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Machbarkeitsstudie für das Heimathaus

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In die Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Heimathauses einbezogen werden soll auch das Mayer-Haus (das grüne Haus), das der Stiftung Heimathaus seit Mai 2016 gehört. Das beschlossen der Kultur- und Sportausschuss sowie der Finanzausschuss. (Foto: Hohler)

Traunstein – Eine Machbarkeitsstudie soll es für die Sanierung des Heimathauses geben. Das beschlossen sowohl der Kultur- und Sportausschuss als auch der Finanzausschuss in deren letzten Sitzungen.


Dabei soll auch das Mayer-Haus (Stadtplatz 4) einbezogen werden. Es gehört der Stiftung Heimathaus (Träger sind die Stadt Traunstein und der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein) seit Mai 2016.

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»Wir müssen an den elektrischen Anlagen im Heimathaus sowieso was machen«, brachte es Robert Sattler (SPD) auf den Punkt. »Da sollten wir jetzt keine Flickschusterei betreiben.« Denn Ziel einer umfassenden Sanierung des Heimathauses – und damit der Anwesen Stadtplatz 2 (Brothaus- oder Oberer Stadtturm), Stadtplatz 3 (Zieglerwirtsanwesen) und Stadtplatz 4 (Mayer-Haus) – sollte nach Vorstellung der Verwaltung eine deutliche Attraktivitätssteigerung des Museums sein.

Museumskonzept als Basis für den weiteren Umbau

Bei einem Ortstermin hatten Vertreter der Landesstelle für nichtstaatliche Museen zu einer Machbarkeitsstudie mit einem tragfähigen Museumskonzept geraten. Auf dieser Basis könnten dann in einem weiteren Schritt der notwendige Umbau und dessen Finanzierung geklärt werden. Die Kosten wurden auf rund 40 000 Euro beziffert, von denen die Landesfachstelle 30 bis 40 Prozent in Aussicht stellte. Sie wäre auch bei der Erstellung behilflich. Der Historische Verein würde weitere 10 000 Euro beisteuern.

»Wir haben das Mayer-Haus gekauft, jetzt müssen wir die Attraktivität steigern«, sagte zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) dazu. »Natürlich kostet die Machbarkeitsstudie was, aber wenn es eine Verbesserung des Heimathauses bewirkt, sollte sie uns die 15 000 bis 18 000 Euro wert sein. Wenn wir das nicht nutzen, war es ein Fehlkauf.«

Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) ergänzte: »Das ist ein ganz wertvoller Komplex. Wenn wir nur die Hülle besitzen, ist es schade ums Geld. Das ist ein Glücksfall, dass die Stadt an das Mayer-Haus gekommen ist, da müssen wir jetzt was draus machen.« Auch Robert Sattler fand die Renovierung alternativlos: »Die einen haben die Berge, die anderen die Seen. Wir sind in gewisser Weise für die Tourismusangebote bei Regen zuständig.«

»Mir wird da schon bang vor dem Nachtragshaushalt«

Ursula Lay (UW) äußerte ihre finanziellen Sorgen: »In den letzten Monaten haben wir schon wieder einiges beschlossen mit dem Argument, da müssen wir investieren. Mir wird da schon bange vor dem Nachtragshaushalt.« Dazu sagte Kegel: »Das ist korrekt, aber die Debatte um den Nachtragshaushalt führen wir jedes Jahr, und das nicht erst seit drei Jahren. Dinge, die wir jetzt brachliegen lassen, kosten uns auf Dauer mehr Geld. Aber ich gebe ihnen völlig recht, wir alle haben die Finanzen im Hinterkopf.«

Uwe Steinmetz (UW) erinnerte daran, dass ja das Mayer-Haus auch Mieteinnahmen bringe. Und Christa Fuchs (CSU) erinnerte an die vielen ausgelagerten Dinge aus dem Heimathaus, die eine Heimat bräuchten. »Wir haben's gekauft, jetzt müssen wir auch was draus machen, sonst haben wir keinen Mehrwert«, sagte dazu auch Stephan Hadulla (Grüne). Einstimmig stimmte der Kultur- und Sportausschuss der Machbarkeitsstudie zu.

Im Finanzausschuss gab es dagegen zwei Gegenstimmen. »Ich frage mich nur, ob wir das unbedingt im Nachtragshaushalt 2017 machen müssen oder ob es 2018 auch noch reicht.« Dem hielt Oberbürgermeister Christian Kegel entgegen: »Das ist 2017 sicher nicht teurer als '18, eher umgekehrt. Und es geht ja jetzt nur um Erfahrungswerte. Man kann das auch erst in zehn Jahren machen, aber was ist bis dahin mit dem Haus?«

»Das Haus nicht vor sich hin gammeln lassen«

Auch dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) mahnte ebenso, wie Christa Fuchs: »Wir sollten das Haus nicht vor sich hin gammeln lassen, sondern schauen, was man machen kann. Das hat eine wunderschöne Terrasse, da könnte man vielleicht ein Café machen.«

»In welchem Haushalt wir das verbuchen, ist letztlich eine Zahlenspielerei«, sagte dazu Ernst Haider (UW). »Aber ich seh' das schon problematisch. Die Kosten in den Folgejahren sind noch nicht in den Haushalten drin. Und wir haben uns doch selbst auferlegt, bei freiwilligen Leistungen sparsam zu sein.« Waltraud Wiesholler-Niederlöhner zeigte Verständnis: »Diese Argumente sind nicht von der Hand zu weisen, und natürlich weckt eine solche Studie Begehrlichkeiten. Wir sollten jetzt aber erst einmal überlegen, was können wir uns vorstellen und was kostet uns das irgendwann.« coho

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