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Matthias Stöger macht weiter

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Für seine ehrenamtliche Tätigkeit seit 25 Jahren als Vorstand des Wasserbeschaffungsverbands wurde Matthias Stöger (rechts) von Bürgermeister Marc Nitschke geehrt. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Wichtige Themen standen an in der mit nur rund 40 Mitgliedern dünn besuchten jährlichen Ausschusssitzung des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) im Gasthof Sonnenhof in Übersee.


Bei den Neuwahlen wurde nahezu die gesamte Vorstandschaft um Matthias Stöger in ihren Ämtern bestätigt. Zu den positiven Aspekten zählte eine Steigerung der Mitgliederzahlen auf 1337, eine gute Wasserqualität und ein einstimmig verabschiedeter Haushalt 2017. Negative Akzente setzen die erforderliche Sanierung des Hochbehälters und das noch immer nicht abgeschlossene Verfahren zur Ausweisung des Wasserschutzgebiets Aumühle beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein.

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Hochbehälter wird ab Herbst saniert

In seinem Rückblick ging Vorstand Matthias Stöger noch einmal auf die im vergangenen November unumgänglich gewordene Erhöhung der Wasserverbrauchsgebühren von 0,7 auf 0,9 Euro pro Kubikmeter ab Januar ein. Der Grund war unter anderem die dringende Sanierung des seit 1983 betriebenen Hochbehälters. Laut Stöger sollen die entsprechenden Maßnahmen nun im Herbst beginnen und etwa zwei Jahre dauern. Um die notwendigen Kosten schultern zu können, habe man zusätzlich ein Darlehen von 450 000 Euro mit einem günstigen Zinssatz aufgenommen, das bei Bedarf abgerufen werden könne.

In Sachen Neuausweisung des Trinkwasserschutzgebiets für den Brunnen III bei Aumühle konnte Stöger nach dem jüngsten Erörterungstermin im vergangenen November im Landratsamt noch keine Neuigkeiten verkünden. In seinen Augen gibt es nur zwei Lösungsmöglichkeiten. Entweder man schafft ein Schutzgebiet mit allen Konsequenzen oder man gibt den Brunnen auf. Im letzten Fall stünde die Trinkwasserversorgung von Übersee auf den Spiel, »denn es gibt keine Nachbargemeinde, die uns mitversorgen könnte«.

Feldwieser Straße ist das größte Bauprojekt

Auf die umfangreichen Unterhaltungsarbeiten und Baumaßnahmen im vergangenen Jahr ging Geschäftsführer Winfried Hannappel in seinem Tätigkeitsbericht ein. Auf der Agenda standen allein 288 Wasserzählerwechsel sowie Reparaturen am Leitungsnetz und an Hausanschlüssen, Rohrbrüche und Pflegemaßnahmen.

Das größte Projekt an Baumaßnahmen sei 2016 bis zum vergangenen Monat die Feldwieser Straße mit insgesamt über 1300 Meter Hauptleitungen und fünf Hydranten gewesen. Für heuer seien nach seinen Worten dort noch 40 Hausanschlüsse und 350 Meter an Hauptleitungen zu bewältigen.

Weiterhin sind laut Hannappel in Aumühle und Bachham zusammen über 333 000 Kubikmeter Wasser gefördert und davon 303 000 Kubikmeter verkauft worden, und zwar mit einem vergleichsweise geringen Wasserverlust von 5,61 Prozent. Im Jahr 2010 hatte man noch Verlustzahlen von 13,42 Prozent hinnehmen müssen.

Für Trinkwasser-Untersuchungen hatte man 44 Proben entnommen, die keinerlei Beanstandungen ergaben. Auch die in den Medien immer wieder beschworenen gefährlichen Nitrit-Belastungen seien nach Aussagen des Geschäftsführers für Übersee kein Thema. Die durchaus vorhandenen Gefahren durch diffuse Nährstoffeinträge aus stickstoffhaltigen Düngemitteln könnten vermieden werden, wenn sie standort- und nutzungsgerecht ausgebracht werden, meinte der WBV-Geschäftsführer.

Wie Hannappel informierte, wies der steuerliche Jahresabschluss 2016 einen Verlust von rund 43 000 Euro auf. Der Haushaltsplan für 2017 ist mit 430 000 Euro um rund 20 000 Euro niedriger angesetzt worden als das Ergebnis von 2016.

Ausweisung des Schutzgebiets Aumühle?

Bei den Neuwahlen kandidierte der seit 25 amtierende Vorsteher Matthias Stöger ein weiteres Mal. Er rechne in den nächsten fünf Jahren endlich mit der Ausweisung des seit 20 Jahren umkämpften Schutzgebiets Aumühle und dann wolle er dabei sein, so seine Begründung. Er wurde ebenso einstimmig wiedergewählt wie sein Stellvertreter seit 20 Jahren, Peter Stöger. Beisitzer wurden Hans Stein, Sebastian Buchstaller, Vitz Brandstetter, Sepp Stecher und Hans Mitterer. bvd