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»Macht's es guad, macht's es besser«

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Konrad Glück mit seiner Frau Silvia auf dem Weg zum Alten Wirt in Seeon, wo er nach 24 Jahren als Bürgermeister von Seeon-Seebruck würdig verabschiedet wurde.

Seeon-Seebruck. Mit allen Ehren wurde Bürgermeister Konrad Glück aus seinem Amt verabschiedet. Glück war 24 Jahre 1. Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck und trat bei den Kommunalwahlen nicht mehr an. »Wir hatten 24 Jahre Glück«, sagte sein Stellvertreter Hans Huber im voll besetzten Saal beim Alten Wirt in Seeon, wo ihm die Vertreter der Vereine, der Kindergärten, Schule, Kirche, langjährige Mitstreiter und Weggefährten einen würdevollen Abschied bereiteten. Um Mitternacht hieß es dann: »Aus is und gor is.« Das scheidende Gemeindeoberhaupt überreichte seinem Nachfolger Bernd Ruth die Amtskette und wünschte ihm viel Erfolg.


Vor der offiziellen Zeremonie versammelten sich die Gäste auf dem Dorfplatz und ließen ihren Bürgermeister mit Salutschüssen und Blasmusik ein letztes Mal hochleben. Im kleinen Festzug ging es dann mit der Seeoner Blaskapelle zum Alten Wirt, wo sich die Seeoner Goaßlschnalzer formiert hatten und es kräftig knallen ließen. Mit großem Beifall wurde Glück mit seiner Familie begrüßt. Im Saal warteten schon die Kindergartenkinder, um dem Herrn Bürgermeister ein Ständchen zu bringen. Die kleinen Knirpse sangen aus vollen Kehlen. Als Gesangstalente erwiesen sich auch einige Gemeinderäte mit lustigen G´stanzln und natürlich durften auch Geschenke und wohlwollende Worte und Dankesreden nicht fehlen.

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Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Glück sei stets harmonisch und vertrauensvoll gewesen, basierend auf gegenseitigem Respekt« sagte die Schulleiterin der Seeoner Volksschule, Luzi Schöfftenhuber, dem Traunsteiner Tagblatt. »Wir hatten mit ihm viel Glück.«

2. Bürgermeister Hans Huber sprach von einer Ära, die nun zu Ende gehe. Glück hinterlasse ein wohlbestelltes Haus. Er habe es wie kein Zweiter verstanden, aus einer hochverschuldeten Gemeinde eine nun schuldenfreie zu machen. Sparen, wo es nicht weh tue, Schulden abzubauen und dabei trotzdem die Gemeinde weiter- zuentwickeln und Investitionsstaus zu vermeiden, mit diesem Versprechen sei Konrad Glück vor 24 Jahren als Bürgermeister angetreten und er habe sein Versprechen gehalten. Ihm sei auch wichtig gewesen, dass sich junge Familien in der Gemeinde ansiedeln konnten und Gewerbebetriebe in der Gemeinde zu halten beziehungsweise neue hinzuzugewinnen. Für eine zentrale Schule für die ganze Gemeinde, Kindergärten und Kinderkrippen sei er ebenso eingetreten wie für attraktive Freizeiteinrichtungen. Auch für die Vereine habe er stets ein offenes Ohr gehabt, habe sie aber gleichzeitig in die Pflicht genommen. Finanzielle Hilfen für die Vereine habe er immer als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit seien die Sporthalle in Seeon oder der Bürgersaal in Truchtlaching. Beides echte Schmuckstücke in der Gemeinde, die ohne das große Engagement der Vereine nicht entstanden wären.

Bei all seinem Tun und Handeln habe Glück die Messlatte sehr hoch gelegt und bis zur letzten Stunde aktiv geschaut, dass was vorangehe, so Huber. Dieser Ehrgeiz sollte auch weiter Ansporn sein für eine lebens- und liebenswürdige Gemeinde, die sich auch mit einem reichen Kunstschatz schmücken kann. Als kunstsinniger Mensch habe Glück es auch geschafft, das Erbe des international anerkannten Künstlers Heinrich Kirchner, der mehrere Jahre in Pavolding lebte, dauerhaft für die Gemeinde zu sichern. Auch einige Skulpturen von Walter Angerer dem Jüngeren, der ebenso wie die Kirchner-Erben persönlich anwesend war, bereicherten mit seinem Zutun hin die Gemeinde. »Wir hätten auch die nächsten sechs Jahre noch Glück brauchen können. Andererseits gönnen wir Dir mehr Freizeit und mehr Zeit mit Deiner Frau, Deinen beiden Töchtern und den vier Enkelkindern.«

Sichtlich gerührt nahm Glück die Lobeshymnen und Abschiedsworte und nicht zuletzt die vielen Geschenke entgegen. Zurückblickend auf die vergangenen 24 Jahre stellte er fest, sein Ziel, die Gemeinde zu entschulden und gleichzeitig entsprechende Investitionen zu tätigen, erreicht zu haben. So könne er beruhigt aufhören. Der konsequente Weg sei aber nur mit Hilfe des Gemeinderats gelungen, bei dem Glück sich ausdrücklich bedankte. »Alles hat seine Zeit, meine Zeit war 24 Jahre Bürgermeister.« Seinem Nachfolger Bernd Ruth wünschte er viel Erfolg, gute Nerven und die Unterstützung der Bürger, um die anstehenden Projekte zu bewältigen. Mit den Worten: »Macht´s es guad, macht´s es besser«, ließ er es gut sein und genoss sichtlich gerührt den lang anhaltenden Applaus. ga