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Marie, Sophie und Anna bedeuten dreifaches Glück

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Überglücklich sind Stefan Gnadl und Susi Kirchmayer mit ihren Drillingen (von links) Anna, Marie und Sophie. (Foto: Hohler)

Traunstein – So etwas hat es bestimmt sechs Jahre nicht mehr gegeben: Am 11. März wurden mit Marie, Sophie und Anna in Traunstein Drillinge geboren. Rein statistisch betrachtet kommt das einmal unter 7000 Schwangerschaften vor. Die überglücklichen Eltern der drei Mädchen sind Susi Kirchmayer vom Hochberg und ihr Freund Stefan Gnadl, ein gebürtiger Neukirchener.


Erstaunliche Ruhe empfängt den Besucher beim Betreten der Wohnung in Siegsdorf. Und während Susi Kirchmayer gerade ihre »große« Tochter Anna versorgt, füttert Papa Stefan Gnadl schon einmal Sophie. Marie nutzt derweil die Wartezeit bis zum Frühstück seelenruhig für ein Schläfchen auf dem Sofa neben ihrem Papa. »Die sind alle drei wirklich geduldig und pflegeleicht, jedenfalls bis jetzt«, erklärt er und lacht.

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Für sie war es erst einmal ein kleiner Schock

»Als sie festgestellt hat, dass sie schwanger ist, ist sie gleich zum Frauenarzt gegangen. Der hat von Anfang an gleich zwei Kinder gesehen und schon gesagt, dass da möglicherweise noch ein drittes ist.« Für Susi Kirchmayer war das zunächst ein Schock. »Sie hat drei kleine Geschwister mit aufgezogen und wusste von daher schon ein bisserl, was da auf uns zukommen würde. Ich war da eher cool«, erinnert sich der 36-Jährige an die erste Reaktion.

Die Großeltern waren glücklich. Und Stefan Gnadl ist dankbar, dass seine Mutter – sie starb vor etwa einem halben Jahr – noch erleben durfte, dass drei Dirndln unterwegs sind und wie sie heißen werden. Auch das war relativ schnell klar. Denn Dr. Hans Fellner überwies die 32-Jährige damals zur Untersuchung ans Klinikum Traunstein, wo Prof. Barbara Schiessl die Drillingsschwangerschaft bestätigte. Marie und Sophie, die eineiigen Zwillinge, lagen unten im Bauchraum, Anna mit einer eigenen Plazenta quer oben drüber. Die Schwangerschaft verlief erstaunlich problemlos: »Ich hab mich immer gut gefühlt«, sagt Susi Kichmayer.

Bei der Geburt war Marie die erste mit einem Geburtsgewicht von immerhin 1745 Gramm und 44 Zentimeter Größe. Sie ist auch in der Früh normalerweise die Erste – »die Marie ist unser Wecker«, sagt Stefan Gnadl. Zweitgeborene ist Sophie mit 1730 Gramm Geburtsgewicht und 42 Zentimeter Größe. Die größte der drei war Anna mit 47 Zentimeter und 1995 Gramm. »Ich hab ausgeschaut, wie eine Kugel«, sagt Susi Kirchmayer und lacht. Dafür, dass die drei sechs Wochen vor dem errechneten Termin zur Welt kamen und infolgedessen als Frühchen gelten, hatten sie ja schon durchaus respektable Maße.

Alle drei Babys sind ganz eng miteinander verbunden

Wie eng die drei miteinander verbunden sind, wurde deutlich, als sie aus den einzelnen Brutkästen auf der Kinderintensivstation in ein gemeinsames Wärmebettchen kamen. »Die ham sich richtig gefreut«, sagt die stolze Mama. Anfängliche Bedenken, sie könnten sich gegenseitig die Kabel zur Überwachung des Herzschlags abreißen, bestätigten sich nicht.

Nach dem ersten Schock kam auch bei Susi Kirchmayer schnell Freude auf, wenn sich auch immer wieder mal Sorgen dazu gesellten, »wie wir das alles schaffen«, berichtet sie. Und er bestätigt: »Da war schon auch manchmal so eine Ungewissheit.« Dass die beiden eine Mehrlingsgeburt erleben würden, war rein statistisch gar nicht so unwahrscheinlich – ihr Opa hatte eine Zwillingsschwester, alle seine Geschwister hatten Zwillinge als Kinder und Stefans Mama hatte ebenfalls Zwillinge als Geschwister.

Daheim in ihrer Siegsdorfer Wohnung ist die Familie erst seit einer Woche. Zum Glück hat Stefan Gnadl zwei Monate Elternzeit. Die Haushaltshilfe ist zunächst für vier Wochen verschrieben. So haben die beiden Zeit, sich ausschließlich um die Kinder zu kümmern. Und das ist am Anfang anstrengend genug – eine bis eineinhalb Stunden brauchen sie, bis alle drei Babys versorgt sind. Eine weitere halbe Stunde dauert es, bis die Muttermilch für die nächste Fütterung bereit steht.

»Wenn wir mal zwei Stunden am Stück schlafen, ist es viel«, sagt Susi Kirchmayer. Denn alle drei bis vier Stunden wollen die Kleinen gefüttert werden und tun das mit leisem Raunzen kund. »Schreien tun sie eigentlich bisher gar nicht«, lobt der stolze Papa seine Töchter, »nur wenn sie Hunger haben, sind sie unruhig, ansonsten sind sie wirklich sehr brav«.

Dankbar für die großartige Hilfe von allen Seiten

Dabei sind beide Eltern ausgesprochen dankbar für die viele Hilfe, die sie von allen Seiten erfahren. »Wir waren schon von Dr. Fellner sehr gut betreut, aber auch im Klinikum waren alle unglaublich lieb«, sagt Susi Kirchmayer. »Die Schwestern haben sich fast d'rum gestritten, wer bei unseren Kindern sein darf«, sagt sie und lacht.

Großartige Unterstützung erfahren die beiden aber auch von beiden Familien, Freunden, dem Alpengasthof Hochberg, in dem Susi schon jahrelang als Bedienung ausgeholfen hat, von der Gemeinde, die den Kinderwagen finanziert, vom Schreiner gab's den Wickeltisch. Zum Glück hat Susi Kirchmayer ein familientaugliches Auto, und auch die Wohnung ist vorerst groß genug. »Am Anfang reicht ja ein Kinderzimmer für alle drei. Und den Rest müssen wir auf uns zukommen lassen. Das findet sich schon«, sagen die beiden optimistisch. coho