weather-image
19°

»Man muss an einer Ehe immer arbeiten«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Zweiter Bürgermeister Peter Wolff (links) gratulierte Rosi und Emil Schuhmann aus Greinachtal zu ihrer Goldenen Hochzeit. (Foto: Aßmann)

Wonneberg – »Eine Ehe ist kein Selbstläufer. Man muss immer an ihr arbeiten«, sagt Rosi Schuhmann und lächelt ihren Mann Emil an. Seit 50 Jahren sind die Schuhmanns aus Greinachtal glücklich verheiratet. Zweiter Bürgermeister Peter Wolff gratulierte dem Jubelpaar jetzt mit einem farbenprächtigen Blumenstrauß.


Kennengelernt haben sich die beiden im Café Hafenmeier, dem heutigen Café Oswald im Herzen Wagings. »Rosi arbeitete am Buffet«, erzählt der gebürtige Unterfranke, der am Waginger See seinen Urlaub verbrachte. Aus der Sympathie zu dem feschen Dirndl wurde schnell Zuneigung, aus der Zuneigung Liebe. Anfangs schrieb man sich Briefe und einmal im Jahr – während seines Urlaubs – besuchte Emil Schuhmann »seine« Rosi im Rupertiwinkel. »Es war nicht leicht. Ich hatte keine eigene Wohnung, teilte mir mit zwei anderen Angestellten ein Zimmer«, berichtet Rosi Schuhmann, die in Weidach geboren und aufgewachsen ist.

Anzeige

Am 8. Oktober 1965 heiratete das Paar standesamtlich – seinerzeit noch in der eigenständigen Gemeinde Gaden. Tags darauf folgte die kirchliche Trauung in Maria Eck. »Es hat den ganzen Tag geschüttet«, erinnert sich Emil Schuhmann. Die Hochzeitsreise führte gleich im Anschluss an die Feier an den Bodensee.

An der Postkellerstraße in Waging bezogen die Schuhmanns ihre erste gemeinsame Wohnung. »Aber die hatte kein Bad und keine gescheite Toilette«, sagt Rosi Schuhmann. Fünf Jahre später fand das Ehepaar beim Mesner in St. Leonhard eine neue Bleibe. Damals gab es noch nicht einmal eine asphaltierte Straße in die Gemeinde am Wonneberg. Das schmucke Eigenheim in Greinachtal war schließlich 1975 bezugsfertig.

Seine Familie sah Emil Schuhmann 17 Jahre lang nur wochenweise; er war auf Montage in ganz Deutschland unterwegs. »Als unsere Tochter 1968 geboren wurde, hab ich gesagt, er muss daheim bleiben«, erzählt Rosi Schuhmann und Emil Schuhmann ergänzt verschmitzt lächelnd: »Das hat genau zwei Jahre geklappt. Dann hat sie mich wieder auf Montage geschickt.« So arbeitete Schuhmann unter anderem an den Bauten für Olympia 1972 in München. Auch seine Frau hat neben der Erziehung der drei Kinder und dem Haushalt stets gearbeitet; zunächst ab 1971 als Bedienung im Gasthaus Parzinger und dann 15 Jahre lang in der Molkerei Weixler (Bergader).

Das Wandern und Berggehen sowie das Reisen sind gemeinsame Hobbys des Goldpaares. Mehr als zehnmal waren Rosi und Emil Schuhmann auf der »grünen Insel« Irland. »Da hat es uns so gut gefallen, da wären wir gerne geblieben, wenn wir die Sprache beherrscht hätten«, betont Emil Schuhmann. »Wir haben auf unseren Reisen viel erlebt und viele interessante Eindrücke nach Hause genommen«, fügt seine Ehefrau hinzu.

Mit einer Dankandacht in der Wallfahrtskirche St. Leonhard will das Ehepaar, das sich inzwischen auch über sechs Enkelkinder freut, an diesem Wochenende seinen Jubeltag in ruhigem, aber feierlichem Rahmen begehen. Gefragt nach einem Erfolgsrezept für ihre, seit einem halben Jahrhundert harmonisch währende, Ehe antworten beide unisono: »Es gab keine Tiefen. Wir waren immer zufrieden mit unserem Leben und haben die Momente genossen.« mia