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Maisanbau nur zweimal innerhalb von drei Jahren

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Zum Schutz des Bodens dürfen Bauern in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land Mais auf der gleichen Fläche nur noch zweimal innerhalb von drei Jahren anbauen. (Foto: dpa)

In den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land darf ab heuer Mais innerhalb von drei Jahren nur noch zweimal auf der gleichen Fläche angebaut werden. Das war eine der wichtigsten Mitteilungen im Rahmen der Winterversammlungen des Landwirtschaftsamtes in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Der im Jahr 2009 eingeschleppte Maiswurzelbohrer, ein gefährlicher Schädling kann durch einen Fruchtfolgeabstand am besten bekämpft werden.


Rund 2000 Landwirte nahmen das Angebot wahr, sich umfassend über Neuerungen im Bereich Förderungen, den damit verbundenen Auflagen sowie über Aktuelles zur Betriebsführung zu informieren. Die Pflanzenbauberater Andreas Liebl und Rolf Oehler erläuterten die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Ackerflächen vor Erosion. Auf den kartierten, besonders gefährdeten Flächen verhindert eine Mulchsaat am besten die Bodenabschwemmung.

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Bei der Silagelagerung muss sichergestellt werden, dass kein Sickersaft abfließt und Gewässer verschmutzt. Ab 2013 muss bei jeder Siloanlage wenigstens ein 3000 Liter großer Auffangbehälter bzw. eine Ableitung in die Güllegrube vorhanden sein.

Ludwig Huber befasste sich mit der Wirtschaftlichkeit einer Milchleistungssteigerung in der Kuhhaltung. Die internetgestützte, papierlose Antragstellung und die Weiterentwicklung der Agrarpolitik der EU waren weitere Themen. Die 2012 begonnene Veranstaltungsreihe mit 17 Terminen in beiden Landkreisen war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Anteil der über das Internet gestellten Anträge von 17 Prozent im Jahr 2011 auf 62 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen ist. Dieser hohe Anteil online gestellter Anträge ist in erster Linie den vielen Landwirten zu verdanken, die sich Neuem nicht verschließen und bereit sind, dazuzulernen.

Die völlig papierlose Antragstellung wird laut Abteilungsleiter Hans Zens in diesem Jahr nochmals erweitert und verbessert. Der Landwirt kann im Internet nicht nur die allgemeinen Betriebsdaten prüfen und aktualisieren; ihm werden auch die 2012 neu erstellten Luftbilder seiner Flächen zu Verfügung gestellt. Der Umfang der bewirtschafteten Flächen ist die wichtigste Grundlage der Förderung. Deshalb sind die Landwirte jährlich aufgerufen, Flächen, die nicht mehr von ihnen bewirtschaftet oder neu von ihnen bewirtschaftet werden, sowie Veränderungen der Bewirtschaftungsgrenzen zu melden. Diese Änderungen ergeben sich zum Beispiel durch den Neubau von Straßen und Wegen, aber auch durch be-triebliche Baumaßnahmen. Auch diese Änderungen können mit Hilfe aktueller Luftbilder und einem Geoinformationssystem papierlos gemeldet werden.

Mit diesen Förderungen sind umfangreiche Auflagen in der Bewirtschaftung der Flächen und in der Tierhaltung sowie Dokumentationspflichten verbunden. Bei jährlichen Kontrollen durch überregionale Prüfteams wird die Einhaltung dieser Auflagen überprüft. Bei festgestellten Verstößen kommt es zu Kürzungen der Ausgleichszahlungen und zu Bußgeldverfahren. Gerade in diesem Bereich besteht von Seiten der Landwirte ein großes Interesse, auf dem neuesten Stand zu sein.

Diskussionen über die Agrarpolitik der EU nach 2013 rundeten die Informationsabende ab.