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Maiswurzelbohrer breitet sich aus

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Landwirte fürchten den Maiswurzelbohrer, da er Maispflanzen befällt.

Die heimischen Bauern fürchten ihn, denn der Maiswurzelbohrer befällt Maispflanzen. Der Käfer breitet sich vor allem im Berchtesgadener Land aus. Rund 750 Käfer sind bei einer systematischen Erfassung, einem sogenannten Monitoring, in Bayern gefangen worden – über 700 davon alleine im Berchtesgadener Land. Darüber informierte Stefan Weiß bei den beiden Pflanzenbautagungen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein in Sondermoning und Surheim.


Damit bestehe in Südostoberbayern weiterhin die Gefahr zunehmender Schäden durch den Maiswurzelbohrer. Die beste und derzeit einzig wirksame Maßnahme sei, so Weiß, die strikte Einhaltung einer 50-prozentigen Maisfruchtfolge. Das heißt, ein Jahr Mais und im Folgejahr unbedingt eine andere Kultur anbauen, so sein Appell an die rund 200 anwesenden Landwirte.

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Düngeverordnung: Droht ein Bürokratiemonster?

Bei den Pflanzenbautagungen kamen aber auch noch jede Menge anderer Themen auf den Tisch. Bereichsleiter Rolf Oehler stellte gleich zu Beginn der Veranstaltungen klar, dass es keinen Sinn mache, über den über 100-seitigen Entwurf der Düngeverordnung zu diskutieren, solange dieser noch nicht verabschiedet worden sei. Er befürchte aber ein Bürokratiemonster für die Bauern. Die bisherigen Änderungen im Entwurf betreffen unter anderem die Gülletechnik, die Sperrfristen und die Nährstoffbedarfsermittlung.

Derzeit würde auch die Tierwohldebatte viele Bauern verunsichern. Vor allem in der Öffentlichkeit käme dafür gut an, dass die Landwirte durch den Anbau von Zwischenfrüchten im Herbst das Landschaftsbild mit blühender Artenvielfalt bereicherten; er erinnerte daran, dass die »Greening«-Auflagen der EU anfangs massiv in der Kritik gestanden seien.

Mathias Mittereiter ging zunächst auf das Wetter im vergangenen Jahr ein – mit viel Regen im Mai und Juni und der darauf folgenden Trockenperiode. Insgesamt seien die Niederschläge 2015 rund 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen, und die Temperaturen zweieinhalb bis dreieinhalb Grad über dem langjährigen Schnitt.

Die Auswirkungen auf die Pflanzenbestände waren laut Mitterreiter regional sehr unterschiedlich, abhängig von Boden und Niederschlägen. Auf besten Standorten ließen sich zum Teil Spitzenerträge erzielen, während auf flachgründigen Böden beim Körnermais nicht einmal halb so viel wie im Rekordjahr 2014 gedroschen werden konnte. Neben der Vorstellung der empfohlenen Maissorten ging Mitterreiter auf die Abstandsauflagen für Pflanzenschutzmittel bei hängigen Feldern ein, die an Gewässer angrenzten. Hier müssten als Puffer unbedingt die erforderlichen Grünstreifen angesät werden.

Die neue Pflanzenbauberaterin am Amt in Traunstein, Petra Melchior, referierte über die Vorteile einer betriebseigenen Stickstoffuntersuchung gegenüber den bayerischen Vergleichswerten. Diese Werte würden sich oft stark unterscheiden – aufgrund der Abhängigkeit von Boden, Witterung, Fruchtfolge und Ertragsniveau. Durch eine schlaggenaue, jährliche Untersuchung ließen sich Düngekosten senken und Verluste minimieren. Eine Anmeldung sei über die Internetseite der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) oder beim zuständigen Ringwart möglich.

Informationsveranstaltung zum Kreuzkraut

Ein neu aufgetretenes Problem sei das Vorkommen von verschiedenen Kreuzkraut-Arten – vor allem an Straßenrändern, aber auch auf Wiesen und Weiden. Kreuzkräuter seien für Rinder und Pferde hochgiftig, verseuchtes Futter dürfe auf keinen Fall verfüttert werden. Eine Informationsveranstaltung dazu hält das Landwirtschaftsamt am Mittwoch, 24. Februar, im Gasthof Feldwies in Übersee ab.

Gerhard Polster und Martin Lutz von der Firma BASF erläuterten die Möglichkeiten, flüssige Wirtschaftsdünger effizienter zu nutzen. fb