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Lukas Gispert mit herausragendem Ergebnis

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Er war  der  Beste bei den Zimmerern: Lukas Gispert (Zweiter von links) vom Ausbildungsbetrieb Regnauer Fertigbau. Daneben (von links): stellvertretender Kreishandwerksmeister Johannes Haas, stellvertretender Obermeister Norbert Kendler und Obermeister Josef Lechner. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – 39 junge Gesellen aus dem heimischen Zimmerer-Handwerk hatten allen Grund zur Freude: 37 Zimmerer und zwei Ausbaufacharbeiter feierten ihre erfolgreiche Gesellenprüfung im Rahmen der traditionellen Freisprechungsfeier der Zimmerer-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land. Mit dabei im Gasthaus Sailer-Keller in Traunstein waren viele Gäste aus Kommunalpolitik, Handwerk, den Berufsschulen sowie den Ausbildungsbetrieben und Familien der Gesellen.


Obermeister Josef Lechner sagte in seiner Begrüßungsrede, es sei eine besondere Freude, dass wieder viele gekommen seien. »Das zeigt auch etwas von dem Stolz, den ihr habt, einen so ehrenwerten Beruf gelernt zu haben.« Die jungen Handwerker hätten eine gute berufliche Perspektive: »Diejenigen, die den Handwerksberuf 'von der Pike' auf lernen und mit beiden Beinen im Leben stehen, das sind diejenigen, die in den Betrieben gefragt sind«, meinte er und fügte unter dem Schmunzeln so mancher der Anwesenden hinzu: »De san a bei den Mädln gfrogt.«

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Der Notendurchschnitt lag bei 2,5

Lechner lobte auch die Ausbilder, die die jungen Zimmerer »so richtig an der Hand nehmen« und ihnen Wissen und Können vermitteln würden. Der stellvertretende Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Andreas Schillinger, lieferte statistische Eckdaten zur Prüfung beziehungsweise dem Abschluss der Ausbildung. Alle, die zur Prüfung angetreten sind, bestanden auch. Der Notendurchschnitt aus Praxis und Theorie lag bei 2,5. »Kompliment, ihr habt sauber gearbeitet.« Der Obermeister ergänzte: »Wir haben einen guten Jahrgang gehabt.«

Wolfgang Kurfer, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit Innung, Bildungszentrum und Ausbildungsbetrieben. Als »sichtbares Zeichen des Berufs« seien Bauteile gerade beim Hausbau zu sehen. Zimmerer seien auch in Sachen Klimaschutz gefragt. »Ihr bereichert die bayerische Heimat. Ich habe große Achtung vor diesem traditionellen Beruf.«

Die jungen Gesellen müssten nun selbst Verantwortung übernehmen und hätten wohl bald selbst einen Auszubildenden an der Hand, dem man Kenntnisse vermitteln müsse, so Kurfer. »Ich wünsche euch, dass ihr euren optimalen Berufsweg zielstrebig weiter verfolgt.«

Traunsteins zweiter Bürgermeister Hans Zillner, seit Jahrzehnten dem heimischen Handwerk verbunden, sagte in seinem Grußwort zur »großen Zimmerer-Familie«: »Heute gibt es einen Grund zum Feiern, heute ist euer Tag, auf den ihr euch schon lang freut«, sagte er in Richtung der ehemaligen Lehrlinge. Seien Lehrjahre gemäß des alten Spruchs doch keine Herrenjahre.

Sie würden nicht mangels Beweisen freigesprochen, sondern deshalb, weil sie umfangreiche Kenntnisse erworben hätten. »Ihr habt einen schönen Beruf gewählt, mit einer Jahrhunderte alten Tradition und trotzdem enorm zukunftsträchtig.« Den Betrieben dankte er für die hohe Ausbildungsbereitschaft.

Der eigentliche Höhepunkt der Feier sind traditionell die – zumeist vom Obermeister oder Kreishandwerksmeister – vorgenommenen Freisprechungen, was in früheren Jahrhunderten zumeist auch bedeutete, dass die jungen Handwerker aus einem oft nicht ganz einfachen Lehrlingsleben und einer sehr engen Bindung an den Lehrherrn wurden. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister für das Berchtesgadener Land, Johannes Haas, griff das traditionelle Prozedere auf und sprach die »Noch-Lehrlinge« frei und hob sie unter dem Applaus der vielen Anwesenden in den Stand der Jung-Gesellen.

Zuvor betonte er in einer kurzen Rede, dass die jungen Gesellen nun den verdienten Lohn in Form des Gesellenbriefs erhielten. »Sie werden von der Schule und von ihrem Meister freigesprochen. Sie treten von der Schule und auch von ihrer Handwerkerfamilie aus.« Er betonte, dass es umfangreiche berufliche Perspektiven für die jungen Zimmerer gäbe. Auch er wies darauf hin, dass ein erfolgreiches Bestehen am Arbeitsmarkt nur mit entsprechender Qualifikation möglich sei. »Nehmen sie an den angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten teil.«

Viele Gesellen kamen in der Zimmerer-Kluft zur Feier

Anschließend gab es die begehrten Gesellenbriefe. Herausragend bei der diesjährigen Prüfung war Lukas Gispert vom Ausbildungsbetrieb Regnauer Fertigbau in Seebruck. Die Bestleistung mit jeweils der Note Eins bedeutete in der Gesamtabrechnung ebenfalls Note eins und damit ein herausragendes Ergebnis.

Die Freude über den erfolgreichen Abschluss war so manchem stolzen jungen Zimmerer ins Gesicht geschrieben. Die traditionelle Verbundenheit mit dem eigenen Handwerk zeigte sich auch in der Kleidung der meisten jungen Gesellen, kamen sie doch in der bekannten Zimmerer-Kluft oder in bayerischer Tracht. »Der Zimmererberuf ist fast schon mehr eine Berufung«, sagte Obermeister Lechner dazu. Die »Durchleiten-Musi« sorgte an dem Festabend für die richtigen musikalischen Klänge. awi

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