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»Liebeserklärung an Stadt und Landkreis«

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Pfarrer Constantin Bartok (links) und Pfarrer Andrei (rechts) sowie der Pfarrgemeinderat der rumänisch-orthodoxen Gemeinde Traunreut zeigen stolz das Modell der Holzkirche, die sie errichten wollen. (Foto: Mix)

Traunreut – Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Traunreut strebt schon seit längerem eine eigene Kirche an. Seit sieben Jahren dürfen die Orthodoxen die evangelische Kirche in der Stadt mitnutzen und sind auch sehr dankbar für dieses Entgegenkommen der Pauluskirche. Da die Schar der Gläubigen jedoch kontinuierlich anwächst, ist ein eigenes Gotteshaus dringend erwünscht. Es soll in Form einer traditionellen orthodoxen Holzkirche entstehen und wäre nach Meinung von Pfarrer Constantin Bartok »eine echte Bereicherung« für die Stadt und die ganze Region.


Ein Modell, wie die Kirche aussehen soll, gibt es bereits und der Pfarrgemeinderat der rumänisch-orthodoxen Gemeinde will nun verstärkt an der Verwirklichung des Baus arbeiten. Eine ähnliche Kirche in traditioneller Holzbauweise steht seit kurzem in München Fasangarten. »Dort ist die Kirche eine echte Sehenswürdigkeit. Viele Menschen bleiben stehen, fotografieren und bewundern sie«, erzählt Pfarrer Andrei, der am Bau der Kirche in München beteiligt war und auch das Modell für die Traunreuter erstellt hat.

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Rund 70 bis 80 Gläubige bei den Gottesdiensten

In Traunreut finden regelmäßig orthodoxe Gottesdienste in der Pauluskirche statt, die im Schnitt von 70 bis 80 Gläubigen besucht werden. »Langsam wird es eng und es ist nicht einfach, die Termine zu koordinieren, besonders an den Feiertagen. Inzwischen sind ja schon vier Konfessionen in der evangelischen Kirche«, erklärt Pfarrer Bartok. Ein eigenes Haus für die Orthodoxen wäre seiner Meinung nach nicht nur für seine Gemeinde von Vorteil: »Das wäre eine Liebeserklärung an die Stadt und den Landkreis, eine Bereicherung und ein Schmuckstück.«

Die Kirche selber, die dann Platz für rund 150 bis 200 Besucher bieten und im Innenraum mit Ikonen ausgestattet werden soll, benötigt rund 250 Quadratmeter. Um ausreichend Platz für Parkplätze und einen später noch hinzukommenden Kultursaal für die sozialen und kulturellen Aktivitäten der Gemeinde zu haben, wäre ein Grundstück von 1000 Quadratmeter Größe günstig. »Kirche und Saal sind auch für die jungen Menschen wichtig, ist eine Heimat für sie«, so Pfarrer Bartok. In seiner Gemeinde gibt es sehr viele Familien, die neben den Gottesdiensten auch am sozialen Leben der Gemeinschaft regen Anteil haben. Der neu gegründete Trachtenverein zum Beispiel belebt die Gemeinde und für viele anderweitige Aktivitäten wäre ein eigenes Zuhause der Orthodoxen einfach besser, das sie sich nicht mit weiteren Gemeinschaften teilen müssen.

Bürgermeister Klaus Ritter hat Pfarrer Bartok seine Unterstützung versprochen und hat wohl auch schon eventuell in Frage kommende Grundstücke im Visier, die dann auf Erbpacht-Basis erworben werden könnten. Bis zum endgültigen Abschluss muss sich die orthodoxe Gemeinde nach den Worten des Stadtoberhaupts aber noch in Geduld üben.

Finanziert werden soll der Bau in erster Linie aus Spenden. »Wir haben schon Spenden für die Kirche erhalten und die Leute wollen jetzt natürlich auch sehen, dass was vorangeht«, berichtet Constantin Bartok. Einen Zuschuss gibt es dann auch von der Metropolie der rumänisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland. Vorerst muss sich der Pfarrgemeinderat aber noch mit dem Modell der Kirche begnügen, die in althergebrachter Holztechnik errichtet werden und eine ganz besondere Ausstrahlung und Wärme haben soll. mix