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Lehrjahre in Frankfurt – Blütezeit in Traunreut

Traunreut. Seinen 80. Geburtstag konnte nun Josef Blank zusammen mit 80 Gästen in der Sportplatzgaststätte feiern. Der Traunreuter Bäckermeister, langjährige Stadtrat und ehemalige Obermeister der Bäckerinnung hat ein bewegtes Leben hinter sich und erfreut sich, wie er schmunzelnd sagt, einer stetig besser werdenden Gesundheit. Zuletzt hatte er sogar eine schwere Herzoperation überstanden.

Josef Blank, hier am Schreibtisch in seinem Büro, konnte nun seinen 80. Geburtstag feiern. Zuletzt hatte der Traunreuter eine schwere Herzoperation gut überstanden. (Foto: H. Eder)

Blank ist in der Einöde Molbaum in der ehemaligen Gemeinde Otting – heute Marktgemeinde Waging am See – auf die Welt gekommen. Seinen Wunschberuf Schreiner durfte er zwar nicht erlernen, dafür schaffte er mit 17 Jahren den Absprung – und gleich einen sehr weiten: Er kam nach Frankfurt und begann dort eine Bäckerlehre – der erste Schritt zu einem Beruf, der ihm zur Berufung wurde und sein ganzes Leben prägen sollte.

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Der Drang in die Ferne lag wohl in der Familie. Denn schon sein Vater Georg war in jungen Jahren nach Frankfurt gegangen und hatte sich dort als Fuhrknecht verdingt. Die Kontakte von damals waren nie ganz abgerissen und brachten letztlich auch den jungen Josef dorthin. Nach mehreren Jahren in verschiedenen Betrieben und einem Besuch der renommierten Konditorenschule in Stuttgart machte sich Blank 1958 mit einer gepachteten Bäckerei in Frankfurt selbstständig.

Im selben Jahr heiratete er auch seine Frau Therese, die er auf einem Starkbierfest in München kennengelernt hatte. Das Paar hatte zwei Kinder, die während der Frankfurter Selbstständigkeit von 1958 bis 1966 geboren wurden. Inzwischen haben sich vier Enkel dazu gesellt.

So sehr es Josef Blank aber in die Ferne gezogen hatte, so sehr war ihm aber doch die Sehnsucht nach der Heimat geblieben, »zu meinen Bergen«, wie er sagt. In den 60er-Jahren hatte er begonnen, seine Fühler zurück in heimatliche Gefilde auszustrecken, und nach einigem Hin und Her landete er – zusammen mit seinem Bruder Konrad – in Traunreut, im neuen Stadtviertel um den, damals allerdings erst geplanten, »Württemberger Hof«.

Die Brüder bauten hier ihre Geschäfte, Josef als Bäcker, Konrad als Metzger. Der damalige Bürgermeister Franz Haberlander hatte sich stark für die Ansiedlung der beiden angehenden Geschäftsleute eingesetzt. In der Blütezeit in den 90-er Jahren waren in der Bäckerei Blank in der Backstube und den zahlreichen Verkaufsstellen bis zu 80 Menschen beschäftigt.

Schon seit seiner Jugend war Josef Blank aber auch an der Welt außerhalb der Bäckerei interessiert. So ist er zeitlebens überzeugtes Mitglied der Kolpingfamilie, hat sich in den Standesvertretungen des Bäckereigewerbes eingebracht, war im Gewerbeverein aktiv und saß ab 1972 für 22 Jahre im Traunreuter Stadtrat. 1993 legte er aus gesundheitlichen Gründen alle seine Ämter nieder und ging 1998 auch beruflich in den Ruhestand.

Seitdem hat er seine verschiedenen gesundheitlichen Probleme gut gemeistert. Nun sitzt er stunden- und tagelang an seinem Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer in seinem Haus im Traunreuter Nordosten. Da schreibt er an seinem Laptop Lebenserinnerungen, beschäftigt sich mit Themen der Traunreuter Stadtentwicklung und fotografiert gern. he