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Maibaum ist 27 Meter lang

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Der 27 Meter lange Maibaum wurde von vielen Überseer Trachtlern begleitet. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach – Nun ragt das Staudach-Egerndacher Traditionsstangerl wieder in den weiß-blauen Himmel, 27 Meter lang und kerzengerade.


Bei strahlendem Sonnenschein und hervorragender Stimmung wurde der Maibaum gemeinsam mit den Überseer Dieben aufgestellt. Die Überseer Trachtler hatten den Baum vor einigen Wochen in ihren Besitz gebracht. Festlich geschmückt und mit einem Pferdegespann wurde der lange Stamm nun wieder zurückgebracht. Auf der Achenbrücke wurden die Trachtler von Bürgermeister Hans Pertl und dem Trachtenvorsitzenden Klaus Weisser in Empfang genommen und mit der Marquartsteiner Blaskapelle in den Ort gespielt.

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Doch so einfach gaben die Überseer ihr Diebesgut nicht frei. Da half auch die Drohung mit Gefängnis nichts. Stattdessen wollten die Diebe eine ganze Palette Bier, Wein für die Dirndln und ein Spanferkel. Bürgermeister Hans Pertl konnte den Vorplattler der Überseer Trachtler, Leo Ehnle, auf die Hälfte des geforderten Biers herunterhandeln. Doch um die Brotzeit und 15 Flaschen Wein kam er nicht herum.

Auch sicherten die Staudach-Egerndacher Trachtler ihre Mithilfe beim Überseer Vereinsfest im August zu. Nur zwei Zentimeter musste der Baum einbüßen, bevor er wieder in den Besitz der Gemeinde Staudach-Egerndach überging. Traditionsbewusst wurde der Maibaum mit Schwaiberln mühsam in gerade einmal eineinhalb Stunden nach oben gehievt.

Viele Zuschauer beobachteten das Treiben und ließen sich von der Marquartsteiner Blaskapelle unterhalten. Währenddessen sorgte der Staudacher Trachtenverein für Speis und Trank. Die starke Kinder- und Jugendgruppe des Vereins präsentierte sich bei einigen Trachtentänzen und trug so zur ausgelassenen Stimmung bei.

Ein besonderer Höhepunkt war der erste Auftritt der »Staudach-Egerndacher Blaskapelle«. Etwas Lampenfieber war durchaus spürbar, zumal einige der rund 20 Beteiligten erst seit fünf Monaten ihr Instrument spielen. Möglich wurde die Kapelle durch die Gründung der Musikschule Staudach-Egerndach im Rahmen des Zusammenschlusses mit der Musikschule Grassau. Erstmals war nun ein Klassenunterricht für Erwachsene möglich. Viele der erwachsenen Musikschüler entschlossen sich ein Instrument zu lernen, andere konnten bereits spielen und lernten unter Anleitung von Hans Schmuck das Zusammenspiel in einer Kapelle.

Das Ergebnis konnte sich hören lassen, auch wenn das Repertoire mit drei Stücken noch relativ klein war. Begeisterten Applaus erhielten die neuen Musikanten jedenfalls, gaben sogar noch eine Zugabe und sind nun noch motivierter. Übrigens spielt Bürgermeister Hans Pertl auch in der Kapelle mit. tb

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