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Männerchor begeisterte bei Schlosskonzert

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Der Männerchor Grabenstätt unter der Leitung von Martin Lex (links) sorgte dafür, dass das Jahreskonzert des Männerchors allen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Simone Unterauer (links) und Katharina Schmidt von der »Viererloa-Musi« wirkten ebenfalls mit. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Über 100 Besucher kamen zum Jahreskonzert des Grabenstätter Männerchors in die Schlossökonomie; die hohen Erwartungen des Publikums sollten mehr als erfüllt werden.


Das facettenreiche Programm mit den 25 stimmgewaltigen Männern um Chorleiter Martin Lex, der Seebrucker Ausnahme-Sopranistin Agnes Heistracher und der großartigen »Viererloa-Musi« mit Katharina Schmidt (Flöte/Querflöte), Carolina Lex (Hackbrett), Simone Unterauer (Gitarre) und Gerhard Kuch (Kontrabass) war so hochklassig und kurzweilig, dass die Besucher auch nach zweieinhalb Stunden und dem Lied »Fahr ma hoam« noch nicht gehen wollten.

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Ein wenig lag dies wohl auch am Chianti-Wein, den Martin Lex dem Publikum sogleich als Zugabe zu kredenzen versprach – das Lied über den toskanischen Rotwein wurde, wie alle anderen klangvollen Darbietungen, mit warmem Applaus bedacht, in den sich auch immer wieder Bravo-Rufe mischten.

»Wein, Weib und Gesang« auf dem Programm

»Wein, Weib und Gesang« würden einfach zusammengehören, meinte Sprecher und Geschichtenerzähler Gustl Lex, der nicht nur als Chortenor gefragt war, sondern auch wieder die Lachmuskulatur und das Zwerchfell der Gäste ins Höhentraining schickte. Neben Liebesliedern wie »Ännchen von Tharau« und »Aber dich  gibt's nur einmal für mich« bekamen die Besucher auch Kostproben aus dem riesigen Weinlieder-Repertoire des Männerchors zu hören. Im ebenfalls angestimmten Udo-Jürgens-Hit »Griechischer Wein« gehe es aber – was viele nicht wüssten – um das Heimweh der griechischen Gastarbeiter, so Männerchor-Vorsitzender Gustl Lex.

Vom Abschiedsschmerz handelte auch das Lied »Innsbruck ich muß dich lassen« von Heinrich Isaack, dem bedeutenden Komponisten und Hofkapellmeister von Kaiser Maximilian I. Voller Trauer habe dieser einst »sein« Innsbruck verlassen müssen, »um ins Elend zu gehen«, so Lex. Mit »Elend« sei damals allerdings die Fremde oder das Ausland bezeichnet worden. Für Isaack war es aber wohl auch das Elend im heutigen Sinne. Ebenfalls »Weit, weit weg« ging es mit dem österreichischen Liedermacher und Weltmusiker Hubert von Goisern.

Nur ein Katzensprung ist es hingegen nach Seebruck, wo die mit dem Männerchor seit vielen Jahren befreundete Sopranistin Agnes Heistracher zuhause ist. Mit »Memory«, dem berühmtesten Lied aus Andrew Lloyd Webbers Erfolgsmusical »Cats« und ihrer einzigartigen Stimme sang sie sich in die Herzen des Publikums – begleitet von Martin Lex an der Zither. Mit der Gemeinschaftsproduktion »An dem reinsten Frühlingsmorgen« machte man dem deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe und dessen einzigem Duzfreund Carl Friedrich Zelter die Aufwartung.

Erinnerungen an den letzten Männerchorausflug nach Peißenberg wurden mit dem »Lied des Bergmannes« wach, das man auch am dortigen Bergwerkmuseum angestimmt hatte. mmü

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