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Löschwasserzisterne in Hausen geplant

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Foto: pixabay.com

Kirchanschöring – Die Gemeinde Kirchanschöring will an der Bushaltestelle in Hausen eine Löschwasserzisterne bauen lassen.


Im Notfall wolle man von dort aus in Windeseile eine Leitung aufbauen. »Das ist zwar schon beschlossene Sache, aber die Öffentlichkeit wurde bislang noch nicht mit der Sachlage vertraut gemacht«, sagte Bürgermeister Hans-Jörg Birner in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats.

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Er bat den Kommandanten der Kirchanschöringer Feuerwehr, Johann Kirchhofer, die aktuelle Situation in Hausen vorzustellen. Diese hatten die örtlichen Feuerwehren ermittelt, als sie im kommunalen Auftrag die Verfügbarkeit von Löschwasser in dieser Gegend überprüft hatten.

»Das Wasserreservoir wird gebraucht, weil die vorgehaltenen Löschmittel im Ernstfall nicht ausreichen«, teilte Kirchhofer mit. Er nannte vier konkrete Gründe, die zum Handeln zwingen: Zum einen befinden sich beide Hydranten in Hausen auf einer Stichleitung des öffentlichen Trinkwasserleitungsnetzes, der die Feuerwehr nur eine maximale Löschwassermenge von 400 Liter in der Minute entnehmen kann. Zum anderen liegen beide Hydranten im sogenannten Trümmerschatten landwirtschaftlicher Gebäude und stehen damit im Gefahrenbereich, in dem Lebensgefahr durch herabfallende Trümmer besteht. Daher müsse man den Trümmerschatten bei der Postierung von Rettungskräften berücksichtigen.

Gebäude stehen eng aneinander

Eine weitere Rolle spiele auch die Art der Bebauung. Es handle sich überwiegend um landwirtschaftlich genutzte Gebäude, die sehr eng aneinander stünden. Da komme es schnell zu Strahlungshitze, Flammenübersprung oder Funkenflug, was wiederum mehr Löschwasser verlange, um die Nachbarhäuser zu schützen. Darüber hinaus sei auch die unabhängige Löschwasserversorgung, die nicht von einem Rohrleitungssystem abhängig ist, durch die Löschweiher nicht gesichert, weil deren Pegel im Sommer starken Schwankungen unterliegen oder weil sie im Winter zufrieren.

Durch die Art von Bebauung in Hausen müsse die Fördermenge an Wasser aus der Löschwasserzisterne laut Vorschrift 96 Kubikmeter pro Stunde betragen, sagte Kirchhofer. Da die Berechnung aber von einer zweistündigen Löschtätigkeit ausgeht, erstelle die Gemeinde eine betonierte Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 200 Kubikmeter.

Mit dem vorhandenen Schlauchmaterial der beiden Wehren könne man Schlauchstrecken für das Löschwasser legen, das man künftig diesem unterirdischen Wasserreservoir entnimmt, um so die Orte Dürnberg, Pirach, Röhrmoos, Herrnöd, Rehwinkel, Reschberg, und Lohen/Sauberg gut zu erreichen.

Ratsmitglied Hans Armstorfer fragte nach, ob man nicht zusätzlich zur Zisterne einen weiteren Hydranten an die Leitung, die außerhalb von Hausen liegt und von Reschberg herkommt, setzen könne. Als früherer Feuerwehrkommandant widersprach Gemeinderat Heinrich Wallner: »Dort war früher schon mal ein Hydrant, der aber entfernt werden musste, weil im Bedarfsfall das Wasser an anderer Stelle fehlte.«

Löschwasserversorgung jetzt sichergestellt

Dr. Michael Hüller zeigte sich erschrocken, »dass die Gemeinde in Hausen bislang noch nichts unternommen hat, um das Problem zu lösen«. Hüller erkundigte sich auch danach, wie die Löschwassersituation in anderen Ortsteilen ist. Kommandant Kirchhofer bestätigte, dass mit dieser Zisterne im Bereich Kirchanschöring die Löschwasserversorgung sichergestellt sei.

Bürgermeister Birner ließ schließlich noch wissen, dass die Gemeinde dennoch mit beiden Feuerwehren im Gemeindebereich eine Optimierung der Löschwasserversorgung durch weitere kleinere Zisternen prüfe. ca

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