weather-image
26°

Medienführerscheine an Berufsschüler übergeben

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Sie verschafften sich einen Einblick in die praktische Arbeit und die Arbeitsergebnisse aus dem Unterricht zum Medienführerschein (vorne von links): Landrat Siegfried Walch, Stiftungsratsvorsitzender Siegfried Schneider, Staatssekretär Georg Eisenreich und vbw-Geschäftsführer Dr. Christof Prechtl.

Traunstein – Die Stiftung Medienpädagogik Bayern hat den Medienführerschein der allgemeinbildenden Schulen weiter ausgebaut. Erstmals stehen auch Unterrichtseinheiten für Berufliche Schulen zur Verfügung. Die Staatliche Berufsschule II in Traunstein war eine der Pilotschulen.


Staatssekretär Georg Eisenreich vom Bayerischen Kultusministerium, Dr. Christof Prechtl, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Bildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Siegfried Schneider, Vorsitzender des Stiftungsrats Medienpädagogik Bayern und Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, sowie Landrat Siegfried Walch übergaben jetzt in der Kaufmännischen Berufsschule den Schülern die ersten Teilnahmebescheinigungen für den Medienführerschein. Einen Einblick in die praktische Arbeit und die Arbeitsergebnisse aus der Unterrichtseinheit »Kommunikation im Job – Regeln kennenlernen und anwenden« gaben Schüler der 12. Klasse der Verwaltungsfachangestellten von Lehrer Oliver Arnold.

Anzeige

Ursprünglich nur für allgemeinbildende Schulen

Schulleiter Rudolf Geier sprach von einem großen Tag für Berufsschule II und die Region. Der Landkreis Traunstein sei ein großer Verfechter der beruflichen Bildung. Die 12. Klasse für Verwaltungsfachangestellte erhielt nun die Medienführerscheine. »Es ist nicht selbstverständlich, dass die beruflichen Schulen mit dabei sind, denn ursprünglich ist der Medienführerschein nur für die allgemeinbildenden Schulen vorgesehen gewesen«, so Geier. Als Referenzschule für Medienkompetenz müsse sie auf Chancen und Risiken neuer Medien hinweisen und die Berufsschüler für den beruflichen Alltag fit machen. Dazu brauche die Schule gute Lehrer und eine gute Sachausstattung.

Die neuen Medien erfassten alle Lebensbereiche, sagte Landrat Walch. Mit der Berufsschule II in Traunstein als erster Berufsschule in Bayern habe man die richtige Schule ausgewählt. Die Ausbildung sei für die Wirtschaft ganz wichtig. Walch dankte Oliver Arnold für seinen Einsatz und dafür, dass er dieses Projekt in Angriff genommen habe.

Staatssekretär Eisenreich sagte, die Digitalisierung und die Medien veränderten die Welt. Die Schulen hätten die Aufgabe, die Schüler auf diese Welt vorzubereiten. Neben Rechnen, Schreiben und Lesen sei der Umgang mit den neuen Medien die vierte Kernkompe-tenz. Seit über fünf Jahren sei man in Bayern an Grund-, Mittel- und Realschulen sowie an den Gymnasien sehr erfolgreich.

»Jetzt erweitern wir das kostenlose Angebot auf die beruflichen Schulen, denn auch im beruflichen Umfeld wird der routinierte Umgang mit der Digitalisierung mehr und mehr zur Kernkompetenz.« Er sei wesentliche Voraussetzung dafür, sich in Gesellschaft und Beruf verantwortungsbewusst und selbstbestimmt bewegen zu können.

Medienkompetenz sei in nahezu allen Ausbildungsbereichen und Berufsfeldern eine wichtige Schlüsselqualifikation, meinte vbw-Geschäftsführer Prechtl. Deshalb sei sein Verband gerne beim Medienführerschein mit eingestiegen. Abitur und Studium seien nicht das allein Seligmachende. Auch die berufliche Bildung sei sehr wichtig. »Wer für die Duale Ausbildung steht, der muss auch in den Berufsschulen die Medienkompetenz institutionalisieren.« Gut vorbereitete Lehrer könnten Berufsschülern die Optionen mitgeben, die sie im Betrieb verwenden könnten.

Alle Materialien seien passgenau von der Stiftung Medienpädagogik Bayern entwickelt worden und berücksichtigten die Lehr- und Bildungspläne, sagte Stiftungsratsvorsitzender Schneider. Wichtig seien die Rückmeldungen der Pilotschulen, damit die Stiftung richtig konzipieren könne. Die Lehrer sollten mitreden und Ideen einbringen. Wichtig sei, zu erkennen, wie man mit Kommunikation und sozialen Medien umgehe.

Schneiders lobte die Berufsschule, weil sie das Projekt ermöglicht habe. »Wir warten jetzt auf die Rückmeldungen, denn der Medienführerschein ist nicht statisch ausgelegt.« Ziel sei, dass junge Menschen die Thematik aufsaugten. Bjr