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Mammomobil wird künftig wohl am TuS-Gelände stehen

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TuS-Vorsitzende Claudia Schmid (von links) und Dr. Malik Englmaier sprachen über den künftigen Standort des Mammomobils am Traunreuter Sportplatz-Gelände, für den sich auch Michaela Dreier von der Selbsthilfe Brustkrebs Chiemgau aussprach.

Traunreut – Die Wellen schlugen hoch vergangene Woche beim Thema Mammomobil in Traunreut (wir berichteten). Nun ist eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung in Sicht. Der Turn- und Sportverein (TuS) Traunreut bietet einen Standort auf seinem Gelände an. Wenn alles klappt, könnte eventuell noch heuer ein Termin stattfinden, an dem sich die Traunreuter Frauen einem Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs unterziehen können.


»Es kann doch nicht sein, dass wir das nicht hinkriegen«, hatte sich Claudia Schmid, die Vorsitzende des TuS Traunreut, gedacht, als sie in der Zeitung las, dass das Mammomobil nicht mehr nach Traunreut kommt, weil die Stadt als einzige Kommune eine Standgebühr verlangt. Bei einem Treffen mit Dr. Malik Englmaier von der zuständigen MVZ Dres Englmaier Beratungsgesellschaft mbH aus Waldkraiburg machte sie darum jetzt den Vorschlag, einen Standplatz am TuS-Gelände zur Verfügung zu stellen. Geeignet wären ihrer Meinung nach entweder der Platz vor der TuS-Halle oder neben der Sportplatz-Gaststätte. Das Mammomobil braucht lediglich einen Stromanschluss und Wasser, für das die Betreiber laut Dr. Engelmaier selbstverständlich die Kosten übernehmen werden.

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Bereits im vergangenen Jahr, als klar war, dass die Stadt Traunreut künftig Standgebühren berechnen wird, hatte sich Dr. Englmaier auf die Suche nach einem alternativen Standort im Stadtgebiet gemacht. Dabei gab es auch eine Anfrage beim TuS. Claudia Schmid maß dem allerdings damals keine Bedeutung bei, da sie den Hintergrund nicht kannte und der Meinung war, dass das Mobil für die Untersuchungen am Rathausplatz doch gut stehe.

Als jetzt noch einmal über das Problem berichtet wurde, meldeten sich sofort mehrere Vereine, die bereit waren, die Gebühr zu übernehmen. Das war aber nicht im Sinne von Dr. Englmaier, da die Bezahlung von Standgebühren, egal wer sie dann übernimmt, »Signalwirkung« im Sinne eines negativen Vorbilds auf andere Städte und Gemeinden haben könnte. Bisher hätten immer wieder mal Gemeinden den Vorstoß gemacht, eine Gebühr zu verlangen. Nach einem klärenden Gespräch oder Brief hätten sie jedoch stets davon Abstand genommen.

Seiner Erfahrung nach sind die genannten Gebühren von zehn Euro pro Tag in Traunreut auch gering im Vergleich zu anderen Kommunen. »Wenn wir an allen Standorten bezahlen müssten, dann kämen da schnell mal 50 000 Euro im Jahr zusammen«, betont Dr. Englmaier. Im Jahr 2008 hatte seine Firma das erste Mammomobil angeschafft, um den staatlichen Versorgungsauftrag in Südostoberbayern erfüllen zu können: alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im zugeteilten Gebiet innerhalb von zwei Jahren zum Screening einzuladen. Der erste Standort im Landkreis Traunstein war damals am Volksfestplatz in Traunreut.

Schon zwei Jahre später wurde ein zweites Mammomobil angeschafft. Durch dieses zweite Mobil gibt es noch Kapazitäten, und so hofft Dr. Englmaier, noch heuer einen freien Termin zu finden, an dem Traunreut angefahren werden kann. Zunächst werden seine Mitarbeiter bei einem Ortstermin die Gegebenheiten am TuS-Gelände überprüfen. Optimal wäre nach Ansicht des Arztes die Lage am Traunring, weil dort auch eine Haltestelle des Citybusses ist. Claudia Schmid wird zwischenzeitlich noch diejenigen Zeiten auflisten, an denen es aufgrund von sportlichen Ereignissen nicht möglich sein wird, das Mammomobil aufzustellen.

Traunreut als wichtiger Standort

Dr. Malik Englmaier und Michaela Dreier, die Vorsitzende der Selbsthilfe Brustkrebs Chiemgau, freuen sich über die nun gefundene Lösung. Gerade der Standort Traunreut sei in der Vergangenheit immer sehr gut frequentiert gewesen und äußerst wichtig für die Brustkrebsvorsorge.

Auch Bürgermeister Klaus Ritter ist erleichtert: »Da sind wir jetzt alle glücklich, dass das Problem so harmonisch gelöst werden konnte.« Ihn freue besonders, dass sich der TuS einmal mehr für die Stadt einsetzt, wofür er ausdrücklich dankt. Ebenso hofft er aber auf Verständnis für seine Position in der Angelegenheit. mix