kommt, das dann als Spende der Wasserwacht zugute kommen kann. Das Seefest im vergangenen Jahr war nach Stiefs Aussagen ein finanzieller Erfolg.

Zweiter Bürgermeister Hans Kern hob in seinem Grußwort besonders die erfolgreiche und wichtige Jugendarbeit der Wasserwacht Tettenhausen hervor.

Bei den anschließenden Ehrungen zeigte sich, wie tief die Wasserwacht in der Dorfgemeinschaft verwurzelt ist. Für ihr jahrzehntelanges Engagement konnte eine Reihe von Mitgliedern geehrt werden und erhielt von der Vorstandschaft neben einer Urkunde auch ein kleines Präsent. Besonders hervorzuheben ist hier Ludwig Peham, der es auf mittlerweile 50 Jahre ehrenamtlichen Dienst bringt.