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Martha Gruber setzte sich gegen Sepp Daxenberger durch

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Martha Gruber (FW) wurde zur Zweiten Bürgermeisterin der Gemeinde Seeon-Seebruck gewählt. Die 50-jährige Truchtlachingerin setzte sich gegen den CSU-Kandidaten Sepp Daxenberger durch. Zusammen mit dem neu gewählten Dritten Bürgermeister Andreas Dorn (FW) aus Seebruck legte sie vor Bürgermeister Bernd Ruth (rechts), der ebenfalls vereidigt wurde, den Amtseid ab. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck. Dass in der Seeon-Seebrucker Gemeinderatssitzung die Stühle für die Zuhörer ausgehen, ist nur selten der Fall. Die leitenden Angestellten suchten das gesamte Gebäude vergeblich nach Stühlen ab, um bei der konstituierenden Sitzung allen Besuchern im übervollen Sitzungssaal eine Sitzmöglichkeit zu bieten. Die Zuspätgekommenen mussten sich jedoch im Flur mit Stehplätzen zufriedengeben. Mit dem Hinweis: »Es geht heute nicht um den Rathausneubau oder um die Uferpromenade«, hatte der neue Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) die Lacher auf seiner Seite. Er hoffe, so Ruth, dass der Besuch auch in den kommenden sechs Jahren weiter anhalte.


Bevölkerung mit einbinden

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Als ältester Gemeinderat hatte Josef Hölzl (FW) die ehrenvolle Aufgabe, den neuen Bürgermeister zu vereidigen. Im Namen des Gremiums wünschte er Bernd Ruth eine glückliche Hand in seiner neuen Aufgabe. Ruth gab sich sehr zuversichtlich und versprach, sein Wahlversprechen auch einzuhalten, nämlich die Bevölkerung bei den Entscheidungen mehr mit einzubinden. Themen wie der Uferausbau oder der Rathausneubau, die die Gemeinde in den letzten Monaten stark begleitet hätten, müssten wieder neu aufbereitet werden. Er kündigte an, im Rahmen eines Straßenfests gemeinsam mit der Bevölkerung den weiteren Planungsverlauf des neuen Rathauses zu diskutieren. Aufgeschoben aber nicht aufgehoben sei auch der Ausbau des Uferrundwegs in Seebruck. In seinen Augen sollte gänzlich das Ensemble des Ufer- und Hafenbereichs sowohl für die Bürger als auch für die Gäste attraktiver gestaltet werden. »Alle sollen sich daran beteiligen«, betonte Ruth.

Mit Spannung wurde die Wahl des Zweiten Bürgermeisters erwartet. Die CSU schlug ihren Fraktionsvorsitzenden Sepp Daxenberger vor und die Freien Wähler Martha Gruber. Daxenberger sitzt seit 18 Jahren im Gemeinderat. Er wäre bereit für dieses Amt und »tät's auch gern machen.« Der Rathausneubau, der mit Sorgfalt und weniger mit Eile zu behandeln sei, habe in seinen Augen ebenso Priorität wie die Ansiedlung der Brauerei BrauKon in Seeon. Wie berichtet, steht die Ansiedlung der Brauerei im Seeoner Gewerbegebiet wegen Nachbarschaftseinsprüchen in der Schwebe. »Die Uhr war hier auf 10 nach 12 gestellt, jetzt steht sie wieder auf 10 vor 12 Uhr.« Damit wollte er offenbar ausdrücken, dass die Verhandlungen mit der in Truchtlaching ansässigen Brauerei neu aufgerollt worden seien.

Als Vertreterin der Freien Wählergemeinschaften, die mit zwei Drittel der Stimmen im Gemeinderat vertreten sind, meldete Martha Gruber ihren Anspruch auf den stellvertretenden Bürgermeisterposten an und gab sich dabei sehr selbstbewusst. Sepp Daxenberger habe es abgelehnt als Erster Bürgermeister zu kandidieren und wolle jetzt von hinten her agieren, erklärte die gelernte Konditorin und Truchtlachinger Mesnerin. Als Nichtkreisrätin habe sie zwar keine Politiker im Rücken aber Freunde und Bekannte, die hohe Positionen besetzen und sehe sich deshalb in der Lage, dieses Amt auszuführen. Bei der geheimen Wahl setzte sich Martha Gruber mit 10:7 Stimmen durch. Zum Dritten Bürgermeister wurde Andreas Dorn gewählt. Der FW-Gemeinderat aus Seebruck, der neben Martha Gruber und den fünf neuen Gemeinderäten vom Bürgermeister vereidigt wurde, wurde als einziger Kandidat vorgeschlagen und mit 11 Stimmen gewählt.

Noch keine Ausschüsse

Ursprünglich sollten in der Sitzung auch die Ausschüsse gebildet werden. Nachdem aber hier die Meinungen weit auseinandergingen, wurde die Besetzung der Ausschüsse auf die nächste Sitzung vertagt. Bis dahin gilt die bisherige Geschäftsordnung mit einem Bau- und Umweltausschuss, einem Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss und einem Rechnungsprüfungsausschuss. Bis zur nächsten Sitzung sollen nun tragfähige Vorschläge erarbeitet werden.

Die Tendenz der Mitglieder zielte darauf hin, den Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss umzubenennen oder gänzlich zu streichen. Der Bauausschuss sollte erhalten bleiben und der Rechnungsprüfungsausschuss ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. In der Diskussion steht auch die Bildung eines Ausschusses für den Rathausneubau. Bei der Bestellung des Familienreferenten und des Senioren- und Behindertenbeauftragten verständigte man sich darauf, dass die bisherigen Referenten Renate Huber und Alfred Eiblmaier, die zwar nicht mehr im Gemeinderat sitzen, weiter an der Front agieren. Als Verbindungsmitglieder im Gemeinderat wurden für diese beiden Referate Christine Eglseer (CSU) und Martin Bartlweber (FW) gewählt. Das Jugend-Referat übernimmt Sebastian Maier (FW) und das Feuerwehrreferat liegt weiterhin in den Händen von Stefan Berger (FW).

Um einen für den Gemeinderat besseren Informationsfluss auf dem elektronischen Weg einzuschlagen, wurde seitens der Verwaltung angeregt, ein sogenanntes Rathaus-Informationsprogramm anzuschaffen. Die Anschaffung des Programms würde einmalig etwa 10 000 Euro kosten und die Programmpflege etwa 2000 Euro im Jahr. Damit könnten dem Gremium alle wichtigen Informationen und Pläne kurzfristig zugesandt werden. »Ihr sollt mit Informationen überhäuft werden, um Euch intensiv auf die Sitzungen vorbereiten zu können«, kündigte Ruth an. Die Anregung der Verwaltung, dieses zukunftsweisende Medium anzuschaffen, wurde aber noch nicht beschlossen. ga