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Markt Waging steht finanziell immer noch sehr gut da

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Eine der größten Baumaßnahmen in der Gemeinde Waging ist heuer der Ausbau dieses rund 200 Meter langen Straßenstücks in Angerpoint. Die Straße wird auf 4,50 Meter verbreitert, es wird ein zwei Meter breiter Radweg auf der Wiesenseite angelegt, der Kanal wird verbessert und eine Verkehrsinsel bei der Einfahrt an der Strandbadallee wird errichtet. (Foto: Eder)

Waging am See. Viereinhalb Stunden hat der Finanzausschuss zusammen mit Kämmerer Bernhard Kraus den über 100 Seiten umfassenden Haushalt der Marktgemeinde Waging durchgearbeitet. Dabei handelt es sich, wie Bürgermeister Herbert Häusl nüchtern feststellte, um einen »ganz überschaubaren Haushalt ohne allzu große Besonderheiten, wesentlich beeinflusst von den sehr guten Ergebnissen der Vorjahre mit den sehr guten Steuereinnahmen«.


Allerdings muss die Gemeinde der guten Finanzsituation der Vorjahre Tribut zollen: Man zahlt heuer eine sehr hohe Kreisumlage und bekommt eine sehr niedrige Schlüsselzuweisung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer heuer voraussichtlich niedriger sein werden als 2012. Die Realsteuern, als Grund- und Gewerbesteuern, sind praktisch durchlaufende Posten, weil sie über die Kreisumlage (3,0 Millionen Euro) von der Gemeinde an den Landkreis fließen.

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Kämmerer Kraus: »Das letzte Jahr waren wir sehr steuerstark unterwegs.« Direkt angespannt ist die Finanzlage nicht. Der Verwaltungshaushalt, der 9,4 Millionen Euro umfasst (2012: 9,8 Millionen), kann nicht nur problemlos ausgeglichen werden, sondern es bleiben immer noch rund 340 000 Euro für den Vermögenshaushalt übrig. In den Vorjahren waren es fast zwei Millionen Euro. Dass man bei 1,8 Millionen Euro Mehrbelastung durch all die Umlagen noch problemlos eine Zuführung erwirtschaften könne, sei bemerkenswert, fand der Kämmerer. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer hat Kraus auf 2,4 Millionen Euro (Vorjahr 2,9 Millionen) veranschlagt. »Hoffen wir, dass sich meine Prognosen erfüllen«, sagte der Kämmerer.

Im Vermögenshaushalt tut sich ebenfalls nichts Besonderes, fasste Bürgermeister Häusl den zweiten Teil des Haushalts zusammen, der auch weiterhin ohne Kredite ausgeglichen werden kann. Allerdings müssen 1,5 Millionen Euro der Rücklage entnommen werden, die über 4 Millionen Euro, beträgt. Genau hier, bei den Rücklagen, liegt der Knackpunkt für das Gelingen der Waginger Haushalte der nächsten Jahre. Denn es soll ja die auf rund 4,3 Millionen Euro (abzüglich der Zuschüsse von rund 834.000 Euro, aber zuzüglich der Grunderwerbskosten) geschätzte Turnhalle gebaut werden, ohne dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen. Weil die Rücklagen aber bereits in diesem Jahr bereits auf rund 2,5 Millionen Euro schrumpfen werden, geht man davon aus, dass nach Abfinanzierung der Halle möglicherweise nur noch rund 400 000 Euro an Rücklagen vorhanden sind.

Christian Reiter etwa meinte dazu: »Man will ja doch noch flexibel sein auch für Unvorhersehbares.« Und Kämmerer Kraus schreibt seinen Gemeinderäten ins Stammbuch, dass dieses Rechenexempel nur dann funktionieren werde, wenn die Gemeinde in den kommenden Jahren Zurückhaltung bei den Investitionsausgaben übt.

Im Vermögenshaushalt sind als größere Maßnahmen, etwa die geplante Straßenverbreiterung mit Radwegbau und Kanalsanierung in Angerpoint (140 000 Euro), enthalten, außerdem 230 000 Euro für den Kurpark und 200 000 Euro für Straßenleichtausbau. Kleinere Beträge sind für Sanierungsmaßnahmen an der Mittelschule, an der Tourist-Info oder auch in den Seebädern vorgesehen. 800 000 Euro stehen für Grunderwerb bereit, gleichzeitig aber hofft die Gemeinde, möglicherweise in den neuen Baugebieten auch heuer schon das eine oder andere Grundstück verkaufen zu können. Insgesamt umfasst der Vermögenshaushalt mit 3,9 Millionen Euro um rund 100 000 Euro mehr als im letzten Jahr. he