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Ein politischer Vordenker, der alle seine guten Ideen auch in die Tat umgesetzt hat

Leonhard Schmucker wird heute 95 Jahre alt

Ruhpolding – Altlandrat Leonhard Schmucker feiert am heutigen Mittwoch seinen 95. Geburtstag. Geistig ist er immer noch fit und informiert sich noch täglich über das Geschehen in seiner Heimat. Lediglich seine »Gehwerkzeuge« bereiten ihm immer größere Probleme.

Leonhard Schmucker feiert heute Geburtstag. Das Bild des Altlandrats entstand vor zwei Jahren bei ihm zu Hause in Ruhpolding. (Foto: Schwaiger)

Das hält den Jubilar aber nicht davon ab, noch jeden ersten Donnerstag im Monat den Ruhpoldinger »Altgemeinderatsstammtisch« im Hotel zur Post zu besuchen. Mit alten Weggefährten wie dem ehemaligen ZDF-Journalisten Jörg Wimmelmann und Altbürgermeister Herbert Ohl diskutiert er am Stammtisch nach wie vor über das aktuelle politische Geschehen in der Gemeinde, im Landkreis und darüber hinaus.

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Den 95. Geburtstag Schmuckers nahm gestern auch Innenminister Joachim Herrmann zum Anlass, dessen Verdienste zu würdigen. Der Altlandrat sei »unvergessen durch sein weitschauendes und erfolgreiches Wirken für die Region.«

Leonhard Schmucker hat den Landkreis Traunstein geprägt wie kein Zweiter. Egal, welche Interessens- oder Berufsgruppen: Alle haben ihm viel zu verdanken. Seine Ideen, seine Initiativen und seine unermüdliche Schaffenskraft waren über Jahrzehnte Triebfeder für eine positive Entwicklung der Region. Für viele Kommunalpolitiker war Schmucker ein Vorbild.

Obwohl tief in der CSU verwurzelt, war Schmucker immer offen für neue Ideen – auch für die anderer politischer Gruppen. Er hat sich als CSU-Politiker nie von seiner Partei ideologisch vereinnahmen lassen, sich immer fair mit politischen Gegnern auseinandergesetzt und sich deren Meinung angeschlossen, wenn er davon überzeugt war, dass sie gut und richtig ist.

Schmucker war schon Jahrzehnte Kommunalpolitiker, als die damals »jungen Wilden« ihre politische Karriere begannen: Hermann Steinmaßl, der am Freitag zum Altlandrat ernannt wird, Peter Ramsauer, Konrad Schupfner, Peter Stöger... – die waren noch gar nicht auf der Welt, als Schmucker schon wichtige Weichen für den Chiemgau stellte. 1932 begann Schmucker als Lehrling in der Gemeindeverwaltung Ruhpolding, wohin er nach dem Krieg 1948 zurückkehrte und zum Geschäftsleitenden Beamten aufstieg.

Er gründete mit einigen Mitstreitern 1950 den Verkehrsverband Chiemgau, dem er seither über Jahrzehnte vorstand. 1953 war er treibende Kraft für den Bau der Rauschbergbahn. Schmuckers Name ist auch untrennbar mit dem Verband der Forstberechtigten im Chiemgau verbunden. Im Februar 1952 hat Schmucker diesen Verband gegründet, der die Forstberechtigten in ihren Rechten berät und vertritt.

1952 wurde Schmucker erstmals in den Traunsteiner Kreistag gewählt; von 1960 bis 1966 war er Stellvertretender Landrat, ehe er 1966 berufsmäßiger Bürgermeister von Ruhpolding wurde. Im Jahr 1970 wurde Schmucker erstmals zum Landrat gewählt und 1972 sowie in den Jahren 1978 und 1984 jeweils mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt.

Viele Ämter, Posten und Initiativen könnte man aufzählen; man würde kaum fertig. Das gilt auch für die zahllosen Ehrungen, die Schmucker während und nach seiner politischen Karriere zuteil wurden.

Leonhard Schmucker war nicht nur ein Vordenker, sondern ein »Vor-Macher«. Zu seinem Geburtstag heute gelten ihm alle guten Wünsche. Klaus Oberkandler