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Martin Czepan will Bürgermeister werden

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Martin Czepan tritt im März als Bürgermeisterkandidat der Grünen in Traunreut an. (Foto: Mix)

Traunreut. Martin Czepan tritt bei den Kommunalwahlen im März als Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen in Traunreut an. Der 56-Jährige ist seit 2002 im Traunreuter Stadtrat und war zehn Jahre lang Umweltreferent. Er sieht in der größten Stadt im Landkreis noch viele Aufgaben für einen grünen Bürgermeister.


Seit rund 30 Jahren lebt Martin Czepan mit seiner Frau Katharina in Traunreut. Nach seinem Maschinenbau-Studium kam er zu Bosch Siemens, wo er seitdem arbeitet. In der Firma hatte er verschiedene Positionen inne und befasste sich immer auch besonders mit dem Thema Energie und Ressourceneffizienz. Für den Umweltschutz aktiv ist der Traunreuter seit 1980, als er Mitglied bei Robin Wood wurde und sich unter anderem für ein besseres Müllkonzept einsetzte.

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»Wenn man etwas darstellen und gehört werden will, muss man aber mitreden können und so kam ich damals zur Politik«, berichtet Martin Czepan. Er schloss sich den Grünen an, war sechs Jahre lang Kreisvorsitzender, fungierte als Pressesprecher und wurde im Jahr 2000 Ortsvorstand der Grünen in Traunreut. 2002 wurde er in den Stadtrat und in den Kreistag gewählt. In der Stadt setzte er sich als langjähriger Umweltreferent für den Ausbau des Fernwärmenetzes ein, initiierte die jährliche Müllsammelaktion und die Bürgersolaranlage Traunreut. Auch die Bahnanbindung Traunreuts war und ist ihm ein großes Anliegen.

Zusätzlich ist Martin Czepan im Aufsichtsrat der Wirtschaftsfördergesellschaft im Landkreis Traunstein und im Verbandsrat des Zweckverbandes Abfallverwertung. Er leitet außerdem zusammen mit seiner Frau das buddhistische Zentrum Traunreut und geht in seiner sehr knapp bemessenen Freizeit gerne zum Rudern.

Für den Stadtrat sind die Grünen in Traunreut »unverzichtbar« und sollten unbedingt eine starke Stimme haben, so Czepan. »Wir haben in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht, aber es gibt noch viel zu tun«, so das Statement des Bürgermeisterkandidaten. Beispielsweise kritisiert er das mangelnde Bewusstsein für den Klimaschutz im Traunreuter Stadtrat: »Jedem muss klar sein, dass wir alles daransetzen müssen, Maßnahmen gegen eine weitere Klimaerwärmung zu ergreifen.« Dazu gehörten beispielsweise auch Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden, die bisher noch viel zu wenig errichtet würden.

In Sachen Verkehr wäre es für Martin Czepan wünschenswert, dass zumindest ein Großteil der vielen Pendler auf Bus und Bahn umsteigen würden. Dazu müsste das Angebot jedoch besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein – mit Fahrten im Halbstundentakt ab dem frühen Morgen und vor allem mit Haltestellen in unmittelbarer Nähe der Firmen.

Störend empfindet der Bürgermeisterkandidat den großen Leerstand in der Stadt, gegen den aktiv vorgegangen werden müsse, und Kritik äußert er an einer fehlenden, langfristig angelegten Stadtplanung: »Wir brauchen eine nachhaltige Planung und nicht immer nur Schnellschüsse bei aktuellen Vorhaben.« Für eine Belebung des Rathausplatzes schwebt dem Stadtrat mehr Gastronomie auf dem Platz vor und eventuell ein von Jugendlichen schon gefordertes Jugendcafé, wo sie sich tagsüber aufhalten könnten.

Mehr Bürgerbeteiligung bei den verschiedenen Vorhaben und eine bessere Transparenz sind weitere Forderungen des Kandidaten für das Bürgermeisteramt. »Wir müssen die Leute beteiligen an den Diskussionen, sie frühzeitig einbinden. Unsere Bürger sind durchaus mündig genug, mitentscheiden zu können, was für Traunreut gut ist«, so seine Meinung. Die Liste der Kandidaten für den Stadtrat von Bündnis 90/Die Grünen wird im Januar erstellt. mix

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