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Marie, Maria und Max sind die Spitzenreiter

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Im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums Traunstein sind im vergangenen Jahr 1415 Babys zur Welt gekommen, so viele wie noch nie zuvor. (Foto: Buthke)

Traunstein. Marie, Maria und Maximilian waren im vergangenen Jahr die beliebtesten Vornamen in Traunstein und Umgebung. 1400 Geburten, um 105 mehr als noch 2011, wurden letztes Jahr am Standesamt Traunstein beurkundet. 10 Prozent der Eltern entschieden sich für einen der eingangs erwähnten drei Vornamen Marie (52), Maria (49) und Maximilian (34).


Bei den Mädchen folgen in der Beliebtheitsskala Anna (31) Johanna (30), Sophie (25), Sophia (23) Katharina (21), Magdalena (19), Franziska (18) und auf Platz zehn Laura (17). Bei den am häufigsten gewählten Vornamen für Buben belegt Lukas (29) Platz zwei vor Elias (26), Johannes und Michael (je 25), Alexander (24), Felix (23) Josef und Tobias (je 22) sowie Benedikt und Sebastian (je 19).

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Deutschlandweit haben Mia und Ben die Nase vorn

Andere Länder, andere Sitten – und: andere Vornamen. Das gilt zumindest für die deutschen Bundesländer. Wirft man einen Blick auf die Vornamen aller im vergangenen Jahr in Deutschland geborenen Kinder, dann erkennt man eine bemerkenswerte Konstanz: Zum vierten Mal hintereinander war Mia der am häufigsten gewählte Vorname für Mädchen. Und ebenso wie 2011 lag Ben bei den Bubennamen an der Spitze.

Weil es keine amtliche deutsche Vornamenstatistik gibt, ermittelt Knud Bielefeld aus Ahrensburg regelmäßig die häufigsten Babynamen. Dafür hat er 165 979 Geburtsmeldungen aus ganz Deutschland ausgewertet. Das sind etwa 25 Prozent des Geburtsjahrganges 2012 aus Deutschland. Die Auswertung stützt sich auf die Veröffentlichungen von 430 verschiedenen Quellen. Dabei handelt es sich vor allem um Geburtskliniken. Auch die Meldungen einiger Standesämter und Geburtshäuser wurden berücksichtigt. Falls für eine Stadt standesamtliche Meldungen vorlagen, wurde aus dieser Stadt keine Geburtsklinik ausgewertet. Es gibt also keine Doppelerfassungen.

In Bayern landete demnach der Name Mia nur auf Rang sechs hinter Anna, Emma, Hanna, Lena und Sophia. Den Vornamen Ben findet man im Freistaat erst an 14. Stelle. Angeführt wird hier die Liste der beliebtesten Vornamen von Max, Lukas, Felix und Jonas.

Am Standesamt Traunstein haben sich vergleichsweise wenige Eltern für Vornamen entschieden, die bundesweit den höchsten Beliebtheitsgrad haben. Der Vorname Mia, seit Jahren in Deutschland am häufigsten gewählt, rangiert in Traunstein nur auf Platz 19 und Ben gar erst auf 22 mit jeweils elf Nennungen.

Marie/Maria und Max, die in Traunstein mit großem Abstand am häufigsten gewählten Namen für Neugeborene, rangieren dagegen bundesweit nur auf den Rängen zehn und neun.

Nicht nur regional unterscheidet sich die Beliebtheit von Vornamen gewaltig. Sie sind über die Jahrzehnte hinweg auch Modetrends unterworfen. In den letzten zehn Jahren des 19. Jahrhunderts, also von 1890 bis 1899, war durchwegs Anna der beliebteste Mädchenname. In den meisten dieser zehn Jahre lag bei den Buben Karl an der Spitze, in den letzten beiden Jahren jenes Jahrhunderts abgelöst von Wilhelm. Die Beliebtheit dieses Vornamens ist wohl historisch mitbegründet durch die Tatsache, dass Wilhelm II. damals deutscher Kaiser war.

Brigitte und Peter sind nicht mehr gefragt

Machen wir einen Zeitsprung ein halbes Jahrhundert nach vorne: 1950 waren Brigitte und Peter die am häufigsten gewählten Vornamen in Deutschland. Bei den Mädchen folgten damals Renate, Karin, Angelika und Monika; bei den Buben Hans, Wolfgang, Klaus und Manfred. Viele Vornamen, die noch vor etlichen Jahrzehnten beliebt waren, sind heute überhaupt nicht mehr gefragt. Unter den ersten 40 sucht man vergeblich nach Hans. Als ein Beleg für die sich in Deutschland wandelnde Gesellschaft darf man es werten, dass die Vornamen Ibrahim und Mustafa auf den Rängen 33 und 34 liegen. Auf Platz 128 findet man den Franz und deutlich vor Ludwig (Platz 161) rangiert deutschlandweit Yusuf (152), knapp vor Matthias (149). Auf Willi (199) folgt Mehmet (202). Nur noch wenige Buben werden heutzutage auf die früher so häufigen Namen Xaver (278. Rang), Otto (327.) und Alois (495.) getauft.

Kaum anders ist es bei den Mädchen: Der einst so beliebte Vorname Elisabeth rangiert in Deutschland nur noch auf Rang 96; in Traunstein immerhin noch auf Platz 20. Und wer sein neugeborenes Töchterchen heute auf den Namen Heidi taufen lässt, der hat einen besonders exklusiven Namen gewählt, der ziemlich weit hinten auf der Namensliste auf Platz 242 genannt wird.

Zum Abschluss noch ein paar Zahlen aus Traunstein, die Standesbeamter Arnold Peresich gestern in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt genannt hat: Von den 1400 hier in den letzten zwölf Monaten beurkundeten Geburten waren nur drei Hausgeburten im Stadtgebiet Traunstein. Alle anderen Babys sind im Klinikum Traunstein auf die Welt gekommen. Von den 1400 Kindern bekam mehr als die Hälfte (711) nur einen Vornamen. 620 Eltern ließen zwei Vornamen eintragen, 63 Kinder bekamen drei Vornamen und 5 werden mit mehr als drei Vornamen durchs Leben gehen. -K.O.-