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Die 600 Jahre alten Bäume in Ruhpolding zählen zu den schönsten Bäumen in Deutschland

Linden bei St. Valentin werden Naturdenkmal

Ruhpolding – Die drei alten Linden vor der Kirche St. Valentin im Ruhpoldinger Ortsteil Zell sollen als Naturdenkmal unter Schutz gestellt werden. Damit ist im Kampf um den Erhalt der bis 600 Jahre alten Bäume ein wichtiges Ziel erreicht.

Die drei Linden vor der Kirche St. Valentin sollen mit einer Rechtsverordnung des Landratsamts als Naturdenkmal unter Schutz gestellt werden. (Foto: Burghartswieser)

Im Oktober des vergangenen Jahres kündigte die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Traunstein an, eine Rechtsverordnung über die Inschutznahme des Lindenensembles an der sogenannten »Zeller-Kirche« zu erlassen und damit die Bäume als Naturdenkmal auszuweisen. Bis Anfang Dezember lag der Entwurf dieser Rechtsverordnung im Landratsamt und in der Gemeinde öffentlich auf. Jetzt soll die Verordnung nach Unterzeichnung in Kraft treten.

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Das freut besonders den Initiator zum Erhalt der Linden, Sepp Plenk. Besonders stolz ist er, dass diese Linden im Buch »Alte liebenswerte Bäume in Deutschland« von Hans Joachim Fröhlich erwähnt werden und damit der Nachweis erbracht wurde, dass diese zu den schönsten Bäumen zählen. Seiner Ansicht nach ist zumindest eine Linde, die einen Durchmesser von gut zwei Meter hat, rund 600 Jahre alt, was auch Experten bestätigten. »Eine Linde lebt ewig, wenn man sie lässt«, schwärmt Plenk und ergänzt: »Wenn die Nachkommen ein wenig Hirn und Respekt vor dem Baum haben, so haben sie Jahrhunderte lang Freude damit«.

Dass es gerade um den ältesten Baum des Ensembles nicht immer zum Besten stand, zeigt ein Rückblick in die Geschichte. Im Mai 2001 versetzte eine Mitteilung der Kirchenverwaltung die Einwohner des Ortsteils Zell in helle Aufregung. Darin wurde mitgeteilt, dass eine der drei Linden vor der Kirche St. Valentin gefällt werden müsse. Ein Gutachten hatte ergeben, dass für den Baum die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sei. Auslöser war ein Sturm, der im Herbst davor einen riesigen Ast abriss und auf den Kirchenweg fallen ließ.

Die Sachverständigen bescheinigten dem Baum zwar »eine relativ gute Standsicherheit«, aber einige Teile des Stamms seien verfault. Nach dem Gutachten wäre grob geschätzt ein Betrag von damals 10 000 Mark für die Sanierung notwendig gewesen, dazu hätte zusätzlich eine Summe von 500 bis 1000 Mark jährlich für regelmäßige Kontrollen aufgewendet werden müssen. Daher hatte sich die Kirchenverwaltung »schweren Herzens einstimmig für die Fällung des Baums entschlossen«. Auch die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts kam damals zu der gleichen Einschätzung. Gleichzeitig wurde entschieden, an gleicher Stelle eine neue Linde zu pflanzen.

Eine sofortig einberufene Initiative zur Rettung der alten Linde unter der Führung von Sepp Plenk verhinderte die Fällung. Die Beteiligten dieser Initiative erklärten sich bereit, die Kosten für die Sanierung und die fortlaufende Pflege aufzubringen, die im Gutachten geforderten notwendigen Maßnahmen, welche die Standsicherheit garantieren, zu erbringen und dafür zu sorgen, dass die Linde nach der Sanierung die mächtige Form nicht verliert. Im Dezember 2005 wurde schließlich der Verein »Rettung der alten Linde St. Valentin-Zell« gegründet, dessen Vorsitz Sepp Plenk übernahm.

Damit dürfte nun das Weiterleben der Linde gesichert sein. »Es ist für unseren Verein sehr beruhigend, dass unser Pfarrer Otto Stangl und Konrad Fegg als Kirchenpfleger mit einem Vertrag den Erhalt der Linde bestätigten«, meinte Plenk. hab