weather-image
-2°

Max-Fürst-Preis an Tyrena Ullrich verliehen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Tyrena Ullrich erhielt den Max-Fürst-Preis des Historischen Vereins. Die Übergabe vollzogen (von links) Beirat Dr. Alfred Kotter, Vereinsvorsitzender Hans Helmberger und Franz Demmelmair von den Adelholzener Alpenquellen. (Foto: Buthke)

Traunstein. Der Max-Fürst-Preis, den der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein seit 2002 jährlich verleiht, ist zum ersten Mal an eine Frau gegangen: Die Leiterin des Museums Glockenschmiede in Ruhpolding, Tyrena Ullrich, hat die Auszeichnung bei einem Festakt im Traunsteiner Ratssaal bekommen. Sie konnte den Preis aus den Händen von Vorsitzenden Hans Helmberger und Beirat Dr. Alfred Kotter sowie Franz Demmelmair von den Adelholzener Alpenquellen – sie statten den Preis mit einem namhaften Geldbetrag aus – entgegen nehmen.


In seiner Laudatio würdigte der Kunsthistoriker Dr. Kilian Kreilinger die Leistung der Preisträgerin für das überregional bedeutsame Museum Glockenschmiede: »Tyrena Ullrich hat die Restaurierung ihres Erbes zur Lebensaufgabe gemacht und führt den Besuchern ein altes Handwerk vor Augen«, würdigte Kreilinger ihre denkmalpflegerische Leistung und ihre Fürsorge, die sie dem Gebäude angedeihen lässt. Beim Museum Glockenschmiede handele es sich um einen Familienbetrieb, der nicht aus Tradition, sondern aus Freude zusammenhalte, so Kreilinger weiter. »Die Geschichte der Glockenschmiede kann weiter geschrieben werden, weil die nächste Generation schon bereitsteht.«

Anzeige

Beirat Dr. Kotter blieb es wiederum vorbehalten, die Jugendpreisträger und ihre Arbeiten vorzustellen. Unter den Bedingungen der reformierten Oberstufe des G 8 würden vermehrt Gruppenprojekte eingereicht, sagte er. Zwei Gruppen wurden mit dem Max-Fürst-Jugendpreis ausgezeichnet. Die Schüler eines P-Seminars des Chiemgau-Gymnasiums Traunstein richteten im Auftrag der Stadtwerke Traunstein im ehemaligen Eisenhammer (Unterwerk I) ein Museum über die Geschichte des Gebäudes, die Entwicklung der Wasserkraft im Landkreis und die weltweite Bedeutung der Wasserkraft ein. Die Schüler verwirklichten damit ein Museumskonzept, das bereits ein anderes P-Seminar zuvor erstellt hatte.

Nicht weniger hervorzuheben sei die Leistung von Schülern der Reiffenstuel-Realschule Traunstein mit der Ausstellung zum Thema »100 Jahre Prinz-Ludwig-Heim«. Kotter stellte auch gleich die Verknüpfung her: Die Reiffenstuel-Realschule steht auf dem Areal, auf dem sich das ehemalige Kaufmanns-Erholungsheim, spätere Lazarett und Stadtkrankenhaus früher einmal befand.

Einen Anerkennungspreis erhielt das P-Seminar des Annette-Kolb-Gymnasiums, das sich intensiv mit »Formen der Propaganda in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts« auseinandergesetzt und die Ergebnisse in einer Ausstellung im Traunsteiner Heimathaus präsentiert hat. Als einzige »Einzelkämpferin« im Wettstreit mit den P-Seminaren bekam Fiona Haslett vom Landschulheim Marquartstein einen Anerkennungspreis. Sie hat sich mit dem Thema »Lawinen im Achental« beschäftigt.

Den Max-Fürst-Jugendpreis, für den Landrat Hermann Steinmaßl vor einigen Jahren die Trägerschaft übernommen hat, nannte sein Stellvertreter Sepp Konhäuser ein gutes Beispiel, um das Interesse der Jugend an der Heimatgeschichte zu wecken. »Denn es ist wichtig, junge Menschen an dieses Thema heranzuführen.«

Konhäuser betonte, dass der Erhalt der Glockenschmiede in Ruhpolding auch dem Landkreis am Herzen liege. Der erstmals 1646 erwähnte Betrieb gehöre zu den wenigen noch bestehenden Hammerschmieden in Bayern und sei heute ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein beeindruckender Zeuge ei-ner vergangenen Handwerkstradition, so Konhäuser. 1958 sei der Betrieb eingestellt worden.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke erinnerte an den Namensgeber Max Fürst, der als bedeutender Traunsteiner Kunstmaler in ganz Oberbayern gefragt und zudem als Heimatforscher im Chiemgau tätig gewesen sei. So habe er beispielsweise die Deckenfresken in der St. Oswaldkirche geschaffen und die Kirchengeschichte von St. Oswald verfasst. Der Max-Fürst-Preis sei für Menschen gedacht, die sich mit der Heimatgeschichte befassen oder Ausstellungen und Museen betreuen. Tyrena Ullrich setze sich vorbildlich und mit viel Einsatz für den Erhalt der Glockenschmiede in Brand ein und vermittle einen Einblick in ein traditionsreiches Handwerk.

Die musikalische Gestaltung der Feierstunde übernahmen Hannah Unterreitmeier (Klavier) und Annamaria Schuhböck (Klarinette); sie haben auf Bundesebene bei dem Wettbewerb »Jugend musiziert« den dritten Platz belegt. Bjr