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Maßarbeit im Chiemgau

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An einer Presse wurde gestern per Knopfdruck der neue Inklusionsbetrieb »Chiemgau Maßarbeit GmbH« der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten (CLW) in Oderberg symbolisch in Betrieb genommen. Unser Foto zeigt den Metall-Bereichsleiter Alfred Biebl (von links), CLW- und »Maßarbeit«-Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczy, Betriebsleiter Jürgen Sterr und Landrat Siegfried Walch. (Foto: Rasch)

Traunreut – Das neue Betriebsgebäude der Chiemgau-Maßarbeit-GmbH wurde gestern im Beisein zahlreicher Gästen im Oderberger Gewerbegebiet eröffnet.


Der symbolische Startschuss wurde per Knopfdruck an einer 160-Tonnen-Pressmaschine vorgenommen. »Ich bin froh, dankbar und stolz auf das Projekt, das der ganzen Region einen guten Dienst erweist«, lobte Landrat Siegfried Walch den hochmodernen und zeitgemäßen Inklusionsbetrieb. Die jüngste Tochter der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten (CLW) bietet Menschen mit und ohne Handicap vollwertige Arbeitsplätze in den Bereichen Metallfertigung/Werkzeugbau, Holzverarbeitung und Garten- und Landschaftsbau. Gerade in der heutigen Zeit sei die Einrichtung für die Region entscheidend, betonte Walch. Nicht jeder Mensch könne das dynamische Tempo mitgehen.

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Der Aufsichtsratsvorsitzende der CLW, Josef Schärtl, verschwieg nicht, dass man mit diesem Projekt Neuland betreten habe, äußerte sich aber zuversichtlich, den angetretenen Weg erfolgreich gestalten zu können. Er lobte die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team und richtete einen Dank an die Förderer des vier Millionen-Euro-Projekts: Die Aktion Mensch, die Heidenhain-Stiftung und das Integrationsamt haben das Projekt mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Im Oktober letzten Jahres war der erste Spatenstich für das Gebäude an der Heinrich-Hertz-Straße in Traunreut-Oderberg gesetzt worden. In den darauffolgenden zwölf Monaten entstand auf dem knapp 2800 Quadratmeter großen Grundstück ein 58 mal 16 Meter großes, barrierefreies Gebäude mit einer Gebäudefläche von fast 940 Quadratmetern, mit zwei Geschoßen und einer Teilunterkellerung.

»Inklusion ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein Menschenrecht, verknüpft mit Anspruch, etwa auf Freiheit und Gleichberechtigung,« räumte Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczy ein. Inklusion heiße auch, dass alle natürlich dazu gehören. Mit diesem Projekt wolle die CLW besonders den Menschen eine Beschäftigung ermöglichen, die für die Behindertenwerkstätten zu stark, wegen ihrer Beeinträchtigungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt jedoch schwer vermittelbar seien.

Durch die nur wenige Meter entfernte Lebenshilfe-Werkstätte in Oderberg könne man sich nun besser auf die von den Kunden gewünschten Produktionsprozesse einstellen und damit auch die Fertigungsabläufe der »Maßarbeit« optimieren. Maczeiczyk betonte auch, dass man sich als Wirtschaftsbetrieb auch der Konkurrenz stellen müsse. Deshalb sei es sehr wichtig, für die Kunden vielfach attraktiv zu sein. So müsse vor allem qualitativ hochwertig gearbeitet werden und zwar in jedem Bereich.

Im Moment sind 14 Mitarbeiter beschäftigt. Langfristig sollen in dem gemeinnützigen Inklusionsbetrieb 30 Menschen einen Arbeitsplatz finden. Die Betriebsleitung der Chiemgau-Maßarbeit wurde Jürgen Sterr übertragen, einem in der Inklusionsarbeit erfahrenen Mitarbeiter.

Glückwünsche übermittelten der Vertreter der Stadt Traunreut, Wirtschaftsreferent Konrad Blank und der Vertreter der Agentur für Arbeit Traunstein, Frank Nickel. Menschen mit einer Behinderung auf Augenhöhe zu begegnen, lautete das Credo von Pfarrerin Dorothea Marien und Pastoralreferentin Dr. Melanie Lüking. »Wir sollten Menschen mit einem Handicap mit großem Respekt und ohne mitleidiges Gehabe begegnen«, forderte Marien die Gäste auf. Jesus sei ein Vorbild der Inklusion gewesen. Er habe nie einen Unterschied zwischen den Menschen gemacht. ga

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