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Traunsteiner Vereinigung präsentierte Zahlen für das vergangene Jahr und zog Bilanz

Maschinenring: Umsatz von 9,5 Millionen Euro

Für Hermann Steinmaßl (vorne) war die Mitgliederversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Traunstein die letzte in seiner Eigenschaft als Landrat. Zum Abschied überreichten ihm Raphael Röckenwagner (hinten von links), Franz Gruber und Matthias Untermayer einen Liegestuhl und Geschenkkorb. (Foto: Rasch)

Traunreut. Die Landwirtschaft hat in den vergangenen 50 Jahren einen gigantischen Strukturwandel erfahren. Ohne ausreichende Erträge oder eine rentable Einkommenskombination fehlt gerade kleinen Betrieben oftmals die Existenzgrundlage. Für Landrat Hermann Steinmaßl heißt eine Antwort auf den Wandel: Maschinen- und Betriebshilfsring. Die Selbsthilfeeinrichtung sei eine starke Stütze für die bäuerliche Landwirtschaft, betonte Steinmaßl bei der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings (MR) Traunstein im k1 in Traunreut.


Für Steinmaßl war es die letzte MR-Versammlung in seiner Eigenschaft als Landkreischef. Er forderte die Vertreter der Versammlung auf, im Sinne eines lebenswerten Landkreises die bisher geleistete Arbeit in gut bewährter Form fortzusetzen. Er teilte auch mit, dass der diesjährige Zuschuss seitens des Landkreises in Höhe von 5300 Euro gesichert sei. Damit der scheidende Landkreischef »seinen« Landkreis in aller Ruhe und Gemütlichkeit betrachten kann, überreichte ihm der Vorsitzende der MR-Anbietergemeinschaft »Urlaub auf dem Bauernhof im Chiemgau«, Matthias Untermayer, einen Liegestuhl. Dazu gab´s vom MR-Vorsitzende Franz Gruber noch eine »Wegzehrung« in Form von regionalen Produkten.

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Wie dem Bericht des Geschäftsführers Raphael Röckenwagner zu entnehmen war, kann der MR wieder auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken. Insgesamt ließen sich 9,5 Millionen Euro umsetzen. Im Vergleich zum Vorjahr (9,7 Millionen Euro) sei aber ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Bei der klassischen Maschinenarbeit und bei der Betriebshilfe wurden 5,6 Millionen umgesetzt. Nach wie vor lag die Futterernte mit über 50 Prozent an der Spitze, gefolgt von der Betriebshilfe, bei der knapp 60 000 Stunden vermittelt werden konnten. Allein im sozialen Bereich – bei der Vermittlung von Arbeitskräften, die in sozialen Notfällen aushelfen – seien rund 100 Betriebshelfer bei über 490 Einsätzen knapp 40 000 Stunden lang im Einsatz gewesen, betonte Röckenwagner.

Maschinenring-Tochter stark in erneuerbaren Energien

Davon beeindruckt war auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Die Betriebshilfe ermögliche den Bauern auch einen wohlverdienten Urlaub und sorge währenddessen für ein gutes Klima am Hof, sagte sie. Lobend erwähnte sie auch den Einsatz der erneuerbaren Energien durch die GmbH.

Neben dem Kerngeschäft – Grünflächenpflege, Forstarbeiten sowie Kommunal- und Winterdienstarbeiten – berät die GmbH Interessenten von Photovoltaik-Anlagen und beliefert sie auch mit hochwertigen PV-Anlagen. Die gewerbliche MR-Tochter konnte durch die zuverlässige Arbeit von über 260 Landwirten einen Umsatz von 1,7 Millionen erzielen. Der Umsatz bei der Strom-Landenergie – der MR tritt als freier Stromanbieter für seine Mitglieder auf – lag bei 750 000 Euro und die MR-Tochter »Urlaub auf dem Bauernhof« (UaB) rechnet mit einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro. Die genauen Zahlen werden bei der UaB-Jahreshauptversammlung am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr im Festsaal in Bergen bekannt gegeben.

In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie dem Amt für Landwirtschaft, dem Bayerischen Bauernverband oder den Nachbar-Maschinenringen wurden für die rund 1500 Mitglieder auch wieder eine Reihe von Weiterbildungen und Seminaren organisiert. »Austragler«-Lehrfahrten, ein Betriebshelfer-Kranzl oder Auslandsreisen gehören ebenso zum festen Bestandteil der Vereinsarbeit.

Haushaltsvolumen heuer bei 390 900 Euro

Einstimmig abgesegnet wurden der Haushaltsabschluss 2013 und der Haushaltsvoranschlag 2014. Das Rechnungsergebnis 2013 schloss bei den Einnahmen mit 365 195 Euro und bei den Ausgaben mit 364 400 Euro. Der Überschuss von knapp 800 Euro konnte den Rücklagen zugeführt werden. 2014 rechnet man mit einem Haushaltsvolumen in Höhe von 390 900 Euro. Bei den Einnahmen überwiegen mit über 135 000 Euro die Mitgliedsbeiträge und bei den Ausgaben die Personalkosten mit 223 800 Euro. In den Einnahmen sind neben dem Landkreiszuschuss auch 50 000 Euro Fördergelder vom Freistaat Bayern berücksichtigt.

Im Namen der Gemeinden bedankte sich der Hausherr, Bürgermeister Franz Parzinger, für die geleistete Arbeit. Der Maschinenring Traunstein sei ein bedeutender Faktor und habe sich stets auf neue Situationen gut eingestellt, sagte Parzinger. ga