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Ludwig Entfellner führt DASSU

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Das Leitungstrio der DASSU bleibt unverändert: Bürgermeister und Vorsitzender Ludwig Entfellner (von rechts) sowie Jörg Stadter und Thomas Ager, die weiterhin die Geschäfte führen. (Foto: Flug)

Unterwössen – Bürgermeister Ludwig Entfellner tritt in die Fußstapfen von Landrat Siegfried Walch, zumindest was das Amt des Vorsitzenden bei der DASSU, der Deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen, angeht.


Ansonsten blickte der Verein am Unterwössner Flugplatz in seiner Jahreshauptversammlung auf ein Jahr der Konsolidierung.

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Im Vorfeld zeigte sich das Thema der Neuwahlen bei der DASSU spannend. Landrat Siegfried Walch hatte schon seit Längerem gebeten, einen Nachfolger für seine Position als erster Vorsitzender zu finden. Wie sein ständiger Vertreter in der Jahreshauptversammlung, Regierungsdirektor Florian Amann, ausführte, ist er in seinem täglichen Terminplan zu sehr belastet. Die DASSU stellt sich immer mehr wie ein stattliches Unternehmen dar.

Die beiden geschäftsführenden Vorsitzenden Jörg Stadter und Thomas Ager sahen sich mit der Aufgabe, das im Ehrenamt zu führen, an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Einige Gespräche im Vorgriff auf diese Jahreshauptversammlung im Schulungsgebäude der DASSU beseitigten die Ungewissheiten um eine neue Vereinsspitze.

»Es wäre zwar schön, weiterhin einen Vertreter des Landkreises an der Spitze zu sehen«, so Bürgermeister Entfellner. Er verwies auf die Bedeutung des Vereins für das Achental, den eingespielten Geschäftsbetrieb mit beeindruckenden Zahlen und das gute Betriebsklima. Vor allem stellte Entfellner die ehrenamtliche Tätigkeit heraus, die am Flugplatz ihre Heimat hat. So habe er sich entschieden, für den ersten, den repräsentierenden Vorsitzenden zu kandidieren. Seine Aufgabe sehe er darin, den beiden geschäftsführenden Vorsitzenden Jörg Stadter und Thomas Ager, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Stadter und Ager waren sich in einem Punkt einig: »Drei tolle Jahre liegen hinter uns«, so sprach Jörg Stadter es aus. Nach langen Gesprächen seien sie beide zur Überzeugung gelangt, die Arbeit weiter fortzusetzen. Ausschlaggebend sei das eingespielte Team aus Angestellten und ehrenamtlichen Kräften, das sie nach wie vor hinter sich wüssten.

Die Neuwahlen verliefen problemlos und einstimmig. Kassenprüfer wurden Gabi Klein, Vorsitzende der Segelfluggruppe Siemens München am Flugplatz und Manfred Schneider, Vorsitzender der Flugsportgruppe Unterwössen.

Zuvor hatte Jörg Stadter den Jahresbericht vorgebracht. Das vergangene Jahr war unfallfrei, es gab 20 983 Starts am Unterwössner Flugplatz mit 9149 Flugstunden. Auf das Konto der DASSU gingen davon 18 712 Starts und 4451 der Stunden. 719 Kunden nutzten das Angebot der DASSU, die Kundenzahlen zeigen sich stabil. 48 Schüler legten die A-Prüfung ab, 24 erwarben die Segelflug-lizenz. 20 Schüler wurden Motorseglerpiloten, vier erwarben die Lizenz für Ultraleichtflugzeuge. Die Zahlen am Flugplatz pendeln sich auf diesem Niveau solide ein.

Etwas früher als im Vorjahr starteten die Segelflieger Mitte März 2016 die Windensaison. Der Windenbetrieb endete am 1. November. Die Saison war geprägt von wechselhaften Wetterlagen, die ersehnten lang anhaltenden oder planbaren Schönwetterperioden blieben aus. Trotzdem waren die Streckenfluglehrgänge ausgebucht und neben den vielen Theoriestunden blieb zwischen den Regentagen Zeit für lehrreiche Flüge. Philipp Kudelka bildete mehrere Piloten im Kunstflug aus.

Die Anfängerschulung zeigte sich vom Wetter unbeeindruckt und nutzte die fliegbaren Stunden. Um den Schul- und Ausbildungsleiter Jörg beschäftigt die DASSU insgesamt elf Mitarbeiter im Stammteam. Garant für die kostengünstigen Preise am Unterwössner Flugplatz sind aber vor allem die ehrenamtlichen Helfer und 30 Gastfluglehrer, das stellte Stadter nachdrücklich heraus.

Die jährliche Flugplatzüberprüfung vom Luftamt Südbayern verlief ohne Beanstandungen. Der Kiosk läuft unter der Führung von Michaela Mix gut.

Der Ausblick auf das Jahr 2017 orientiert sich sehr an den Zahlen des Vorjahres. Die Minutenpreise bei einigen Segelflugzeugen wurden geringfügig angepasst. Die Verwaltungsgebühren am Flugplatz wurden um zwei Euro/Tag erhöht. Stefan Pracher und Sven Koch haben im Februar in Dessau den Lehrgang zum Luftfahrtgeräte-Prüfer Klasse 3 belegt und die Prüfung mit Erfolg bestanden.

Auch 2017 stehen Instandsetzungsarbeiten am Flugzeugpark an. Daneben wird in die Gebäude investiert. Das in Teilen ungenutzte Starthaus am Streichenweg soll zukünftig einen Info-Point für Piloten und Gäste bieten. Derzeit wird die aus dem Jahr 1975 stammende Geschäftsordnung neu angepasst.

Im Kassenbericht legte Dr. Thomas Scheid ein finanziell konstantes Ergebnis dar. Optisch fällt das sogar noch besser aus, weil ein großer Betrag aus dem Vorjahr erst in 2016 gebucht wurde.

Der Mitgliedsbeitrag wurde einstimmig auf 520 Euro im Jahr festgelegt. Vereinsmitglieder der DASSU sind keine Einzelpersonen, sondern Institutionen und die Vereine am Flugplatz. lukk