Maximilian und Maria sind am beliebtesten

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Maria und Maximilian bleiben an der Spitze. Bei den im Klinikum Traunstein geborenen Mädchen hat es das leicht abgewandelte Marie auf Platz zwei geschafft, Felix rangiert bei den Buben auf dem zweiten Platz. (Foto: Schwaiger)

Traunstein – Maximilian war auch im vergangenen Jahr der beliebteste Vorname bei Buben, die im Klinikum Traunstein zur Welt kamen. Bei den Mädchen beurkundete das Standesamt Traunstein den Vornamen Maria am öftesten. Das geht aus der Jahresstatistik hervor, die das Standesamt Traunstein dem Traunsteiner Tagblatt zur Verfügung gestellt hat.


1548 Geburten wurden im vergangenen Jahr in Traunstein beurkundet, berichtete der Leiter des Traunsteiner Standesamts, Arnold Peresich, gestern in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Im Klinikum Traunstein sind im vergangenen Jahr 1536 Kinder zur Welt gekommen. Die Differenz zur Zahl der beurkundeten Geburten ergibt sich daraus, dass Kinder, die kurz vor dem Jahreswechsel auf die Welt kamen, erst in den ersten Januartagen beurkundet werden. Im Vergleich zu 2013 kamen im Klinikum Traunstein über elf Prozent mehr Kinder zur Welt.

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Florian schaffte es wieder unter die ersten Zehn

Bei den männlichen Vornamen blieb in Traunstein erneut Maximilian mit 47 Nennungen der beliebteste. Bundesweit rangiert dieser Vorname nur auf Rang elf. Von Platz vier auf Platz zwei in der Beliebtheitsskala vorgerückt ist in Traunstein Felix, der deutschlandweit auf Platz zwölf rangiert.

Im Vergleich zum Jahr 2013 schaffte es nur ein einziger Bubenname neu in die ersten Zehn: Florian, ein Name, der im Jahr davor noch auf einem Platz jenseits der 20 zu finden war. Woher die plötzlich so stark gestiegene Beliebtheit dieses Namens kommt, ist nicht bekannt. Neben den bereits genannten Namen sind in der Traunsteiner Statistik unter den ersten Zehn noch Sebastian, Michael, Johannes, Simon, Jakob und Elias. Es überwiegen also eher traditionelle Vornamen.

Betrachtet man die bundesweite Statistik, so sieht es ganz anders aus. Bereits im vierten Jahr in Folge war 2014 der Vorname Ben am beliebtesten. Auf Platz zwei folgen Luis bzw. Louis vor Paul, Lukas und Jonas, Leon, Finn/Fynn, Noah und Elias.

Vergeblich sucht man in der bundesweiten Statistik unter den ersten 50 Mädchennamen nach Maria. Auf Platz eins in Deutschland rangiert Mia vor Emma. In Traunstein dagegen behauptete der Name Maria seinen ersten Platz aus dem Jahr davor. Und auf Platz zwei folgt wie 2014 der Name leicht abgewandelt als Marie. Bundesweit liegt Marie auf Platz zehn. Auf den ersten zehn Plätzen blieben sich in Traunstein die Vornamen Magdalena, Sophie, Anna und Sophia. Aufgerückt in die ersten zehn sind die Namen Franziska, Emilia und Laura. Sie haben Emma, Luisa und Johanna verdrängt. Den größten Sprung nach vorne von Rang 22 auf Platz acht in der Beliebtheitsskala machte der Name Franziska.

Wie sehr Vornamen über die Jahrzehnte aus der Mode kommen können, beweist ein Blick ans Ende der Statistik. Mit jeweils nur einer Nennung rangieren am Ende der Liste einst so beliebte Vornamen wie Wilhelm und Walter, Stephan und Siegfried, Otto und Oskar, Manfred, Hubert, Heinz und Helmuth. Aus der Mode gekommen sind auch der Franz-Xaver, der Joseph, der Albert und der Artur.

Von Agenor bis Oluwatunmi

Dafür tauchen in der Traunsteiner Statistik Namen auf, die für uns völlig fremd klingen. Zuwanderer, Asylanten und Asylbewerber geben ihren Kindern traditionelle Namen aus ihren Heimatländern. Hier eine kleine Auswahl: Agenor, Argjend, Chidiebere, Fevzi, Ikponwasa, Ivaylow, Nwachukwu, Oluwatunmi...

Beim Blick ans Ende der Statistik bei den Mädchennamen fallen ebenfalls einige auf, die einmal sehr beliebt und geläufig waren, im vergangenen Jahr aber nur jeweils einmal gewählt wurden: Angela und Angelika, Barbara und Beatrix, Carola, Christine und Christa, Kathrin und Kerstin, Manuela und Marion. Dafür tauchen für uns fremdländisch klingende Mädchennamen auf wie: Aaliyah, Aoife, Awuli-Olise, Glikeria, Idemusia und Piama.

Früher wurde in fast jedem Standesamt streng geprüft, ob ein Vorname auch tatsächlich zulässig ist. Ältere Leser werden sich vielleicht noch daran erinnern, als 1983 ein Paar in Rheinland-Pfalz sein Kind Pumuckl nennen wollte. Der Standesbeamte lehnte ab; vor Gericht bekamen die Eltern jedoch recht. Der Streit um Pumuckl belegte damals einen Trend: Immer öfter mussten Gerichte entscheiden, weil Eltern auf ihrer Namenswahl bestanden – und mag die noch so verrückt gewesen sein.

Heute kann man im Internet lesen, es handle sich bei Pumuckl um die bayerische Koseform von Nepomuk. Der Internet-Nachrichtendienst ShortNews zum Beispiel berichtet, Mädchen dürften Fanta oder Pepsi-Carola genannt werden. Es gebe aber auch Grenzen. Verboten seien demnach die Namen Atomfried, Bierstübl und Pfefferminze.

Arnold Peresich muss die Zulässigkeit von Vornamen auch prüfen, bevor er sie im Standesamt Traunstein beurkundet. Es ist zwar Routine, aber manchmal gar nicht so einfach, zum Beispiel einen Vornamen zu verifizieren, den Zuwanderer aus Nigeria ihrem Kind geben wollen. »Aber heute wird alles etwas liberaler gehandhabt als früher«, räumt der Standesbeamte ein. Klaus Oberkandler

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