weather-image
12°

Lydia Wembacher mag nicht mehr: Austritt aus dem Waginger Gemeinderat

4.8
4.8
Bildtext einblenden
Foto: Eder

Waging am See - Lydia Wembacher (62) hat die Nase voll vom Gemeinderat. Am gestrigen Freitag hat sie im Rathaus ihr Rücktrittsschreiben abgegeben. In einem Telefonat mit unserer Zeitung gibt sie als Grund dafür in erster Linie an, dass demokratisch gefasste Beschlüsse in folgenden Gemeinderatssitzungen immer wieder von neuem aufgegriffen würden, dass immer wieder „nachgekartelt“ werde. Als Beispiele nannte sie zum einen die neue Waginger Weihnachtsbeleuchtung und nicht zuletzt auch die geplante Ansiedlung von Rewe-Rossmann.

Anzeige

Stundenlang werde in den Sitzungen immer wieder über das gleiche Thema diskutiert, die Sitzungen dauerten oftmals bis zu fünf Stunden – „und es kommt nix raus dabei“. Sie sei jetzt 62 Jahre alt geworden, sie sei inzwischen das zehnte Jahr Mitglied im Gemeinderat. Jetzt reiche es ihr, dieses ewige Nachtarocken vertrage sie nicht mehr: „Das mag ich nicht mehr“, stellt sie sachlich fest, und deshalb habe sie, wie schon des längeren überlegt, jetzt ihren Rücktritt eingereicht. Sie habe für den Gemeinderat kandidiert und sei viele Jahre Vorsitzende des Vereins Waging bewegt gewesen, um etwas zu bewegen. Das aber sei in diesem Gemeinderat nicht mehr möglich, sagt sie, außerdem beklagt sie zu wenig Unterstützung, etwa wenn es um das Thema Parkplätze gehe, das von ihr seit Jahren immer wieder angesprochen werde: „Aber da werde ich nur belächelt.“

Bürgermeister Herbert Häusl war heut nur ganz kurz im Rathaus, war dann in der Kreistagssitzung. Daher wisse er von nichts, wie er auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts sagte. Auf Lydia Wembacher angesprochen, meinte er, diese habe tatsächlich "in letzter Zeit etwas frustriert gewirkt", und sie habe schon mal erwähnt, dass sie möglicherweise als Gemeinderätin aufhören wolle.

Er selbst, so betonte er, habe mit Lydia Wembacher keinen Ärger gehabt, man habe sich vielleicht mal "etwas gehakelt". Aber die Tatsache, dass sie jetzt tatsächlich zurücktreten wolle, die überrasche ihn wirklich.

Nachrückerin im Marktgemeinderat wäre übrigens Magdalena Obermaier, die in Tettenhausen wohnende Tochter der Tachinger Bürgermeisterin Ursula Haas. he

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen