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Manchen stinkt's gewaltig

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Einer von acht Hundebehältern im Stadtgebiet steht am Rande des Stadtparks. Die Mitarbeiter des Bauhofes befüllen diese Behälter mit rund 50 000 Hundekotbeuteln pro Jahr. Dennoch nutzen längst nicht alle Hundehalter den Service und lassen die Haufen oft einfach auch liegen – ganz zum Ärgernis von manchen Mitbürgern. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Als direkt vor ihrer Garage ein Hund seine Notdurft verrichtet hat und sein Herrchen den Hundehaufen einfach liegen gelassen hat, war ihre Geduld am Ende. »Ich habe nichts gegen Hunde, ich habe nur was gegen den Dreck«, sagt eine Traunsteinerin, die nicht genannt werden möchte (Name der Redaktion bekannt).


»Keiner nimmt mehr Rücksicht auf den anderen«

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»Das Problem wird meiner Meinung nach immer größer«, betont sie im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, »keiner nimmt mehr Rücksicht auf den anderen.« Gerade entlang der Spazierwege an der Traun oder auch im Stadtgebiet fallen ihr die Hundehaufen immer wieder auf. Ihre Kinder müsse sie ständig ermahnen, wenn sie draußen auf der Wiese spielen wollen, ja aufzupassen, dass sie in keinen Haufen treten. »Rund um unser Haus entferne ich die Haufen regelmäßig.«

Bei der Stadt hat sie sich auch schon gemeldet und auf das Problem aufmerksam gemacht – gebracht hat das bisher nichts. »Es würde vielleicht helfen, wenn mehr Mülleimer aufgestellt wären«, glaubt sie. »Mein Wunsch wäre es, dass jeder Hundebesitzer das Häufchen seines Hundes auch mitnimmt«, so die Traunsteinerin, die auch einige Haustiere hat. Dafür gibt es schließlich extra die schwarzen oder weißen Plastiktüten, die dann aber auch richtig entsorgt werden sollten. »Und nicht einfach in das nächste Gebüsch geworfen werden sollen«, sagt sie.

Bei der Stadt gibt es auch immer wieder Anfragen und Beschwerden zu diesem Thema. »Allerdings nicht in großer Zahl«, wie Oberbürgermeister Manfred Kösterke auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts betont. »Vor allem die Mitarbeiter des Bauhofes, die auch für das Leeren der Abfalleimer und das Befüllen mit neuen Hundekotbeuteln zuständig sind, werden von den Bürgern auf Verschmutzungen aufmerksam gemacht.«

Die Zahl der angemeldeten Hunde in der Großen Kreisstadt beträgt laut Auskunft der Stadtverwaltung momentan 510 Tiere. Im Stadtgebiet sind acht Behälter – jeweils als Kombination von Hundekotbeutelspender und Abfalleimer – aufgestellt. Die Mitarbeiter des Bauhofes befüllen die Behälter mit rund 50 000 Hundekotbeuteln pro Jahr.

Entlang des Traundamms sind übrigens – ganz zum Ärger von vielen Hundehaltern – keine Mülleimer aufgestellt. Vom Bauhof sei das geprüft worden, sagt Kösterke. »Das regelmäßige Entleeren der Abfalleimer sowie die Befüllung mit neuen Hundekotbeuteln sind hier besonders zeitintensiv«, erklärt Kösterke. »Nach Abwägung von Kosten und Nutzen haben wir uns gegen die Aufstellung der Behälter für Hundekot entlang der Traun entschieden.«

Auch die Aufstellung normaler Mülleimer in diesem Bereich kommt laut Manfred Kösterke nicht in Frage. »Hier besteht besonders die Gefahr, dass der normale Hausmüll in diesen Abfalleimern abgeladen wird.«

Geldbuße von bis zu 500 Euro möglich

Nimmt der Hundebesitzer den Hundehaufen übrigens nicht mit, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. »Für die Verschmutzung kann eine Geldbuße von bis zu 500 Euro erhoben werden«, sagt Kösterke. Bisher habe die Stadt noch keine Geldbußen erhoben, sondern schriftliche Verwarnungen erteilt, so das Stadtoberhaupt weiter. Allerdings ist es bei Verschmutzungen von Gehsteigen, Wegen und Grünflächen in der Regel auch schwierig, den Verursacher ausfindig zu machen. »Hinweisen von Bürgern wird von Seiten der Stadtverwaltung entsprechend nachgegangen«, sagt Kösterke.

Spezielle Kontrollen gebe es in der Stadt aber nicht. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung informieren die Hundebesitzer aber und wollen sie so für das Thema sensibilisieren. Im Rahmen der Aktion »Sauberes Traunstein« wird den Hundehaltern mit den Informationen zur Hundesteuer auch eine Beilage zugeschickt, in der sie zur Reinhaltung der Gehwege und Grünflächen und zur Beseitigung des Hundekots angehalten werden. SB

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