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Leer stehenden Wohnraum der Gemeinde melden

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Die Sanierung der Straße zwischen Grabenstätt und Bergen, wie hier im Bild bei Kalsperg, ist derzeit eines der größten Bauprojekte in der Gemeinde. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Auf ein ereignisreiches Jahr mit vielen wichtigen Entscheidungen, Bauprojekten und Veranstaltungen blickte Bürgermeister Georg Schützinger bei den gut besuchten Bürgerversammlungen im Gasthof Grabenstätter Hof in Grabenstätt und im Gasthof Fliegl« in Erlstätt zurück.


Die Bewältigung der Flüchtlingssituation bezeichnete er als »eine der größten Herausforderungen seit dem Zweiten Weltkrieg, die uns noch viele Jahre beschäftigen wird«. Da man heuer in der Gemeinde laut Sollquote bis zu 71 und bis Ende kommenden Jahres bis zu 148 Flüchtlinge unterbringen müsse, wandte sich Schützinger eindringlich mit einem »dramatischen Aufruf« an alle Wohnungs- und Hausbesitzer, »leer stehenden Wohnraum der Gemeinde oder dem Landratsamt zu melden«. Ansonsten sei es durchaus denkbar, »dass irgendwann unsere Turnhallen belegt werden«, räumte er ein.

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Ein großes Anliegen der Gemeinde sei es auch, Bauland für Einheimische zu schaffen und gegebenenfalls ein neues Familiensiedlungsmodell zu entwickeln. Im Rahmen des Bebauungsplans »Erlstätter Straße« plane man die Ausweisung eines allgemeinen Wohngebiets.

Als abgeschlossene Tiefbauprojekte erwähnte Schützinger die Sanierung diverser Straßenabschnitte in Marwang und der Straße von Fliegeneck nach Lenthal und Kroneck. Größtes Projekt sei derzeit die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Grabenstätt–Bergen auf einer Länge von 3,5 Kilometern mit Erneuerung der Brücke über die Aitrach und Untergrundsicherung am Stoznberg bei Schneereut. Schützinger verwies auf die Kosten von 1,6 Millionen Euro. Das Projekt werde auf zwei Haushalte verteilt, man rechne mit einer gut 50-prozentigen Förderung nach FAG-Richtlinien. Spätestens im August sollen die Arbeiten fertig sein.

In puncto Städtebauförderung erwähnte Schützinger die Restarbeiten bei der Ortskernsanierung, wie den Ausbau der Entermühlstraße, die Gestaltung des Mühlbachgrundstücks 2016 und die Sanierung der Austraße und der Schloßstraße Nord 2017 bis 2019. Nach der Aufnahme ins Bund-/Länder-Programm »Kleinere Städte und Gemeinden« würden sich die Projekte künftig auf Erlstätt konzentrieren. Der bei der Regierung von Oberbayern eingereichte Antrag 2016 beinhaltet auch die Sanierung der Alten Schule.

Chiemsee-Radrundweg ist optimiert worden

Mit der Einweihung der Rothgrabenbrücke Ende 2014 und der Fertigstellung der Staatsstraßen-Unterführung an der Hirschauer Bucht sei der Chiemsee-Radrundweg im Gemeindebereich weiter optimiert worden. Ein Sonderlob erhielt die ehrenamtlich tätige örtliche Agendagruppe, die zahlreiche Wanderwege beschildert hat. Auch das vom Chiemgau Tourismus vorangetriebene Beschilderungs- und Radwegekonzept sei abgeschlossen.

Wie das Gemeindeoberhaupt weiter ausführte, sei Grabenstätt seit Dezember 2014 am zweiten Breitbandausbau beteiligt. Für Marwang und einen Teil im Ortskern habe man eine Zusage von der Deutschen Telekom für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Für Osterbuchberg, Kraimoos, Tettenmoos, Schneereuth, Höring/Zeiering und Sossau »hoffen wir bis 7. Dezember noch auf möglichst wirtschaftliche Angebote der Netzbetreiber«. Im Fall eines Vertrags wäre die Realisierung innerhalb eines Jahres möglich.

»Als weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft« bezeichnete Schützinger den Hochwasserschutz und erinnerte an die mit dem Wasserwirtschaftsamt vorangetriebene, 65 000 Euro teure Beseitigung der Hochwasserschäden am Grabenstätter Mühlbach und den 100-prozentigen Zuschuss vom Freistaat Bayern. Zudem stehe das Hochwasserschutzkonzept für den Mühlbache und das Pfarrer-Bacherl kurz vor dem Abschluss.

Mit 28 Abc-Schützen habe man das Ziel, wieder zwei erste Klassen zu bilden, »leider knapp verpasst«. Die Schule habe in sieben Klassen 148 Schüler, darunter 73 »Buskinder«, und eine funktionierende Mittagsbetreuung. Das Schul-Musical »Schuihofgschroa« habe alle Erwartungen übertroffen und sei auch von Ministerpräsident Horst Seehofer gewürdigt worden, freute sich Schützinger.

In der neuen Kinderkrippe in Erlstätt könnten nun zusätzlich 14 Kinder im Alter von einem bis drei Jahren betreut werden. Mit etwa 170 Kinderbetreuungsplätzen in der gemeindlichen Kindertageseinrichtung in Erlstätt und im Integrationskindergarten St. Maximilian in Grabenstätt sei die Versorgung in der Gemeinde sichergestellt.

Neuanschaffungen sind ein Tandem-Kipper für den Bauhof und ein Loipenspurgerät. Die Feuerwehr Grabenstätt hat ein neues Mehrzweckfahrzeug und eine Sandsack-Abfüllanlage erhalten und die Feuerwehr Erlstätt bekommt bald ein neues Löschfahrzeug LF Kat. Schützinger würdigte die über 160 Feuerwehrler in Grabenstätt, Erlstätt und Holzhausen.

Rückgang im Tourismus mit Gastronomie abfedern

»Der Tourismus hat heuer ein schwieriges Jahr erlebt, die Gästeankünfte sind um 17,2 Prozent und die Übernachtungen um 9,5 Prozent zurückgegangen«, bedauerte Schützinger. Man hoffe aber, dass diese Entwicklung mit der Neueröffnung des »Chiemseefischers« gestoppt werde. Als Höhepunkte des Vereinslebens bezeichnete er die Festwoche zum 150-jährigen Bestehen der ZSG Grabenstätt und das 125. Gründungsjubiläum des Fremdenverkehrsvereins Grabenstätt.

Auch finanziell stehe die seit Oktober 2006 schuldenfreie Gemeinde Grabenstätt bestens dar, freute sich Schützinger. Man habe ein Gesamthaushaltsvolumen von 13,7 Millionen Euro. Vier Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen seien ein »ganz wichtiger Faktor«. mmü

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