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Macht Rot die Schüler aggressiv?

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Die Gemeinderäte entschieden sich am Ende dann doch mehrheitlich für das kräftige Rot im Zugangsbereich der neuen Grundschule. (Foto: Höfer))

Petting – Oben ein sanfter Grauton, unten Ocker mit Orange-Anteil, und in der Mitte ein kräftiges dunkles Rot. Pettings Gemeinderäte sollten sich vor der jüngsten Sitzung noch einmal die Farbmuster an der neuen Grundschule ansehen, um dann zu entscheiden, wie der Arkadenbereich beim Zugang zum Haupteingang gestaltet wird. Trotz Bedenken votierte am Ende doch eine deutliche Mehrheit für ein kraftvolles Rot.


»Rot weckt eher Aggressionen«, befürchtete Franz Vordermayer. »Mir gefällt es nach wie vor«, betonte Bürgermeister Karl Lanzinger, und auch der Architekt tendiere zu dieser Farbe. »Bei der Feuerwehr würde ich mir da nichts denken«, blieb Vordermayer dabei, »aber an der Schule?« Boden und Decke würden doch anders gestaltet, relativierte der Rathauschef, und nach links weise der Blick ins Freie.

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»Es wird doch wohl keiner den ganzen Tag vor der Wand stehen«, bezweifelte Martin Häusl einen Einfluss auf die Befindlichkeit. »Gut so«, dafür sei doch innen alles grün, blickte Andreas Götzinger auf das Ganze und auch Lanzinger lobte die »klare Farbgebung«. Zudem würde sich das Rot in der Pfosten-Riegel-Fassade sowie im Türrahmen fortsetzen.

»Tendenz rot, aber nicht so kräftig«, schlug Philipp Strohmeyer eine neue Richtung vor, worauf jedoch Roland Krammer widersprach: »Jung und frisch, das ist doch kein Altenheim.«

»Frisch ja, aber ausgerechnet rot«, blieb Vordermayer weiterhin skeptisch, während Häusl eine einzelne Wand für unproblematisch hielt.

Widrigenfalls müsste man weitere Farbmuster erstellen lassen, warnte Lanzinger vor einem neuerlichen Zeitverlust, im Übrigen würden immer ein paar dagegen sein. Das Ganze müsse ja auch nicht 20 Jahre Bestand haben, so der Bürgermeister, eine Wand ließe sich nach fünf Jahren wieder ganz anders streichen. Bei vier Gegenstimmen votierte eine deutliche Mehrheit für das kräftige Rot. 3. Bürgermeister Thomas Stippel schob noch eine unkonventionelle Lösung nach: »Dann geben wir halt den Kindern Sprühdosen in die Hand.« Malen dürfen die übrigens im Rahmen des Ferienprogramms in der alten Schule. Ehe die abgerissen wird.

Standort für Linden gesucht

Die Winterlinde ist der Baum des Jahres 2016. Sie war einst markanter Haus- und Hofbaum, landschaftsprägender Einzelbaum oder auch Straßen- und Alleebaum. Nicht zuletzt ist der Baum mit seiner späten Blüte und den an Honigtau reichen Blättern im Hochsommer auch eine wertvolle Bienenweide. Der Landschaftspflegeverband Traunstein möchte daher den Anlass nutzen, um für diesen stattlichen Baum zu werben. In jeder der 35 Landkreis-Gemeinden sollen mindesten drei Winterlinden gepflanzt werden, in Summe also über 100 Stück.

Unter gewissen Voraussetzungen werden die Kosten für den Baum und für Pflanzubehör vollständig übernommen. Das Pflanzen und die Pflege soll der Grundstückseigentümer erledigen. Die Gemeinden werden gebeten, kommunale Grundstücke dafür zur Verfügung zu stellen und bei den Bürgern für die Aktion zu werben. Gepflanzt werden soll zwischen Anfang November und Anfang Dezember 2016.

»Als Ersatz für die Birken im Pausenhof der neuen Schule«, schlug Franz Vordermayer spontan vor, eine Linde böte Schatten für die Kinder. »A Lind’n is a Saubaam«, warnte dagegen Josef Stippel, »da foit des ganze Jahr was oba.«

»Wie schaut es da mit Allergikern aus?«, gab Philipp Strohmeyer zu bedenken. »Am neuen Lagerhaus«, brachte Christian Mayer einen weiteren Standort ins Gespräch. »Oder ins Gewerbegebiet«, blickte Roland Krammer in die andere Richtung, denn »die Leute« würden sich eh beschweren, dass es dort »so greislich« aussehe.

Gleich wie: »Die Bürger sollen sich bei uns rühren, wenn sie Vorschläge oder Flächenangebote haben«, schloss Karl Lanzinger, und auch die Gemeinderäte sollten sich im Rathaus melden, falls ihnen noch ein geeigneter Standort einfalle. höf