weather-image
-2°

Marquartsteiner diskutierten fleißig

0.0
0.0

Marquartstein. »Wir sind auf einem guten Weg.« Das Schlusszitat von Bürgermeisters Andreas Dögerl hätte auch als Überschrift über der diesjährigen Bürgerversammlung stehen können. Rund 100 Bürger hatten sich im Weßner Hof eingefunden, um den Rechenschaftsbericht ihres Bürgermeisters zu hören. Der zeichnete einen gesunden Gemeindehaushalt auf, blickte zurück auf große Veränderungen und zeigte kommende Herausforderungen auf. Danach hatte der Rathauschef noch viele Fragen zu beantworten.


Der Gesamtschuldenstand von Marquartstein beträgt 42 089 Euro. Umgerechnet auf die rund 3550 Einwohner liegt die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde bei gerade mal zwölf Euro – eine außergewöhnlich gute Zahl, wenn man weiß, dass der bayerische Landesschnitt bei der Pro-Kopf-Verschuldung 2500 Euro beträgt.

Anzeige

Einen wichtigen Partner für dieses Ergebnis hob Bürgermeister Dögerl besonders hervor: die Chiemgau-Klinik. Die Rehaklinik sei nicht nur der größte Arbeitgeber im Ort, sie sei auch Garant für Beständigkeit. Immerhin habe man dort in den vergangenen 15 Jahren rund 35 Millionen Euro investiert. Investitionen, die in erster Linie in die Region geflossen seien, so Dögerl.

Großen Raum in der reichhaltig bebilderten Präsentation des Bürgermeisters nahm die Städtebauförderung ein. In diesem Zusammenhang sahen die Marquartsteiner Bürger in der Diskussion das geplante Bürgerhaus kritisch, auch wenn die Idee dazu aus einer Bürgerbeteiligung erwachsen ist. Ein Bürgerhaus solle, so Dögerl auf Nachfrage, unter anderem die Gemeindebücherei und die Tafel »aus dem Keller holen« und der Musikkapelle ausreichend Raum bieten. Doch, so gab der Bürgermeister zu, habe das geplante Investitionsvolumen von rund 2,8 Millionen Gemeinderat und Verwaltung auch ernüchtert. Kräftigen Beifall erhielt ein Bürger, der darauf verwies, dass Raum angesichts der lehrstehenden Geschäftsräume in Marquartstein kein Problem sein dürfte. Und der Saal im Gasthof Prinzregent würde genügend Platz für Musikanten bieten. Dögerl teilte diese Ansicht und bestätigte, dass der Gemeinderat nun auch in diese Richtung plane. Verhandlungen seien bereits aufgenommen.

Klaus Hell griff das Thema Saal gleich auf. Vor dem Hintergrund der Beträge, die die Gemeinde für ihre Außenwirkung ausgegeben habe, hänge der Saal des Prinzregenten als kultureller Mittelpunkt der Gemeinde deutlich nach. Er stellte den Bürgerantrag auf Bildung einer Arbeitsgruppe zur Sanierung des Prinzregentensaales. »Wir sollten das selber machen und nicht Leute von außen,« vertrat er dazu. Und die Chance für einen Probenraum für die Musikkapelle sah Michael Oberressl. Er stellte den Antrag, der Musikkapelle einen Probenraum am Wertstoffhof in Verbindung mit dem Wasserwerk zu schaffen.

Stolz bei Bürgermeister und Bürgern war deutlich zu spüren, als sie gemeinsam auf die neue Fußgängerbrücke über die Tiroler Ache schauten. Dass die Planung aber noch nicht erschöpft sei, erwies Dögerl. Er erläuterte die Pläne, wie jetzt der Uferbereich mit Steinstufen und Holzplateaus ansprechender gestaltet werden soll. In der Nacht soll ein Lichtkonzept nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön beleuchten. Die neue Brücke im Norden und die alte Brücke im Süden sollen die Grenzen dieses neuen Konzeptes werden. So soll die alte Brücke mit besonders angeleuchteten Brückenpfeilern in das Lichtkonzept einbezogen werden.

In diesem Zusammenhang lenkten die Bürger die Diskussion einmal mehr auf die Verkehrssituation um diese Brücke. Bürgermeister Dögerl vertrat dazu eine eindeutige Position: Die Brücke, die früher einmal den ganzen Bundesstraßenverkehr bewältigt hatte, sei heute längst an ihre Grenzen gestoßen. Andererseits habe die Gemeinde Marquartstein alles Mögliche zur Verbesserung der Situation getan. Der Schwerverkehr sei ausgesperrt. Ändern könne man aber nichts daran, dass es »Rush-Hour-Zeiten« der Schule gäbe, zu denen sich circa 600 Schüler gleichzeitig über die Brücke drängen.

Das war Heinz Hammerschmid nicht genug. »So etwas muss doch besser zu planen sein. Wir haben die anderen Sachen doch auch hingebracht.« Er stellte den Antrag, dass sich der Gemeinderat für eine Lösung einsetzen soll.

Bürgermeister Dögerl erklärte auch, dass Marquartstein sich zukünftig als Lesedorf präsentieren möchte und hat sich diesen Begriff darum rechtlich schützen lassen. Weiter informierte er unter anderem über das Trinkwasserkraftwerk und den geplanten Neubau des Wertstoffhofes. Die Sanierung der Kapellen und des Tennisgebäudes gingen gut voran, so das Gemeindeoberhaupt. lukk

- Anzeige -